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		<title>CELEBRATION-TIME. DER NRW-TAG. (II)</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Aug 2008 18:17:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kiez und umgebung]]></category>
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		<description><![CDATA[Unerwünschte Eigeninitiave Der Wuppertaler an sich. Das ist ein seltsamer Menschenschlag. Etwas krude, ein wenig mürrisch, zäh und voller eigensinnigem Tatendrang bis hin zum Aktionismus. Eine grosse Tradition sektiererischer Gemeinden und widerborstiger Individuen zeugt davon. Manchmal ist das selbst der eigenen Stadtverwaltung nicht ganz geheuer. Dann ist Schluss mit lustig. Da will man für seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unerwünschte Eigeninitiave</strong></p>
<p>Der Wuppertaler an sich. Das ist ein seltsamer Menschenschlag. Etwas krude, ein wenig mürrisch, zäh und voller eigensinnigem Tatendrang bis hin zum Aktionismus. Eine grosse Tradition sektiererischer Gemeinden und widerborstiger Individuen zeugt davon. Manchmal ist das selbst der eigenen Stadtverwaltung nicht ganz geheuer. Dann ist Schluss mit lustig.<br />
<span id="more-88"></span>Da will man für seine Bürger ein schönes Tschingderassa-Bumm veranstalten, so richtig mit Bundeswehrbeteiligung, Trachtengruppen und dem besten, was ansässige Konzerne für eine Bespassung des Plebs herzugeben bereit sind, und die Leute danken es nicht. Stattdessen maulen sie herum und kommen doch tatsächlich mit eigenen Ideen. Da feiert der eine Stadtteil parallel zum grossen NRW-Kindergeburtstag einfach sein eigenes Fest, die Einzelhändler sind empört, weil Auswärtige die Generation Wurst mit Fettkringeln versorgen sollen und nicht sie selber, und dann laden auch noch welche ihre Freunde in Eigeninitiative zur grossen Fete ein.</p>
<p>Einige Bürger der Stadt hatten nämlich tagelang über ein eigenes Programm für ihre Bekannten nachgedacht, an dem sich auch alle anderen würden beteiligen können. Sie haben dafür viel Zeit, Arbeit und Geld in bunte Heftchen und unterhaltsam zu lesende Internetzseiten investiert, damit möglichst alle davon erfahren. Und sie haben sogar, ganz brav, das etwas bekiffte Logo einer schlingernden Schwebebahn für ihre eigenen Einladungen verwendet, das die Marketing GmbH der Stadt doch eigens als Motiv zur Weiterverwendung angeboten hatte.</p>
<p>Sie haben das Heftchen ausgelegt, gar nicht wild, sondern extra in dafür vorgesehene Prospektständer an vielen öffentlichen Stellen, und es sah ganz toll aus &#8211; es war von den teuren Prospekten der Superprofis in der Marketing GmbH fast nicht zu unterscheiden und dabei origineller getextet.</p>
<div align="center"><a href="http://www.um3000.org/images/nrw-tag_flyer.jpg" title="Zur grossen Version des Bildes - 1.5 mb" target="_blank" rel="lightbox[88]"><img src="http://www.um3000.org/images/nrw-tag_flyer_490.jpg" alt="Bild der alternativen Einladung" width="490" /></a>Gastfreundschaft unerwünscht? Einladungen in Eigeninitiative</div>
<p>Doch genau das muss die Leute im Stadtmarketing geärgert haben. Soviel Eigeninitiative und Gastfreundschaft war mit dem von ihnen ausgedachten Slogan &#8220;Wuppertal bewegt. Sich. Mich. Dich.&#8221; offenbar nicht gemeint. Sie lancierten böse Berichte in den lokalen Medien und reagierten sehr empört. Ihre Mitarbeiter mussten von nun ab täglich nachsehen, ob die fremden bunten Heftchen wieder irgendwo herumlagen um sie einzusammeln. Man sprach gar von einer widerrechtlichen Verwendung der merkwürdig bekifften Schwebebahn, die man doch eigentlich allen geschenkt hatte, um damit Eingangstüren, Autoblech, Küchenkacheln oder sonstwas zu verzieren. Nur eben keine bunten Heftchen &#8211; zumindest nicht, wenn sie toller getextet waren als die eigenen.</p>
<p>Das ist eigentlich doof. Schliesslich muss man seine Wuppertaler doch kennen, wenn man auf einem der prima bezahlten BAT-Jobs anheuert. Da darf man nicht beleidigt reagieren, nur weil sich die Bürger der Stadt &#8216;was Eigenes ausdenken. Das haben die doch immer schon gemacht.</p>
<p>Und es ist auch gar nicht gastfreundlich. Was sollen die ganzen, in Eigeninitiative eingeladenen Gäste von ausserhalb jetzt denken, wenn das für sie zusammengestellte Programm jetzt nicht mehr öffentlich ausliegt? Will das Stadtmarketing zehntausende aktionssuchende junge Leute orientierungslos in der Stadt herumirren lassen? Will das Stadtmarketing vielleicht gar keine feiernden Besucher des NRW-Tags?</p>
<p>Damit dieser Eindruck nicht entsteht, soll das wirklich tolle, in grandioser Eigeninitiative der Bürger entstandene Programm auch an dieser Stelle nochmals veröffentlicht werden:</p>
<div align="center"><strong><strong>Das Bürgerprogarmm am Freitag, 29.08.2008</strong></strong>An der Stadthalle, Johannisberg/Kleeblatt:<br />
• 16:00 uhr: Tribunal gegen die Politik der NRW-Landesregierung<br />
• ab 17:30 uhr: Stadthalle: Teilnahme (versuche) an Kabinettssitzung und NRW-Gala.<br />
• ab 18.00 uhr: Landesweite Protestkundgebung gegen Studiengebühren (AStA Wuppertal)<br />
• 20:00 uhr: Polonaise zum Döppersberg<br />
• 20:00 uhr: Demonstration gegen StudiengebührenVor der Polizeiwache Döppersberg:<br />
• ab 20:00 uhr: Konzert gegen Polizeigewalt in NRW &#8211; Es spielen u.a. Microphone Mafia, Klaus der Geiger, Capito Si, S1R, Compania Bataclan und Simple Tings<br />
• ab 23.00 uhr: Demonstration gegen Polizeigewalt, Dummheit und Brutalität im Amt<br />
• ab 24.00 uhr: Kollektives Sleep In im Camp auf der Hardt (nähe Grillpavillion), den veganen Campabschnitt findet ihr an den Gewächshäusern am Botanisches Garten.Von anderen Gruppen:<br />
• 11.00 uhr: Pressekonferenz auf der Staumauer der Wupper-Talsperre unter dem Motto “Das NRW-Fest fluten! Don´t forget Möhne &#8211; Bomber Harris do it again!”<br />
• 14.00 uhr: Mahnwache vor dem Unternehmerkongress mit dem Brecht-Chor<br />
„der Haifisch der hat Zähne“.<br />
• 18.49 uhr &#8211; Stadthalle Haupteingang: Flash Mob “Kleiner Hai – Eat the Rich!”<br />
• 20:00 uhr &#8211; vor der Stadthalle: Demonstration gegen das Rauchverbot Smoke-In im Smoking: freie Vereinigung nordrhein-westfälischer Bar- und Kneipenwirte<br />
gegen das Rauchverbot.<br />
• 22:00 uhr: Araltankstelle vor dem Polizeipräsidium: Autorennen gegen die hohen Spritpreise. Autokorso zur Stadthalle.<br />
• 22.00 uhr: Treffpunkt Schauspielhaus: Gegenkundgebung &#8211; Fahrraddemo gegen den niedrigen Benzinpreis.<br />
• ab 22.00 uhr: Celebration-Time &#8211; Party im Café Ada</p>
<p>Das Bürgerprogarmm am Samstag, 30.08.2008</p>
<p>• ab 10:30 uhr: Gemeinsames Frühstück im Camp auf der Hardt<br />
• ab 12:00 uhr &#8211; Treffpunkt Minna Knallenfalls (Elberfelder Innenstadt):Transbergischer Stadtrundgang &#8211; direkte Aktionen und Spaziergänge zu Polizeigewalt, Ausbeutung und staatlichen Rassismus.<br />
• ab 13:30 uhr Treffpunkt Sonnborn Hauptkirche: Festparade der Brauchtumsvereine und Schützenkönige, auch wir AbschiebehaftgegnerInnen, Hartz IV-Betroffenen (mit schwarzem Block) und StudentInnen gegen Studiengebühren reihen uns in die Demo ein. Das WDR Fernsehen überträgt live und MP Rüttgers sitzt mit Ehrengästen auf der Ehrentribüne.</p>
<p>Von anderen Gruppen:<br />
• ab 15:00 uhr: internationales Punktreffen am Wuppertaler ZOO und am Barmenia Beach, Kampftrinken, Dosenwerfen,…<br />
• Abends &#8211; Reclaim the Beach &#8211; Beachparty mit Punkbands<br />
• Punk Camp am Barmenia Beach</p>
<p>Samstag abend:<br />
• Rave gegen das Verzehrverbot in der Schwebebahn und gegen die Bereitstellung von Gefangenenbussen für den 1. Mai. (Details werden kurzfristig bei youtube bekanntgegeben)<br />
• Treffpunkt Samstag 22:00 Hauptbahnhof Gleis 1: Die Wuppertal Bewegung lädt zur Techno-Tunnel Party im Tunnel Kleeblatt. Tanzparty gegen Fledermäuse und für noch mehr Ein-Euro Jobs. Wer als Ein-Euro-Jobber verkleidet erscheint, bekommt ein Gratismedikament. (Kommt rechtzeitig mit der Bahn, weil es zu Verkehrsstörungen aus Richtung Köln kommen kann)</p>
<p>Das Bürgerprogarmm am Sonntag, 31.08.2008</p>
<p>• Katerfrühstück am Barmenia-Beach<br />
• Unkonventionelle Teilnahme am Triathlon<br />
• Dampflok Blockade als Training fürs Wendland : mit X-tausendmal quer<br />
• Müllaktion „Kein Mülltourismus aus Neapel“ der einheimische Müll stinkt zum Himmel- Performance in den City Arcaden &#8211; bringt euren Müll mit!<br />
• Beachfußballturnier um den Günter Pröpper Cup am 31. August 2008 auf dem Barmenia-Beach zwischen 12-18 Uhr<br />
• ab 14:30 uhr beginnt am gleichen Ort auch ein Raufballturnier<br />
• ab 14:00 uhr Teilnahme am Umzug des Landes NRW mit blackblock</p>
</div>
<p>Weitere Infos:<br />
<a title="Zum Aufruf" href="http://planbwuppertal.wordpress.com/2008/08/06/nrw-tag-in-wuppertal/" target="_blank">Aufruf zum Tribunal gegen die NRW-Landespolitik</a><br />
<a title="Die Seite zum Fest" href="http://nrwtagversenken.blogsport.de/" target="_blank">Alles zum NRW-Tag &#8211; die Seite zum Fest</a><br />
<a title="AZ Wuppertal" href="http://nrwtagversenken.blogsport.de/" target="_blank">Autonomes Zentrum Wuppertal</a></p>
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		<title>CELEBRATION-TIME. DER NRW-TAG. (I)</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 18:12:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kiez und umgebung]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Journalistisches Totalversagen Nachdem die Wuppertaler Nachrichtenmonopolisten der WZ &#8211; die sich offenbar eher als Erfüllungsgehilfen der städtischen Marketing GmbH, denn als journalistisches Medium begreifen &#8211; die geplanten Proteste und Aktionen zum NRW-Tag in Wuppertal am nächsten Wochenende wochenlang verschwiegen hatten, hat sich nun, am Dienstag letzter Woche, Andreas Lukesch in der Westdeutschen Zeitung dann doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Journalistisches Totalversagen<br />
</strong><br />
Nachdem die Wuppertaler Nachrichtenmonopolisten der WZ &#8211; die sich offenbar eher als Erfüllungsgehilfen der städtischen Marketing GmbH, denn als journalistisches Medium begreifen &#8211; die geplanten Proteste und Aktionen zum NRW-Tag in Wuppertal am nächsten Wochenende wochenlang verschwiegen hatten, hat sich nun, am Dienstag letzter Woche, Andreas Lukesch in der Westdeutschen Zeitung dann doch mal <a title="Zum WZ-Artikel" href="http://www.wz-wuppertal.de/?redid=288635" target="_blank">dazu zu Wort gemeldet</a>. Anhaltendes Schweigen wäre jedoch besser gewesen.</p>
<p><span id="more-84"></span>Offenkundig ohne jeden Versuch einer Recherche bei den Veranstaltern des geplanten <a title="Zum Aufruf" href="http://planbwuppertal.wordpress.com/2008/08/06/nrw-tag-in-wuppertal/" target="_blank">Tribunals gegen die NRW-Landespolitik</a>, und ohne jede kritische Distanz zum Polizeieinsatz am 01.Mai &#8211; bei dem am Ostersbaum <a title="Zum UMLOG-Artikel dazu" href="http://um3000.twoday.net/stories/4943232/" target="_blank">199 Leute willkürlich festgenommen worden waren</a> &#8211; schwankt Lukeschs Artikel zwischen Selbstgefälligkeit, kleinmütiger Sorge um das grosse Fest und kaum verhohlenen Drohungen gegen die autonome Szene, für die er &#8220;einen Polizeisprecher&#8221; zitiert, um ausgerechnet diesen Polizeiüberfall auf die diesjährige autonome 1.Mai-Demonstration als Muster für einen Umgang mit Störern des NRW-Tags zu empfehlen. Dass Lukesch dabei an vielen Stellen einen unfreiwillig komischen Artikel verfasst hat, dürfte bei diesem Eiertanz unvermeidlich gewesen sein.</p>
<p>So war die versuchte Skandalisierung der Tatsache, dass der Aufruf des Wuppertaler AStA zum Tribunal gegen die NRW-Landespolitik über die Universitäts-Homepage verlinkt war &#8211; (wo denn sonst, fragt man sich) &#8211; selbst in den Augen des einzig dazu befragten Uni-Sprechers Michael Kroemer eigentlich nur dann ein Skandal, wenn man dem AStA das &#8220;Recht auf freie Meinungsäusserung absprechen will&#8221;. Gar nicht mehr komisch ist dann jedoch, dass genau das aber mittlerweile offenbar tatsächlich geschehen ist &#8211; die AStA-Seite des Demonstrationsaufrufs ist jedenfalls inzwischen anscheinend vom Netz genommen worden.</p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/screenshot.jpg" alt="Screenshot" width="490" />Freie Meinungsäusserung? Google-Cache-Screenshot.</div>
<p>Noch lustiger wird es allerdings, wenn Lukesch im weiteren Verlauf die pauschale wie unpräzise Behauptung, die Stadthalle sei am nächsten Freitag ohnehin &#8220;Sperrgebiet&#8221; in den Raum stellt, offenkundig nur, um dem ganzjährig redaktionell satt beworbenen &#8220;Wupper-Beach&#8221; an der Stadthalle die Gelegenheit zu geben, darauf hinzuweisen, dass es dort am 29.08. keine Cocktails in die Hohlbirnen zu schütten gibt. Alle also, die darauf hofften, dort an der Cocktailbar zwischen den, in der WZ so gern abgedruckten, im Feinsand liegenden, Bikinimäusen ihren Molotow-Cocktail erstehen zu können, gucken demnach in die Röhre&#8230; Demzufolge erwartet Lukesch neben vielen &#8220;fröhlichen NRW-Tag-Besuchern&#8221; durchaus auch &#8220;mürrische Protestler&#8221;.</p>
<p>Lukeschs Artikel kann in der Summe nur als halb-offizieller Versuch gewertet werden, die einen mittels zu erwartender Aussichtslosigkeit vom Protestieren abzuhalten und die anderen von Vornherein einzuschüchtern. Er stellt schlicht einen neuerlichen Tiefpunkt journalistischen Versagens bei Wuppertals einziger Tageszeitung dar.</p>
<p>Dafür, dass der Plan, Proteste am Wochenende im Keim zu ersticken, nicht aufgeht, können jedoch möglichst viele Leute sorgen, die sich am Freitag-Nachmittag zur NRW-Kabinettssitzung am Johannisberg einfinden, um der Landesregierung, aber auch der Stadtspitze zu zeigen, was sie von der beabsichtigten Selbstbeweihräucherung der Landes- und Lokalpolitiker halten. Lasst euch dort sehen und hören, und bringt jeweils noch eine oder einen mit.</p>
<p>Lasst uns einfach aus dem ganzen NRW-Tag-Wochenende ein Happening machen, dass überregional Beachtung findet, sodass man es bei der Berichterstattung darüber dann vielleicht auch mal mit einigen richtigen Journalisten zu tun bekommt.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://www.um3000.org/images/no-nrw-tag.jpg" alt="" width="490" height="290" /><br />
Weitere Infos: <a title="Die Seite zum Fest" href="http://nrwtagversenken.blogsport.de/" target="_blank">Alles zum NRW-Tag &#8211; die Seite zum Fest</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>REPRESSIVES WUPPERTAL: NACHTRAG</title>
		<link>http://um3000.org/2008/07/21/repressives-wuppertal-nachtrag/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 17:51:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kiez und umgebung]]></category>
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		<category><![CDATA[zorn und selbstkontrolle]]></category>
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		<description><![CDATA[von Der graue Block Es ist an der Zeit, der Ende Mai hier und inzwischen auch hier veröffentlichten kleinen Heimatkunde, die sich mit der gewaltsamen Auflösung der Wuppertaler autonomen 1. Mai Demonstration und der zunehmenden Eskalationssstrategie der lokalen Ordnungspolitik beschäftigte, einige ergänzende Informationen hinterherzutragen. 01- Update: Stellungnahme des Innenministeriums NRW: Als Antwort auf eine mündliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von <strong>Der graue Block</strong></em></p>
<p>Es ist an der Zeit, der Ende Mai <a title="Zum ursprünglichen Artikel" href="http://um3000.twoday.net/stories/4943232" target="_blank">hier</a> und inzwischen auch <a title="Zur Parallelveröffentlichung" href="http://erstermaiw.blogsport.de/2008/06/18/wuppertal-repressive-stadt-im-gruenen" target="_blank">hier</a> veröffentlichten kleinen Heimatkunde, die sich mit der gewaltsamen Auflösung der Wuppertaler autonomen 1. Mai Demonstration und der zunehmenden Eskalationssstrategie der lokalen Ordnungspolitik beschäftigte, einige ergänzende Informationen hinterherzutragen.</p>
<p><strong><span id="more-70"></span>01- Update: Stellungnahme des Innenministeriums NRW:</strong><br />
Als Antwort auf eine mündliche Anfrage der NRW-Landtagsabgeordneten Monika Düker (Grüne) zur Auflösung der Wuppertaler autonomen 1.Mai Demonstration gab es Anfang Juni eine schriftliche Stellungnahme des Innenministeriums.</p>
<p>In dieser werden &#8211; wenig überraschend &#8211; die bereits im Anschluss an die Auflösung der Demonstration veröffentlichten polizeilichen Behauptungen im Wesentlichen wiederholt. Neben den von vielen Augenzeugen bestrittenen Gewalttaten, (Flaschenwürfe, das Verspritzen von Brennspiritus), werden die Vermummung &#8220;zahlreicher Personen&#8221;, sowie &#8220;mit Seilen verbundene Transparente&#8221; und von Badegästen mitgeführte &#8220;Taucherbrillen und Luftmatratzen&#8221; genannt, um den massiven Polizeieinatz und die anschliessende Festnahme von offiziell 199 Personen zu begründen. Gegen alle 199 Festgenommenen wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet.</p>
<p>Dass in der abschliessenden behördlichen Bewertung der Vorgänge als Ziel der völlig überzogenen polizeilichen Massnahmen &#8220;der Schutz friedlicher Versammlungen&#8221; genannt wird, offenbart die Stellungnahme als das, was sie ist: Eine Verdrehung der Tatsachen und ein Freibrief des Innenministeriums für die Einsatzleitung der Polizei. Der volle Wortlaut der mündlichen Anfrage und der ministralen Stellungnahme ist <a title="Zum Wortlaut der Anfrage+Stellungnahme" href="http://erstermaiw.blogsport.de/2008/06/04/stellungnahme-des-innenministeriums" target="_blank">hier</a> dokumentiert.</p>
<p><strong>02 &#8211; Update: Aktionen zum NRW-Tag in Wuppertal:</strong><br />
Dass sich der in Wuppertal am letzten Augustwochenende veranstaltete zweite &#8220;NRW-Tag&#8221; als besonders günstiges Reaktionsfeld anbietet, um der Inszenierung der Stadt als niedlichem &#8220;Standort starker Marken und Global Player“ (aus dem offiziellen Programmkonzept) etwas entgegenzusetzen, wurde ja bereits im <a title="Zum ursprünglichen Artikel" href="http://um3000.twoday.net/stories/4943232" target="_blank">ursprünglichen Beitrag</a> angesprochen.</p>
<p>Inzwischen ist hierzu unter der Überschrift <a title="Zur Aktions-Website" href="http://nrwtagversenken.blogsport.de/" target="_blank">&#8220;NRW-Tag in der Wupper versenken!&#8221;</a> ein vielfältiges Gegenprogramm zum offiziellen Konzept des Stadtmarketings erarbeitet worden, dass für die hoffentlich vielen Teilnehmer aus ganz Deutschland jede Menge Buntes und für die Polizei eine tolle dreitägige Schnitzeljagd im gesamten Stadtgebiet verspricht. Das angedachte Spektrum der Aktionen bietet dabei von einer landesweiten Protestkundgebung des Wuppertaler ASTA gegen Studiengebühren, über einen Teilnahmeversuch an der geplanten Kabinettssitzung mit Empfang und Gala in der Stadthalle, einer geplante &#8220;Demonstration gegen Dummheit und Brutalität im Amt&#8221; sowie einer &#8220;Mahnwache vor dem Unternehmerkongress mit Brecht-Chor&#8221; bis hin zu verschiedenen mehr oder weniger spontanen Konzerten eine Vielfalt an Bewegung, die das schwachsinnige offizielle Motto des Stadtmarketings zum NRW-Tag &#8220;Wuppertal bewegt. Sich. Mich. Dich.&#8221; wörtlich nimmt.</p>
<p>Das gesamte (vorläufige) Gegenprogramm zum NRW-Tag 2008 mit durchaus auch kabarettistischer Sprengkraft, findet sich im UMLOG in den <a title="Kommentar von Mina Knallenfalls" href="http://um3000.twoday.net/stories/4943232/#comments" target="_blank">Kommentaren</a> und auch auf einer mittlerweile eigens eingerichteten <a title="Zur Website NRW-Tag versenken!" href="http://nrwtagversenken.blogsport.de/2008/06/29/2" target="_blank">Website</a>. Über die weiteren Entwicklung der Dinge und auch über mögliche eigene Beiträge zum NRW-Tag 2008 wird natürlich weiter im UMLOG informiert.</p>
<p><strong>03 &#8211; Hintergrund: Demonstrationsrecht:</strong><br />
Warum auf das Recht, sich spontan zu versammeln und auch unangemeldet demonstrieren zu dürfen &#8211; dass bei der Wuppertaler autonomen 1.Mai Demonstration seit mittlerweile zwei Jahrzehnten durchgesetzt wird &#8211; überhaupt bestanden werden muss, erschliesst sich ganz gut aus einem Interview in der Tageszeitung <a title="Zum Interview in der jungen Welt" href="http://www.jungewelt.de/2008/05-31/049.php" target="_blank">&#8220;junge Welt&#8221;</a>, in dem ein Anmelder einer Karlsruher Demonstration im Vorfeld des letztjährigen G8-Gipfels, von seinem Verfahren vor dem Amtsgericht Karlsruhe berichtet. Das interview macht klar, dass es bei der Vorgabe, eine Demonstration oder Versammlung anzumelden, eben nicht nur darum geht, mögliche Demonstrationswege und -zeitpunkte zu kontrollieren, sondern dass die Anmeldung einer Demonstration vielmehr zunehmend auch dazu genutzt wird, das Demonstrationsrecht durch unkalkulierbare Konsequenzen für einen Anmelder insgesamt auszuhöhlen.</p>
<p>Gegenstand des Verfahrens vor dem Karlsruher Gericht waren dabei vor allem Verstösse gegen polizeiliche Auflagen, wie z.B. eine Unterschreitung von Mindestabständen zwischen Demonstrationstransparenten oder das einheitliche Tragen von Sonnenbrillen. Für diese &#8211; durch einzelne Teilnehmer der Demonstration zu verantwortenden &#8211; &#8220;Tatbestände&#8221; wurde der Anmelder persönlich haftbar gemacht. Zum Zeitpunkt des Interviews wurde ihm dafür seitens der Staatsanwaltschaft ein Strafbefehl über 4.800 Euro in Aussicht gestellt. Das dann gegen den anmeldenden Studenten ergangene Urteil belief sich, laut eines Artikels des <a title="Zum Artikel des ND" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/131023.demo-kann-teuer-werden.html" target="_blank">&#8220;Neuen Deutschland&#8221;</a>, dann immerhin noch auf 60 Tagessätze á 15 Euro. Obwohl sich der Anmelder während der friedlich verlaufenen Demonstration weitgehend kooperativ gezeigt hatte, und auch jederzeit für die Einsatzleitung der Polizei ansprechbar gewesen war, wurde er letztlich haftbar gemacht für Vorgänge, die für ihn zu keiner Zeit kontrollier- oder verhinderbar gewesen sind &#8211; immerhin ist es das Wesen einer Demonstration, dass sie sich (noch) nicht als geschlossene Gesellschaft mit Platzreservierung und Einlasskontrolle darstellt.</p>
<p>Konkret bedeutet diese Rechtsprechung die Zwangsverpflichtung anmeldebereiter Personen als willige Hilfssheriffs der Ordnungskräfte. Je nach Auflage müssten demnach Demonstrationsteilnehmer und -blöcke zukünftig persönlich mit Massbändern kontrolliert oder mit Informationen zu unliebsamen Inhalten von Sprechchören oder Transparenten ausgestattet werden, will ein Anmelder einer Versammlung oder Demonstration nicht inkaufnehmen, den Versammlungsort schlimmstenfalls finanziell ruiniert wieder zu verlassen.</p>
<p>In Verbindung mit dem soeben verabschiedeten neuen <a title="Zum Wiki demorecht.de" href="http://demorecht.de/wiki/index.php/Hauptseite#Bayerisches_Versammlungsgesetz" target="_blank">bayrischen Versammlungsgesetz</a>, das zusätzliche neue Straftatbestände definiert, und als Prototyp ähnlicher Gesetze auch in anderen Bundesländern gehandelt wird, stellt die persönliche Haftung für Anmelder von Demonstrationen schlicht ein unkontrollierbares Risiko dar, was dazu führen wird, dass sich zukünftig kaum noch jemand bereit erklären kann, Versammlungen oder Demonstrationen anzumelden.</p>
<p>Das Demonstrationsrecht hätte sich damit durch die Hintertür verabschiedet, und bliebe zukünftig finanzstarken Organisationen vorbehalten, die ggf. einen massiven und durchsetzungsfähigen Ordnungsdienst gegen die eigenen Demonstrationsteilnehmer in Stellung bringen könnten. Die Durchsetzung auch weiterhin nicht angemeldeter Versammlungen und Demonstrationen ist daher nicht etwa die moderne Variante eines &#8220;Räuber und Gendarm&#8221;-Spieles, sondern dient der notwendigen Verteidigung der Möglichkeiten, Widerstand zu leisten und sich öffentlich wahrnehmbar zu artikulieren.</p>
<p>Wie das Karlsruher Urteil gezeigt hat, hätte z.B. eine Anmeldung der Wuppertaler autonomen 1.Mai Demonstration dazu führen können, jemanden für die &#8211; in der Stellungnahme des NRW-Innenministeriums u.A. angeführte &#8211; Vermummung einiger Teilnehmer oder für die mit Seilen verbundenen Transparente haftbar zu machen &#8211; ohne jede Notwendigeit, einzelne &#8220;Verstösse&#8221; individuell nachzuweisen.</p>
<p>Die Festnahme der 199 hätte eine Anmeldung der Demonstration hingegen mit Sicherheit nicht verhindert.</p>
<p><strong>04 &#8211; Die arme Stadt:</strong><br />
Kurz nach der Veröffentlichung des <a title="Zum ursprünglichen Artikel" href="http://um3000.twoday.net/stories/4943232" target="_blank">Ursprungsbeitrages</a> wurde ein <a title="pdf-Download der Pressemitteilung" href="http://www.hwwi.org/fileadmin/hwwi/Mediencenter/Pressemitteilungen/2008_Pressemitteilungen/2008-05-30_PI_Staedte.pdf" target="_blank">Ranking</a> des wirtschaftsfreundlichen Thinktanks <a title="Zur HWWI-Website" href="http://www.hwwi.org/" target="_blank">&#8220;Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Institut&#8221; (HWWI)</a> publik, in dem Wuppertal von 30 untersuchten grossen Städten Deutschlands auf dem vorletzten Platz landete, und über das u.A. auch in der <a title="Zum Artikel der SZ" href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/712/177175" target="_blank">Süddeutschen Zeitung</a> bundesweit berichtet wurde.</p>
<p>Versteht man solche &#8211; z.B. auch von der neoliberalen Kampfmaschine INSM regelmässig durchgeführten &#8211; Untersuchungen seitenrichtig zu lesen, ergibt sich aus ihnen genau jenes Bild einer verarmenden Stadt, in der mehr und mehr Menschen in eine perspektivlose soziale Situation geraten. In der Analyse des Ist-Zustands tut es sich eben nichts, ob man ein Gebilde wie Wuppertal aus der Sicht der Gewinnmaximierung oder aus der Warte des ALG II-Empfängers betrachtet.</p>
<p>Die Rahmendaten sprechen eine eindeutige Sprache. Überrascht von solchen Ergebnissen sind daher weder Täter, noch Opfer des Neoliberalismus. Überraschen können solche Resultate bestenfalls schlichte Gemüter wie Stadtdirektor Johannes Slawig, der in einem vom WDR geführten Interview in bemerkenswerter Offenheit zugibt: <em>&#8220;Herr Slawig, bei der wirtschaftlichen Entwicklung deutscher Großstädte landet Wuppertal in der aktuellen HWWI-Studie weit abgeschlagen auf dem vorletzten Platz. Eine Überraschung für Sie?&#8221; &#8211; Johannes Slawig: &#8220;Das ist schon sehr überraschend.&#8221;</em></p>
<p>Vielleicht sollte sich Johannes Slawig doch mal etwas öfter mit normalen Bürgern der Stadt unterhalten, deren Direktor er sein will. Zum Beispiel mit dem einen oder der anderen der in der Stadt wohnenden Hartz IV-Bezieher. Die Verblüffung würde wohl geringer ausfallen. Muss man noch erwähnen, dass dem befragten Stadtdirektor darüberhinaus nichts einfällt, als weiter auf eben jene neoliberalen Instrumente zu bauen, die diese Stadt für viele Wuppertaler zunehmend erst zu einer feindlichen Umgebung machen?</p>
<p>Die politische Phantasie der lokalen politischen Funktionsträger beschränkt sich bei der Haushaltsplanung, der Stadtentwicklung oder auch der Kulturpolitik inzwischen nahezu ausschliesslich auf eine willfährige Bedienung privater und profitorientierter Interessen &#8211; und das auch noch weitgehend erfolglos, wie die o.a. Studie prima nachweist. Der eventuell vorhandene Rest an geistiger Kreativität geht dann leider für erbärmliches Postengeschacher der beiden, die Stadtverwaltung tragenden Parteien drauf, wie einem, zum Wochenende in der lokalen Monopolzeitung veröffentlichten Interview mit dem Parteivorsitzenden der Wuppertaler SPD, Dietmar Bell, zu entnehmen ist. Unmittelbare Interessen der Wuppertaler Bevölkerung, wie u.A. breitgefächerte Möglichkeiten zur Teilnahme am urbanen Leben oder kostenlose, bzw. zumindest günstige Kultur- und Nahverkehrsangebote kommen hingegen in ihren Überlegungen kaum noch vor. Umso zynischer und wirklichkeitsfremder wirkt da die am letzten Augustwochenende beim NRW-Tag beabsichtigte Selbstdarstellung der Stadt als &#8220;bergische Metropole&#8221; mit hoher Lebensqualität und günstigen Investitionsbedingungen.</p>
<p>Das haben inzwischen auch schon ganz andere erkannt, z.B. sogar die Süddeutsche Zeitung. Deren Einstieg in ihren Artikel zur HWWI-Studie liest sich wie eine Persiflage auf das Credo des Wuppertaler Oberbürgermeisters Peter Jung: <em>&#8220;Ein bisschen mehr Sonne in Wuppertal&#8230; Ein bisschen mehr Fröhlichkeit und weniger Grimmigkeit / und die Welt verändert ihren Lauf in Wuppertal.&#8221; So ungelenk diese Verse eines Wuppertaler Junglyrikers sein mögen, so klar ist doch ihre Botschaft: Der Stadt geht es nicht gut. Es steht zu befürchten, dass es zur Heilung mehr braucht als weniger Grimmigkeit.</em></p>
<p>Eben. Mehr Grimmigkeit. Viel mehr Grimmigkeit&#8230;</p>
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		<title>GUTE NACHT, FREUNDE&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 17:35:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Glückwunsch, Nichtraucher. Seit jetzt einer Woche habt ihr nun die Mehrzahl der gastronomischen Einrichtungen auch in NRW für euch allein. Und? Schon prächtig gefeiert? Mit &#8216;nem kecken Glas Sprudel, oder habt ihr es mal so richtig krachen lassen, und euch ein Glas Rotwein geteilt? Hat&#8217;s Spass gemacht, recht alleine in der Kaschemme zu hocken und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Glückwunsch, Nichtraucher. Seit jetzt einer Woche habt ihr nun die Mehrzahl der gastronomischen Einrichtungen auch in NRW für euch allein. Und? Schon prächtig gefeiert? Mit &#8216;nem kecken Glas Sprudel, oder habt ihr es mal so richtig krachen lassen, und euch ein Glas Rotwein geteilt? Hat&#8217;s Spass gemacht, recht alleine in der Kaschemme zu hocken und dem Treiben fröhlicher Menschen vor der Türe zuzusehen? Aber so kann es nicht lange weitergehen. Ist ja heute schon scheisse kalt draussen. Deswegen müssen wir dann jetzt mal los, obwohl es manchmal doch ganz nett war mit euch. Doch halt &#8211; &#8220;&#8230;was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette, und ein letztes Glas im Stehen&#8230;&#8221;</em></p>
<p><a href="http://um3000.org/trax/Freunde.mp3"><strong>+++ gute nacht, freunde – mey +++</strong></a><script type="text/javascript" src="http://mediaplayer.yahoo.com/js"></script></p>
<p><span id="more-65"></span></p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/smoke.jpg" alt="Rauchen" width="490" /></div>
<p>Also zünde ich mir jetzt erstmal eine an &#8211; während ihr eure Kalorien zählt, hier und da missmutig kleine Fältchen an euren neoliberal durchgefitteten Körpern betrachtet und euch an jeder Wegbiegung Sorgen um die Volksgesundheit macht &#8211; ziehe den Rauch tief ein, lasse ihn ein wenig wirken und blase ihn anschliessend ganz langsam schräg nach oben, damit ich ihn noch eine Weile durchs Zimmer ziehen sehen kann. Die im Aschenbecher abgelegte Zigarette produziert währenddessen dünne, blassblaugraue Rauchkringel, die sanft zwischen Tastatur und Monitor im fahlen Lichtschein durchs Büro tanzen, Gedanken und Assoziationen mit sich nehmend. Ein Raucherporno eben&#8230;</p>
<p>Derart angeregt, denke ich darüber nach, wie es so weit kommen konnte. Von den, bedeutungsvoll an den feuerlosen Bogart gereichten, Streichhölzern einer Bacall in &#8220;To Have and Have not&#8221; bis zur neuerdings behaupteten Verwandtschaft einer gerauchten Zigarette mit einem Gewalt-Gangbang. Zumindest, was Zeigbarkeit in Hollywood -Filmen oder im ZDF-Fernsehgarten angeht. Oder euren Schrecken über &#8220;öffentlich&#8221; konsumiertes Nikotin betrifft.</p>
<p>Was ihr nicht mehr begreift, weil euch eine <a title="Feiner SZ-Artikel zum Thema" href="http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/artikel/801/184226/" target="_blank">Blödness-Industrie ein Paket von Selbstzweifel und Komplex an den Hals gehängt hat</a>: Rauchen ist eine perfekte Zeiteinheit, vor dem Verlassen eines Ortes, zum Fassen eines Gedankens, zwischen einer Mahlzeit und dem folgenden Schnaps. Rauchen ist cool, weil Menschen, die inhalieren und dann kontemplativ den Rauch aus ihren Lungen entlassen, einfach gut und ernsthaft aussehen. Rauchen ist romantisch, weil orangerot aufleuchtende Zigarettenspitzen in der Dunkelheit eines runtergedimmten Raumes kleine Leuchtfeuer des Wachbleibens in einer uns gehörenden Nacht sind. Rauchen macht Freunde, weil gemeinsamer Konsum einer Zigarette ein sozialer Akt ist, der tatsächlich die Kommunikation anregt &#8211; und weil kollektives Berauschen ein Wesensmerkmal höherer Lebensformen ist. Seit langen Zeiten. Seit ganz langen Zeiten. Eigentlich schon immer.</p>
<p>Das alles wird euch aber wenig interessieren. Ihr werdet jetzt Sachen machen, die ihr euch schon ewig gewünscht habt: Mit euren Zwergen im Familienkreis in dunklen Blueskneipen abhängen. Endlich mal einen Chefsalat in der Pommesbude um die Ecke essen. Eure allerletzten Wellness-Erfahrungen oder eure Bätzing-Sammelbildchen hinter den Butzenscheiben einer eichegetäfelten deutschen Eckkneipe austauschen. Apropos Bätzing! Eine sozialdemokratische Drogenbeauftragte! Was ein wahnhaftes Konstrukt&#8230;</p>
<p>Ihr würdet jetzt bestimmt auch gerne mal in eine richtige Disko gehen &#8211; jetzt, wo ausser der Nebelmaschine nichts mehr qualmt. Eigentlich schon gerne, wenn&#8217;s da nicht so laut wäre, oder? Aber keine Sorge &#8211; gab&#8217;s nicht auch schonmal einen sozialdemokratischen Popbeauftragten?</p>
<p>So &#8211; zuende geraucht. Ich treffe mich jetzt gleich mit ein paar Freunden im Raucherclub um die Ecke. Schliesslich dient der Besuch einer Gaststätte dem Rausch. Gerne auch dem Vollen. Wenn ihr uns mal wiedersehen wollt &#8211; kein Problem &#8211; kommt doch vorbei. Wenn ihr zwischendurch dann mal frische Luft braucht, können wir uns gerne auch für &#8216;ne Weile vor die Tür stellen. in diesem Sinne &#8211; gute Nacht, Freunde&#8230;<br />
<script type="text/javascript" src="http://mediaplayer.yahoo.com/js"></script></p>
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		<title>HATE-RADIO</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 17:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kultur und alltag]]></category>
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		<category><![CDATA[Fussball EM]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Hate-Radio bezeichnet für gewöhnlich meist staatlich gesendetes Programm, das zum Hass auf bestimmte Ethnien oder auf religiöse oder politische Gegner anstachelt. Eine ganz neue Form von Hate-Radio, bzw. Hate-TV jedoch wurde in den Wochen der Fussball-EM durch die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands kreiert. Der Hass, der durch die Art der 24/7-Versendung bei mündigen Zuschauern entstand, war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Dossier zum Thema (engl.)" href="http://www.radionetherlands.nl/features/media/dossiers/hateintro.html" target="_blank">Hate-Radio bezeichnet für gewöhnlich meist staatlich gesendetes Programm, das zum Hass auf bestimmte Ethnien oder auf religiöse oder politische Gegner anstachelt</a>. Eine ganz neue Form von Hate-Radio, bzw. Hate-TV jedoch wurde in den Wochen der Fussball-EM durch die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands kreiert.</p>
<p><span id="more-62"></span>Der Hass, der durch die Art der 24/7-Versendung bei mündigen Zuschauern entstand, war Hass auf Johann Baptist Kerner, dem <a title="Jürgen Roth in der Frankfurter Rundschau" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/em_2008/?em_cnt=1351671" target="_blank">anderenorts</a> bereits eine Tracht Prügel gewünscht wurde, weil er &#8220;seinen Mund mit Wörtern füllt, die sich gegen ihre Einspeichelung nicht wehren können&#8221;; Hass auf Monica Lierhaus, deren einst ganz eventuell einmal vorhandene journalistische Zielsetzung mit jeder Sendeminute, die sie uns beplappern durfte, tiefer im Lago Maggiore hinter ihr verklappt worden ist; Hass auf ZDF-Sportstudio-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die mit ihrem üblen schwarz-rot-goldenen Dirndl (sic!) schlimmsten Augenkrebs verursachte und Hass überhaupt auf alle, die im Laufe der drei Wochen die unsägliche ZDF-Seebühne in Bregenz oder Waldemar Hartmanns EM-Club betreten haben. Doch Hass ist nie ein guter Ratgeber. Verstellt er doch den Blick auf ein Medien-Desaster, das weit über den Ekel vor einzelnen Personen hinausreicht und das einer rationaleren Betrachtung bedarf.</p>
<p>Offensichtlich wurde dies nochmals am vorgestrigen Montag, während der wohl schlimmsten Inszenierung der letzten Wochen, als in Berlin die Jubelorgie für die finalen Verlierer des Vortages parallel in nicht weniger als drei öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen wurde &#8211; eine Sendeplanung, die ansonsten eigentlich dem Papst und Königen vorbehalten bleibt. Wieder dabei: Lierhaus und Kerner, die als die neuen Cindy und Bert vor die Kameras und die angeblich Hunderttausende am Brandenburger Tor traten. Der eine salbaderte von &#8220;Grösse im Verlieren&#8221;, die andere salbte &#8220;unsere Jungs&#8221; nach ihrer Rückkehr von der Front, kicherte dabei wie ein Teenie und jazzte die letztlich doch sehr dürftige Performance des Teams zu einer &#8220;tollen Leistung&#8221; hoch. Den Rest ihrer Konzentration mussten beide im weiteren Verlauf dafür aufbringen, nicht auf ihrem eigenen Schleim auszurutschen, auf dem in der Folge zweifelhafte Popkulturgrössen Promoauftritte absolvierten und so das Erscheinen von &#8220;Jogi&#8221;, &#8220;Poldi&#8221; und &#8220;Schweini&#8221; vorbereiteten. Doch das geschenkt. Ausführlichere Stilkritik an der Art der Präsentation der Nationalmannschaft findet sich u.A. <a title="Geklonte Träume - Tagesspiegel" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/EM-2008-deutsche-Mannschaft-Fanmeile-Pocher;art17481,2562611" target="_blank">hier</a> oder <a title="Karnevals-Nationalmannschaft - FAZ" href="http://www.faz.net/s/RubB7A8FA5FA12D4B20A3A3B3662F3A2127/Doc%7EE8BA54F96563D4739BABE1A92102478B9%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">hier</a> in den Feuilletons der bürgerlichen Presse. Dabei wäre ein Verschieben des Themas in die Ressorts Medien und Politik längst angesagt.</p>
<p>Denn was der Aufritt der beiden öffentlich-rechtlichen Anheizer wirklich deutlich gemacht hat, ist, was bei den öffentlichen Leichenbeschauen der letzten Wochen tatsächlich zu begutachten war. Während <a title="Wiglaf Droste in der jungen Welt" href="http://www.jungewelt.de/2008/06-13/015.php" target="_blank">Wiglaf Droste in der &#8220;jungen Welt&#8221;</a> noch dachte, die zahlreichen Besucher eines &#8220;Public Viewings&#8221; betrachteten sich in diesem Sinne im Wesentlichen selber, und Fussballfans des Alltags fanden, dass es sich beim Objekt des nekrophilen Interesses eher um die kommerziell zerfledderten Überreste ihres Ballsports handelte, so wird in der Rückschau klar, welche Leiche tatsächlich in Deutschlands &#8220;Fan-Zonen&#8221; ausgestellt wurde. Es war der Kadaver eines öffentlich-rechtlichen (Sport-) Journalismus, von dem man dort gemeinsam fähnchenschwingend und hüpfend Abschied nehmen konnte.</p>
<p>Kerner, der erstaunlicherweise auch als Journalist geführt wird, Lierhaus und alle anderen aus den Sendebehörden haben in den zurückliegenden Wochen endgültig jedwede Art einer Distanz zum Objekt ihrer Berichterstattung aufgegeben. Kritische Nachfragen? Fehlanzeige. Distanzierte Berichterstattung über Spielverläufe? Nada. Hintergrundinformationen, die nicht mit der DFB-Zentrale abgestimmt waren? Nirgendwo.</p>
<p>Trotz vielstündiger Berichte vor und nach jedem Spiel, erfuhr man von einem fast handgreiflichen Konflikt zwischen dem Spieler Ballack und dem Teammanager Bierhoff im Anschluss an das Finale z.B. nichts, sondern musste warten, bis die Story am Folgetag durch Printmedien <a title="DFB-Elf: Trost im Trotz - SZ" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weltfussball/special/960/142646/index.html/sport/weltfussball/artikel/945/183374/article.html" target="_blank">nachgeliefert wurde</a>.</p>
<p>Trotz grosser und teurer Sportredaktionen bei ARD und ZDF gab es den einzigen im TV ausgestrahlten kritischen Kommentar zur sportlichen Leistung der Nationalmannschaft ausgerechnet von Rainer Holzschuh, sofern man das knurrige Gemurmel eines Günter Netzer nicht als Kritik überbewerten will. Holzschuh, Chefredakteur wohlgemerkt des <a title="kicker-online" href="http://www.kicker.de/" target="_blank">Kicker</a>, einem Magazin, das beileibe nicht in dem Ruf steht, mit dem Gegenstand seiner Berichterstattung allzu kritisch umzugehen, war der einzige, der sich im allgemeinen Taumel der Berliner Jubelperser-Veranstaltung weigerte, rundum mit Allem zufrieden zu sein. Dafür wurde sein Statement dann auch konsequenterweise zum Minoritätensender Phoenix abgeschoben, wo es die gute Laune nicht weiter trüben konnte.</p>
<p>Die Sportredaktionen der Öffentlich-Rechtlichen, die sich noch vor einem Jahr, anlässlich der Dopingfälle rund um den Radsport, den bigotten Heiligenschein eines kritischen Journalismus verpassten &#8211; nicht ohne dafür auch über Karrieren und Lebenswege zu gehen &#8211; sitzen tiefer denn je im Gedärm schwarz-rot-geiler Sport-Helden. Fragt man sich, wie es dazu kommt, gibt es zwei Erklärungsansätze.</p>
<p>Der erste wird durch die Wahl des Ortes der &#8220;DFB-Celebration&#8221; deutlich. War es bis 2006 ausgemachte Sache, dass Teams, die es angeblich verdient hatten, öffentlich in der Hauptstadt des Fussballs &#8211; in Frankfurt nämlich, dem Sitz der DFB-Zentrale &#8211; verabschiedet wurden, so wird seit der WM 2006 dieser hoheitliche Akt in der politischen Hauptstadt des Landes begangen.</p>
<p>Es ist wie in ganz simplen Verschwörungstheorien. Die Herrschenden bedienen sich inzwischen ganz offen des Volksvergnügens Fussball, um Stimmungslagen und Entwicklungen zu beeinflussen. Getreu der Aussage des faschistischen Diktators Portugals <a title="Wikipedia über Salazar" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ant%C3%B3nio_de_Oliveira_Salazar" target="_blank">António de Oliveira Salazar</a>, der auf die Frage, wie er sich so lange &#8211; nämlich 36 Jahre &#8211; habe an der Macht halten können, geantwortet haben soll, massgeblich seinen die &#8220;drei F &#8211; Fiesta, Fado und Fussball&#8221; gewesen &#8211; (Dank für diesen Hinweis an den türkischen Zeitungsverkäufer meines Vertrauens) &#8211; wird ein Ereignis wie die abgelaufene EM dazu benutzt, ein sozial und politisch auseinanderdriftendes Volk mittels eines aufgewärmten &#8220;Sommermärchens&#8221; vom zunehmend perspektivlosen Alltag und von unangenehmen Entscheidungen, wie z.B. der zusätzlichen Entsendung deutscher Soldaten nach Afghanistan abzulenken. Dass die Angelegenheit ganz offen als &#8220;Märchen&#8221; bezeichnet wird, ist dabei nicht mehr als eine zynische Randnotiz.</p>
<p>So einfach das erscheint, so richtig ist es. Aber nicht wirklich neu, denkt man an Salazar. Neu aber ist, dass hierfür die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten derart massiv in die Pflicht genommen werden. Anders, als mit vorhandenen Leitlinien und Sprachregelungen lässt sich nämlich kaum erklären, dass z.B. die öffentlich-rechtliche Bildregie eine im Stadion anwesende Kanzlerin häufiger zeigte, als am Spiel beteiligte Akteure. Begleitet wurden diese &#8211; oft genug den aktuellen Spielverlauf unterbrechenden &#8211; &#8220;Human -Touch&#8221; -Studien von Merkel dann obendrein von latent unterwürfigen Kommentaren, sodass das Ganze in seiner unkritischen Nähe beinahe an das rumänische TV der Ceauşescu-Ära erinnerte. Lediglich die Tatsache, dass Angela Merkel im Anschluss eines Spieles von einem beflissenen öffentlich-rechtlichen Stichwortgeber vor der UEFA-Sponsorenwand in Szene gesetzt wurde, gab uns einen Hinweis darauf, dass es, anders als bei Ceauşescu, offenbar doch noch höhere Mächte zu geben scheint.</p>
<p>Ebensowenig lässt sich anders als mit Vorgaben erklären, dass sämtliche Vor- und Nachberichte zum Halbfinale gegen die Türkei einer &#8211; nach wie vor in weiten Teilen rassistischen &#8211; Gesellschaft ein Wirklichkeitskonzept einer politisch gewünschten &#8220;Freundschaftsparty&#8221; überstülpten. Dass dabei real abgelaufene Türken-Hatzen wie in Magdeburg konsequent ausgeblendet wurden, versteht sich fast von selber. Die Frage, wielange die Sender dieses Bild einer grossen wohligen Harmonie hätten aufrechterhalten können, wenn es &#8211; bei einem verdienten Sieg der türkischen Mannschaft &#8211; nicht bei einzelnen Vorfällen geblieben wäre, musste glücklicherweise nicht beantwortet werden, weil das Tor in letzter Minute auf der &#8220;richtigen&#8221; Seite fiel. Obwohl &#8211; interessant wäre es schon gewesen, herauszufinden, ob sie vielleicht bereits vorproduzierte Hintergrundberichte über das Scheitern von &#8220;Multikulti&#8221; zur Verfügung gehabt hätten, um eine zu erwartende Aufwallung zu kanalisieren, oder ob die riesige Party zwangsweise auch im TV hätte weitergehen müssen.</p>
<p>Dass es bei den vielfachen medialen Diensten im Sinne einer fussballbefeuerten neuen &#8220;Du bist Deutschland!&#8221;-Kampagne nicht nur um vorauseilenden Gehorsam einzelner Sportredaktionen ging, sondern dass das ganze System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Dienst der Sache gestellt wurde, zeigte sich besonders im auf zehn Minuten verkürzten Allerheiligsten der Öffentlich Rechtlichen, den Hauptnachrichten in den jeweligen Halbzeitpausen. Diese schienen auf Zeit ebenfalls federführend vom &#8220;Sport&#8221; gemacht, und machten in der Regel nicht mit den politischen Schlagzeilen des Tages auf, die z.B. aus dem bereits angesprochenen Afghanistan-Mandat oder der geplanten Zentralerfassung aller Bürger bestanden hätten. Stattdessen eröffnete meist ein bereits zuvor gesendeter bunter Beitrag aus der Welt des zweiten &#8220;Sommermärchens&#8221; die Sendung. Hier ging es dann hauptsächlich um aktuelle Speisefolgen der Nationalspieler oder um Fragen wie &#8220;Tischtennis oder Yoga?&#8221; bzw. &#8220;Spielerfrauen oder Spielekonsole?&#8221;. Und selbst hier noch griff die Selbstzensur, in deren Fokus die Aufrechterhaltung der umfassenden Fröhlichkeit stand und durch die alles, was über das inszenierte &#8220;Märchen&#8221; hinausweisen könnte, ausgeblendet wurde. So wurde dem Zuschauer z.B. nicht zugemutet, die Nachricht, dass die Grossmutter des Spielers Mertesacker offenbar während der EM verstorben war, für ihn ein Besuch seiner Familie jedoch nicht ermöglicht werden konnte, in Relation zur Wichtigkeit der &#8220;Gipfel-Mission&#8221; &#8220;unserer Jungs&#8221; zu stellen.</p>
<p>Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich nicht nur mit ihren Sportredaktionen von seriösem Journalismus verabschiedet. Wer Augen hat, zu sehen, und Ohren hat zu hören, weiss das schon länger, die oben angeführten Fälle sind nur exemplarisch für nahezu täglich vorgeführtes Desinteresse an distanzierter, fundierter und objektiver Berichterstattung. In der Transformation eines Sportereignisses zu einer nationalen Weihe und in der täglichen Ballung über drei Wochen fiel es nur besonders auf. Wie weit die mit Gebühren zugeschütteten öffentlichen Sendeanstalten inzwischen aber tatsächlich von jedem glaubwürdigen Anspruch entfernt sind, wird ersichtlich, wenn man erkennt, dass sich mit ihnen nichtmals mehr eine Auseinandersetzung über journalistische Standards führen lässt, weil das Gegenüber die anerkannten Basics einer kritischen Berichterstattung negiert und so tut, als definierte es das, was Journalismus ausmacht, in eigener Regie neu. Selbstzufriedenheit und gefühlte Unfehlbarkeit wären dann der zweite Ansatz einer Erklärung für das mediale Desaster der letzten Wochen.</p>
<p>Eine Sache wäre es, ernsthafte Begründungen dafür zu hören, warum ARD und ZDF im Rahmen ihrer EM-Berichterstattung auf journalistische Minimalanforderungen lieber verzichten wollen. Darüber liesse sich notfalls streiten. Die andere Sache ist, wenn ohne jede inhaltliche Auseinandersetzung und ohne jede Kenntnisnahme vielfach geäusserter Kritik einfach behauptet wird, Kerner und Konsorten seien eben Qualitätsjournalismus, wie nachfolgend von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender in einer Pressemitteilung zum Erfolg der ZDF-Seebühne in Bregenz:</p>
<p><a title="Pressemitteilung im Wortlaut" href="http://www.presseportal.de/pm/7840/1218660/zdf" target="_blank">&#8220;Die Zuschauer haben uns für dieses Engagement belohnt. Rekordzahlen bei den Einschaltquoten, viel Lob und Anerkennung für Moderatoren, Reporter, Experten und Kommentatoren und eine Bildschirmpräsentation auf hohem Niveau zeichnen die Euro 2008 im ZDF aus […]<br />
Das große Auge aus der Opernkulisse der Tosca-Aufführung ist in diesem Sommer zum Symbol für journalistische Qualität und die Leichtigkeit bester Fernsehunterhaltung geworden&#8230;&#8221;</a></p>
<p>Man nennt es wohl selektive Wahrnehmung, wenn nicht einmal planerische Katastrophen, wie ein offenbar nicht vorhandener Regenschutz für Moderatoren und Geräte auf der ach-so-tollen Bregenzer Seebühne, die Freude über eine &#8220;Bildschirmpräsentation auf hohem Niveau&#8221; trüben können. Angesichts eines solchen Selbstbildes, bei dem eigentlich ständig die Gefahr bestehen muss, sich beim selber-auf-die-Schulter-schlagen den Arm zu verrenken, und vor Allem angesichts einer immer offener betriebener Funktion als Propagandaapparat der Regierung, erscheint jeder Versuch, über die weitere Existenzberechtigung öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten zu diskutieren, sinnlos. Der eigentlich ganz guten Idee, unabhängige Medien zu produzieren, die sich anderen Werten als denen der Profiterwirtschaftung verpflichtet fühlen, wird von Akteuren wie Nikolaus Brender und durch Journalisten-Darsteller wie Johannes B. Kerner oder Monica Lierhaus jede weitere Grundlage entzogen.</p>
<p>Passend dazu auch ein Zitat von dogfood, der bei <a title="Zu Dogfoods Blog" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2008/06/29/em2008-finale-deutschland-%e2%80%93-spanien/" target="_blank">allesaussersport</a> &#8211; (einem im Übrigen jederzeit lesenswerten Blog zu Sport im Fernsehen) &#8211; nicht nur die oben angeführte ZDF-Pressemitteilung ausgegraben hat, sondern auch zu ganz ähnlichen Schlüssen kommt, obwohl er sich eigentlich als Befürworter des öffentlich-rechtlichen Sendesystems zu erkennen gibt:</p>
<p><em>&#8220;Wenn Führungspersonal eines Senders abseits jedes Geschmäcklerischen so tief und ohne Not in die Propagandakiste greift, ist jegliche ernsthafte Auseinandersetzung sinnlos. Das Maß der Verblendung macht deutlich, dass hier nur noch aus einer autistischen Binnensicht heraus argumentiert wird. Es macht schlichtweg keinen Sinn hier noch journalistische Maßstäbe ansetzen zu wollen. Hier hat sich etwas verselbstständigt und es wäre Kraftvergeudung es vor seinem Tod, vor seiner Implosion zu versuchen zu verändern.&#8221;</em></p>
<p>Wären die Verwalter und Vergeuder immenser Geldberge in den Gremien der Sendeanstalten weniger realitätsfremd &#8211; es sollte ihnen Angst machen, wenn sich Leute wie dogfood, aber auch viele andere, die sich normalerweise mit der Idee nichtkommerzieller Sender durchaus identifizieren können, inzwischen vorstellen können, auf sie zu verzichten. Denn ob sie sich an dem Tag, an dem ihre Existenzberechtigung allgemein infragegestellt werden wird, darauf werden verlassen können, von jenen verteidigt zu werden, denen sie ohne Not jeden journalistischen und kritischen Anspruch opfern &#8211; sei es das Publikum oder die Politik &#8211; darf massiv bezweifelt werden.</p>
<p>beeeeeeeeeeeeeeep&#8230;.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://www.um3000.org/images/ZDF.jpg" alt="" width="490" height="368" /></p>
<p>Credits:<br />
Das verwendete Testbild stammt von Herbert Kalsers toller Testbildsammlung <a title="Zur TV-Testbild-Sammlung" href="http://www.tv-testbild.com/" target="_blank">tv-testbild.com</a></p>
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		<title>HEH, IHR FUSSBALLEXPERTEN!</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 17:23:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sollte die laufende EM am UMLOG spurlos vorbeigehen. Das alles ist zuviel, zuoft, zu lästig. Aber jetzt habt ihr euch, Teilzeit-Fussballexperten und -expertinnen, Lifestyle-Deppen und Fähnchenträger, gestern Abend eine ernste Ermahnung verdient. Also &#8211; bevor ihr euch das nächste Mal den Feinsand im sogenannten Wupperbeach an der Stadthalle ins Hirn stopft und öffentliches, gemeinsames [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sollte die laufende EM am UMLOG spurlos vorbeigehen. Das alles ist zuviel, zuoft, zu lästig. Aber jetzt habt ihr euch, Teilzeit-Fussballexperten und -expertinnen, Lifestyle-Deppen und Fähnchenträger, gestern Abend eine ernste Ermahnung verdient.</p>
<p><span id="more-58"></span>Also &#8211; bevor ihr euch das nächste Mal den Feinsand im sogenannten Wupperbeach an der Stadthalle ins Hirn stopft und öffentliches, gemeinsames Fernsehgucken zelebriert, tut mir einen Gefallen. Lasst euch, solange euer Restverstand noch nicht von den ganzen tollen Cocktails und den superschicken Alkoholmixgetränken dahingerafft ist, von einem Fachmann mal Folgendes erklären: Es hat Fussball schon vor 2006 gegeben! Echt! Irgendein Onkel in eurer Verwandtschaft wird schon Bescheid wissen.</p>
<p>Da gibt es solche Geschichten und solche. Es gibt Sachen, die gehen, und Sachen die gehen nicht. Laut für holländische Tore jubeln, geht zum Beispiel gar nicht. Auch nicht, wenn sie gegen Italien fallen.</p>
<p>Ich weiss&#8230; Die doofen, doofen Italiener haben euch vor zwei Jahren euer schönes Sommermärchen kaputtgemacht. Ich weiss, orange steht euch ziemlich gut. Vor allem im Sommer. Trotzdem.</p>
<p>Ach ja, und wo wir schonmal dabei sind: Ab der 83. Spielminute eines ersten Turnierspieles hupend durch die Stadt zu fahren, wie es am Tag davor beim Spiel gegen Polen geschehen ist, nur um irgendwie auch mal Erster zu sein, ist wirklich ganz blöd. Fragt mal den Fachmann, der euch erklären soll, wie lange es eigentlich schon Fussballspiele gibt. Der kann euch auch erklären, wielange sie so normalerweise dauern. Neunzig Minuten nämlich. Mindestens. Und das nächste ist immer das schwerste.</p>
<p>Das beste wäre aber, ab morgen gäb&#8217;s durchgängig Fritz-Walter-Wetter. Wenn ihr jetzt nicht wisst, was das wieder ist &#8211; macht nix, merkt ihr schon.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://www.um3000.org/images/experten.jpg" alt="" width="490" height="326" /><br />
Credits: Das verwendete Foto stammt aus einer Fotoserie zur WM 2006 von <a title="Zur FLICKR-Seite von lordkhan" href="http://flickr.com/photos/lordkhan/" target="_blank">lordkhan</a>, und steht unter einer <a title="Zu den Lizenzbedingungen des Fotos" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank">creative commons</a>-Lizenz.</p>
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		<title>TV-EYE &#8211; ARTE-TIP &#8211; MARADONA</title>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 17:16:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon morgen, also Samstag, 31.05., wiederholt ARTE bereits um 14°° Uhr nochmals eine Dokumentation in Filmlänge über Diego Maradona. Dieser wahrhaft phantastische Film aus dem Jahr 2006, der kurz vor der WM bereits einmal ausgestrahlt wurde, erzählt die einzigartige Geschichte von Diego Armando Maradona so voller Anteilnahme, dass es jedem wirklichen Fussballfan mehrfach Tränen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Schon morgen, also Samstag, 31.05., wiederholt ARTE bereits um 14°° Uhr nochmals eine Dokumentation in Filmlänge über Diego Maradona. Dieser wahrhaft phantastische Film aus dem Jahr 2006, der kurz vor der WM bereits einmal ausgestrahlt wurde, erzählt die einzigartige Geschichte von Diego Armando Maradona so voller Anteilnahme, dass es jedem wirklichen Fussballfan mehrfach Tränen der Rührung in die Augen treibt &#8211; auch beim wiederholten Ansehen.</p>
<p></em></p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/diego.jpg" alt="Screenshot Maradona" width="490" /></div>
<p><span id="more-56"></span>Neben sensationellen, teilweise noch nie gesehen Aufnahmen aus Argentinien, legendären Toren, ausgelassenen, zuvor selbst herausgeszauberten Gross-Chancen, menschenverachtenden Fouls &#8211; (<a title="Wikipedia-Eintrag zu Goikoetxea" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andoni_Goikoetxea_Olaskoaga" target="_blank">Goikoetxea, der &#8220;Schlächter von Bilbao&#8221;</a> !!!) &#8211; und ebensolchen Geschäftspraktiken, zeigt der Film vor allem die Bedeutung Maradonas für ein Argentinien unter wechselnden unfähigen Staatschefs, für ein benachteiligtes Süditalien mit seinem Underdogverein <a title="Wikipedia-Eintrag zum SSC Neapel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/SSC_Neapel" target="_blank">SSC Neapel</a>, und für Fusballfans weltweit, die Maradona bis zum heutigen Tag als einen der ihren betrachten.</p>
<p>Durch die filmische Erzählung zu Maradonas Karriere, seiner Herkunft, seiner Leiden und seiner Fehltritte, arbeitet der TV-Bericht &#8211; so gut wie zuvor nur sehr selten ein Film &#8211; heraus, was, im Gegensatz dazu, heutiger, &#8220;moderner&#8221; Fussball bedeutet.</p>
<p>Der Weltstar Diego Maradona war der letzte seiner Art. Erschien einem der entfachte Hype um Diego zu seiner aktiven Zeit &#8211; vor allem nach seinem Wechsel nach Europa &#8211; schon damals als zuviel, so haben doch erst die Jahre, die seinem Karriereende folgten, deutlich gemacht, wie die Magie, die Fussball einmal ausgemacht hat, tatsächlich noch zerstört werden sollte.</p>
<p><a href="http://www.um3000.org/images/diego_wm.jpg" title="Foto vergrössern" target="_blank" rel="lightbox[56]"><img src="http://www.um3000.org/images/diego_wm.jpg" alt="Diego bei der WM" height="200" align="right" hspace="8" vspace="2" /></a>Maradona war der letzte Weltstar, der nur deshalb zum Weltstar wurde, weil er gerne und sehr, sehr gut Fussball gespielt hat &#8211; nicht, weil er für Ausrüster und Premium -Sponsoren gut gepasst hätte. Für diese war er Zeit seiner aktiven Laufbahn &#8211; und auch danach &#8211; eher kontraproduktiv. Diego Armando Maradona war immer &#8211; und er ist es noch, wie die Bilder der WM gezeigt haben &#8211; einer von denen, die allwöchentlich in irgendeiner Kurve stehen &#8211; mit allen Fehlern, allen Emotionen, aller Überheblichkeit und Dummheit, die normalen Menschen zu schaffen machen. Und gleichzeitig mit einer Lust am Rausch, einem Empfinden für den einen Moment des Glücks und einer unberechenbaren Hingabe, die nicht in Berechnungen einer Wirtschaftlichkeit ausgedrückt werden können.</p>
<p>Nach Maradona haben sie sich ihre neuen Weltstars herangezüchtet. All&#8217; die Ronaldos, Beckhams und Ballacks, die alle die gleichen Rhetorik-Seminare für Nachwuchsleuchten durchlaufen, die ihre Deals mit der Boulevardpresse machen und die auch noch in der edelsten V.I.P.-Lounge fein herzeigbar sind. Die, die ihrem Ausrüster zuliebe &#8211; zwecks Markteroberung &#8211; mal eben den Verein wechseln und doch niemals zu einem Kleine-Leute-Club wie Napoli gehen würden. Die, die nichts geben, ausser einem unterhaltsamen Kick und bunten Meldungen auf den Society-Seiten der Zeitungen. Nichts sonst, und schon gar keine Liebe.</p>
<p>Die FIFA hat im Zusammenspiel mit Adidas, Nike und anderen aus Diego gelernt und die &#8211; im Vergleich zu ihr fast volkstümliche &#8211; Mafia weitestgehend aus dem Geschäft gedrängt. Ein Diego Armando Maradona &#8211; einer der nie vergessen hat, wo er hergekommen ist, und der weder von den gegnerischen Abwehrspielern, noch von Aktiengesellschaften kontrollierbar gewesen ist &#8211; sollte ihnen nie wieder passieren&#8230;</p>
<p>Als Maradona noch aktiv gekickt hat, konnte ich ihn nicht übermässig schätzen, was mir heute noch leidtut &#8211; zu überlegen war er im Vergleich zu meinen damaligen Helden. Heute jedoch liebe ich ihn. Tausend-, ach was, hunderttausendmal lieber sehe ich einen havanarauchenden Diego im blau-weissen Trikot auf der Tribüne des WM-Stadions, als einen weichgespülten, zweibeinigen Markenartikel bei einer geckenhaften FIFA-Gala. Sie haben ihn nie geliebt. Bezeichnend, dass die FIFA Diegos (Internet-) Volkswahl zum <a title="Spiegel-Online Artikel zur Wahl" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,106820,00.html" target="_blank">Fussballer des Jahrhunderts im Jahr 2000 nicht einfach akzeptiert hat</a>, sondern ihm per Order der Funktionäre stattdessen den erektionsgestörten Pele vorzog.</p>
<p><strong>Maradona, der Goldjunge</strong> &#8211; Film von <a title="IMDb zum Regisseur" href="http://german.imdb.com/name/nm1170278/" target="_blank">Jean-Christophe Rosé</a> ARTE, 31.05.2008, 14°° Uhr</p>
<p><strong>Wer das noch nicht gesehen hat: Angucken. Echt.</strong></p>
<p><em>O Mamma, mamma, mamma &#8211; O Mamma, mamma, mamma<br />
sai perchè mi batte il corazon &#8211; Ho visto Maradona,<br />
ho visto Maradona, ho visto Maradona, ed innamorato son!</em></p>
<div align="center">
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/e4GcjDFfRc8?rel=0" frameborder="0" width="500" height="405"></iframe></p>
<p>Video aus der Curva des SSC Neapel anlässlich von Maradonas Besuch an alter<br />
Wirkungsstätte nach seiner Genesung zu <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Ciro Ferraras" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ciro_Ferrara" target="_blank">Ciro Ferraras</a> Abschiedsspiel im Jahr 2005.<br />
Das <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zum Stadion des SSC Neapel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stadio_San_Paolo" target="_blank">Stadio San Paolo</a> war an diesem Tag mit über 70.000 Zuschauern ausverkauft.</p>
</div>
<p><em>Persönliches P.S. für den Billy Bragg vom Ölberg: Falls du den Film verpasst &#8211; ich werde ihn wohl auch als Oldschool-VHS aufnehmen&#8230;</em></p>
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		<title>REPRESSIVE STADT IM GRÜNEN</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 17:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kiez und umgebung]]></category>
		<category><![CDATA[lüge und wahn]]></category>
		<category><![CDATA[plan und aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[zorn und selbstkontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[1.Mai]]></category>
		<category><![CDATA[Autonome]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeigewalt]]></category>
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		<description><![CDATA[Gastbeitrag vom grauen Block. Seit über zwanzig Jahren gehört die autonome 1. Mai-Demonstration zu den durchaus liebgewonnenen politischen Ritualen in der langen, schmalen und sehr seltsamen Aktionistenstadt im Bergischen. Nicht zuletzt deshalb war die, duch das &#8220;Ubutu&#8221;-Konzert auf dem Dach des alten Panzerkreuzers übermittelte, hedonistische Bekundung der Solidarität zum 1. Mai 2001 auch der Startpunkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gastbeitrag vom <em>grauen Block</em>. </strong></p>
<p>Seit über zwanzig Jahren gehört die autonome 1. Mai-Demonstration zu den durchaus liebgewonnenen politischen Ritualen in der langen, schmalen und sehr seltsamen Aktionistenstadt im Bergischen. Nicht zuletzt deshalb war die, duch das &#8220;Ubutu&#8221;-Konzert auf dem Dach des alten Panzerkreuzers übermittelte, hedonistische Bekundung der Solidarität zum 1. Mai 2001 auch der Startpunkt für urbanistic movement 3000.</p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/ubutu_2001.jpg" alt="UBUTU 01.05.2001" width="490" /></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><span id="more-50"></span>Strasse frei für den ersten Mai!</p>
<p>Notorisch startet der absichtsvoll noch nie angemeldete Demonstrationszug im Arbeiterquartier auf jenem anderen Berg des Elberfelder Nordens, der in der Stadtgeschichte schon oft ein Widerständischer war, um sich dann, unterhalb des Versammlungsplatzes, seinen Weg durch die prekären, schmalen Strassen hinunter zur Nord-Süd-Achse zu suchen, die es zu überwinden gilt, um schliesslich durchs Gewirr des Ölbergs zu seinem alljährlichen Ziel am Otto-Böhne-Platz zu finden.</p>
<p>Jahre mit weitgehend störungsfreien Verläufen wechselten sich ab mit Jahren voller kleinerer Scharmützel um Raumgewinne und wandernde Kessel. Stets jedoch durchquerte die <a title="Homepage - Autonomer 1.Mai in Wuppertal" href="http://erstermaiw.blogsport.de/" target="_blank">autonome 1. Mai-Demonstration</a> die Elberfelder Nordstadt und erreichte letztlich ihren Zielort.</p>
<p>Donnerstag vor drei Wochen jedoch drangen erstmals keine Traditions-Rufe nach internationaler Solidarität und keine Forderungen nach plötzlicher Umverteilung gesellschaftlicher Reichtümer durch die geöffneten Fenster der Nordstadtquartiere.</p>
<p>Nicht, dass darauf alllzu gespannt darauf gewartet worden wäre.</p>
<p>Am Abend jedoch, als in ersten Medienberichten aus Hamburg und Berlin die vorbereitete Empörung über Chaoten und Gewalttäter aus dem Archiv der Sender geholt wurde, wurde langsam klar, dass etwas im heimischen Feiertagssoundtrack gefehlt hatte.</p>
<p>Der Grund dafür machte im Laufe des Abends und des nächsten Tages die Runde &#8211; <a title="zum Artikel bei indymedia" href="http://de.indymedia.org/2008/05/215597.shtml" target="_blank">die Demonstration war erstmals bereits am Ausgangspunkt durch Horden gepanzerter Staatsmacht aufgehalten und gewaltsam aufgelöst worden</a>.</p>
<p>Hierzu wurde der Demonstrationszug an einer strategisch günstig gelegenen Stelle eingekesselt und geteilt, es wurden Leute verprügelt, mit Pfefferspray eingenebelt und anschliessend nach und nach einzeln aus der Gruppe gezogen. Die Teilung des Demonstrationszuges in zwei Teile stellte dabei offenkundig soetwas wie einen Testlauf für zukünftige Einsatzszenarien dar.</p>
<p>Am Ende des somit erstmals gescheiterten Demonstrationsversuches hatten die Zugreiftruppen unterhalb des ehemaligen Exekutions- und Exerzierplatzes schliesslich über 200 Demonstranten verhaftet.</p>
<p>Ziel der Masseninhaftnahme war, neben der Erbeutung personenbezogener Daten, mit denen sich die Schäubleschen Präventivdateien weiter anfüttern lassen, offenkundig die Durchsetzung des ultimatives Anspruches der lokalen Polizeiführung und der Stadtspitze, keine unangemeldeten Proteste und Versammlungen in Wuppertal mehr zuzulassen.</p>
<p>Argumente, Anlass des Einsatzes sei ein militanter Demonstrationsverlauf gewesen, bei dem es massive Angriffe auf Polizisten gegeben habe, dürfen getrost als vorgeschoben betrachtet werden. Dass dies nicht so war, wird u.A. auch durch Videos belegt.</p>
<p>Und die, am Abend des 1. Mai seitens der Polizeiführung aufgestellte Behauptung, Beamte seien mit Brennspiritus bespritzt worden, womit wohl suggeriert werden sollte, Wuppertaler Autonome hätten sich brennende Polizisten gewünscht, stellte üble Hetze dar, die wohl der gleichen Inspirationsquelle entstammte, wie der seinerzeitige &#8220;Säureangriff&#8221; duch die Pustefix-Squad der <em>clowns army</em> am Rande des G8-Gipfels.</p>
<p>Einige Tage danach beschränkten sich die konkret aufrechterhaltenen Vorwürfe gegen den Demonstrationszug dann auch grösstenteils auf Verstösse gegen das Vermummungsverbot &#8211; gemeint waren hierbei auch Sonnenbrillen &#8211; und näherten sich damit der eigentlichen Motivation des Polizeieinsatzes &#8211; eben einer exemplarische Verhinderung unkontrollierter und unangemeldeter Proteste &#8211; deutlich an.</p>
<p>Dass an den ersten Statements der Polizeiführung wenig dran gewesen ist, liess sich dann auch aus einer nur geringen medialen Aufmerksamkeit für das Geschehen am Ostersbaum herauslesen. Die Berichte beschränkten sich auf kurze Meldungen im regionalen Presse-Umfeld und standen in keinem Verhältnis zur ausufernden Darstellung des in Hamburg und Berlin Abgelaufenen.</p>
<p>Angesichts der Anzahl der Verhaftungen, die in Wuppertal so hoch war, wie in Hamburg und Berlin am selben Tag zusammengerechnet, bewies das Schweigen der Presse damit nicht nur, dass der Schutz des &#8211; auch spontanen &#8211; Demonstrationsrechts für sie niemals soviel wiegt, wie brennende Autos, es bedeutete auch, dass in Wuppertal am 1.Mai eben keine, einen Bericht lohnende, Militanz stattgefunden hatte.</p>
<p>Das, was dieses Jahr am 1. Mai im Kiez am Platz der Republik geschehen ist, stellte jedoch nur einen neuen Höhepunkt konfrontativer Ordnungspolitik dar, die in Wuppertal seit einiger Zeit nicht-konformen Verhaltensweisen zuteil wird.</p>
<p>Die gewaltsame Auflösung der <em>autonomen 1. Mai-Demo</em> steht in einer Reihe mit <a title="zum Artikel bei indymedia" href="http://de.indymedia.org/2007/06/183548.shtml" target="_blank">brachial verdroschenen Punks</a> im letzten Sommer, die frustriert vom G8-Gipfel zurückkehrenden Kampfgruppen unter die Knüppel gerieten, dem <a title="zum Artikel bei indymedia" href="http://de.indymedia.org/2008/01/204608.shtml" target="_blank">Verbot</a> einer <a title="zur Homepage der Ausstellung " href="http://gegenpolizeigewalt.blogsport.de/" target="_blank">Ausstellung zu Polizeigewalt</a> in städtischen Räumen durch <em>OB Jung</em> in diesem Januar, und der <a title="zum Artikel bei indymedia" href="http://de.indymedia.org/2008/01/204705.shtml" target="_blank">polizeilichen Auflösung einer Filmvorführung</a> des <em>Wuppertaler Medienprojektes</em> zum gleichen Thema auf dem Willy-Brandt-Platz am Folgetag des Ausstellungsverbotes.</p>
<p>Ergänzt wird diese &#8220;harte Linie&#8221; der Wuppertaler Ordnungspolitik abseits der öffentlichen Wahrnehmung zudem durch zunehmend autoritärer auftretende und durch Bereitschaftspolizei in Gewaltanwendung geschulte lokale Ordnungskräfte, die immer häufiger miese Machtphantasien an Wohnungslosen, Migranten, Junkies und sonstigen &#8220;randständigen Existenzen&#8221; ausleben.</p>
<p>Obwohl zunehmende staatliche Repression überall ein Thema darstellt &#8211; nicht nur, wenn man an die Begleitumstände des letztjährigen <a title="Zum ausführlichen Online-Dossier der jungen Welt zum G8-Gipfel 2007" href="http://www.jungewelt.de/g8/" target="_blank">G8-Gipfels</a> denkt &#8211; lohnt es dennoch, sich einmal mit spezifischen lokalen Hintergründen dieser städtischen Eskalationsstrategie zu beschäftigen.</p>
<p><a href="http://www.um3000.org/images/WZ_firstmay.jpg" title="WZ am 03.05.2008, jpg 3,1mB" target="_blank" rel="lightbox[50]"><img src="http://www.um3000.org/images/WZ_firstmay.jpg" alt="WZ am 03.05.08" width="200" height="142" align="right" hspace="8" vspace="2" /></a>Dabei hilft es ausnahmsweise, einen Blick in jene Ausgabe der Westdeutschen Zeitung zu werfen, in der über den Demonstrationsverlauf am 1. Mai 2008 berichtet wird. Auf der &#8211; dem Artikel zur Demonstration gegenüberliegenden Seite, erzählt die WZ am gleichen Tag von einer seit dem Umzug der <em>Wuppertaler Tafel</em> in neue Räume um 20% angestiegenen Nachfrage nach Mahlzeiten und Elementarversorgung.</p>
<p><strong>Keiner wie wir. Oder: Wuppertaler Befindlichkeiten.</strong></p>
<p>Einen Zusammenhang zwischen beiden Artikeln stellt der lokale Medienmonopolist natürlich nicht her. Im Gegenteil. Der Anstieg bei der Inanspruchnahme einer Almosen-Notversorgung wird von der <em>WZ</em> albernerweise auf den verbesserten Service der <em>Wuppertaler Tafel </em>und das Engagement eines neuen Kochs zurückgeführt, was schliesslich sogar in der dreisten Frage an die Leser gipfelt, ob mit dem Angebot an Lebensmittelresten und Nahrungsspenden der lokalen Gastronomie und dem Wuppertaler Einzelhandel nicht eine unfaire Konkurrenz erwachsen ist.</p>
<p>Diese Interpretation passt im Grundton nicht nur zur &#8211; im letzten Jahr angezettelten &#8211; Kampagne der Zeitung gegen biertrinkende Menschen auf städtischen Plätzen, die sich das kultivierte Weizen im Strassencafé nebenan gar nicht leisten könnten, es passt auch zur Inszenierung einer der ärmsten und perspektivlosesten Städte Deutschlands als normale und lebenswerte Stadt ohne besonderes soziales Konfliktpotential, in der bestenfalls Einzelne ein paar selbstverschuldete Probleme haben, wo ansonsten jedoch ein niedlich-lokalpatriotisches Klima vorherrscht, mit dem die finanzpolitische Krise der Stadt schon gemeinsam gemeistert werden wird.</p>
<p>Dieses verlogene Selbstbild, das davon motiviert ist, im Konsens aller Wuppertaler nach Aussen einen schönen Schein zu wahren, lässt jede systemimmanente Kritik an der vorgeblich alternativlosen Politik des CDU-dominierten Stadtrates ins mediale Leere laufen. Doch wo einerseits konsumfixierte Grossinvestitionen angeschoben werden, wird an anderer Stelle unter Verweis auf Haushaltssperren bei sozialen und kulturellen Aufgaben gnadenlos gestrichen. Während einerseits zur Absicherung eines konservativ -sozialdemokratischen Proporzes im Stadtrat, einstmals mit den Stimmen der CDU gewählte, Dezernenten der Grünen ohne Aufgabenbereich voll finanziert werden, werden andererseits immer mehr öffentliche Aufgaben durch billige Ein-Euro-Kräfte erledigt.</p>
<p>Dies allein macht die lange, schmale und seltsame Aktionistenstadt noch nicht zu einer Besonderheit. Auch andere Städte verfahren durchaus ähnlich.</p>
<p>Nur an wenigen Orten jedoch sind die anwachsenden sozialen Gegensätze auf derart engem Raum anzutreffen. Die topographische Lage Wuppertals und eine gewachsene Kleinteiligkeit der einzelnen Stadtteile verhindern bislang das Entstehen reiner Armutsgebiete, wie auch die Etablierung abgesicherter Reservate für diejenigen, die noch etwas zu verlieren haben.</p>
<p>In Wuppertal sind Arme &#8211; aller auch hier zunehmenden Segregation zum Trotz &#8211; mitten unter den Profiteuren neoliberaler Umverteilungspolitik und mitten unter jenen, die sich in ihrer eigenen Absturzangst gerne von den bereits Abgestürzten abgrenzen würden. Daran können auch die in den letzten Jahren massiv geförderten privatisierten Einkaufstempel der Innenstadt, in denen sich Wuppertal von einer Stadt für alle in Zonen privaten Hausrechts für Wenige verwandelt hat, nichts ändern.</p>
<p>So durchwühlen die einen im engen Talkessel der Innenstadt den Müll auf der Suche nach Essbarem, während die anderen zeitgleich auf der Suche nach katalogisiertem Freizeitvergnügen in immer teureren Sportwagen an ihnen vorbeicruisen. So trinken die einen auf öffentlichen Plätzen gemeinsam ihre per Leergutabgabe erstandene prekäre Kanne Bier, während in Geruchsweite Gruppen von Jungerben im Strassencafé direkt nebenan sitzen und sich mit Modegetränken zuschütten.</p>
<p>Das Irritierende daran: Es kommt bislang kaum zu Konfrontationen.</p>
<p><em>WZ-Chefredakteur Robert Maus</em>, dem auf öffentlichen Plätzen Biertrinkende unbehaglich sind, muss noch keine Angst haben, dass ihm seine Einkaufstüten unter Androhung von Schlägen weggenommen werden, und der stolze Neubesitzer eines Mercedes-Cabrios muss noch nicht befürchten, dass plötzlich das echte Leben zusteigt und ein neues Fahrtziel vorgibt. Die Kriminalitätsrate Wuppertals liegt deutschlandweit noch immer am untersten Ende der Statistiken.</p>
<p>Es herrscht bislang eine scheinbar friedliche Koexistenz zwischen jenen, die ihr motorisiertes Gemächt zur Schau stellen und jenen, die von ihrem ALG II &#8211; Regelsatz nichtmal eine Tankfüllung monatlich für das Gefährt berappen könnten.</p>
<p>Dem amtierenden <a title="Wikipedia-Eintrag zu Peter Jung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Jung" target="_blank">CDU-OB Peter Jung</a>, der seine Karriere in einem sehr dörflichen Stadtteil auf Wuppertals Südhöhen begann, ehe er im Jahr 2000 eine korrupt verkommene sozialdemokratische Erbfolgeherrschaft ablöste, ist es offenbar gelungen, der alten Industriestadt an der Wupper, die sich früher durch politische Widerborstigkeit ausgezeichnet hat, erstickende dörfliche und familiäre soziale Regelmechanismen überzustülpen. Der hierfür propagierte eher kuschelige Lokalpatriotismus mit seinem harmlosen <em>wir Wuppertaler</em>, funktioniert dabei wie eine kleinbürgerliche Familie, die ihre kleinen, schmutzigen Geheimnisse nicht zu Markte trägt, und in der der Hausherr eben auch bestimmt, wer dazugehört oder als Nestbeschmutzer ausgegrenzt wird. Das skurrile Label des Stadtmarketings <em>Keiner wie wir</em> erhält so eine ganz eigene Bedeutung.</p>
<p>Dieses konstruierte <em>Wir </em> bezieht seine Identifikation bewusst nicht aus der aktionistischen und proletarischen Geschichte der Stadt, sondern aus Traditionen grossbürgerlichen Engagements und kleingeistigen religiösen Sektierertums, das vornehmlich auf den Südhöhen des Wuppertales beheimatet ist. Wer diesem Gemeinschaftskonzept nicht entspricht, hat weder Forderungen zu stellen, noch seine Andersartigkeit offensiv und bewusst auszuleben.</p>
<p>Die Armen der Stadt ducken sich so unter dem schönen Schein einer rituell beschworenen bergischen Heimeligkeit, der jedoch immer weniger aufrechterhalten kann, weil es am politischen Willen fehlt, dem Niedergang einer früher wohlhabenden Industriesiedlung menschenfreundliche urbane Konzepte entgegenzusetzen. Vielfältige Beschwörungen öffentlich-privater Partnerschaften als einzigem Ausweg aus der Krise, eine bizarre Tourismusförderung zwischen putzigen Elefantenbabies und merkwürdigen Paraden pinguinförmiger Litfass-Säulen und &#8211; bei gleichzeitigem Wehklagen über den städtischen Haushalt &#8211; in den Arsch immer gleicher Grossinvestoren geblasene Mittel sind die alleinigen Mittel auf die sich die örtliche Lokalpolitik beschränkt.</p>
<p>Der Widerspruch zwischen einer mantraartig herbeigeredeten und -geschriebenen &#8220;lebenswerten Stadt im Grünen&#8221; und der sozialen Realität einer immer grösseren Zahl Wuppertaler nimmt auf diese Weise unaufhaltsam zu. Niemand kann garantieren, dass die fragile Harmonie andauert, und Autoagression und Resignation der Verarmten nicht doch irgendwann in berechtigte Konfliktbereitschaft und echte Agression umschlagen. Das Potential dazu ist reichlich vorhanden.</p>
<p>Stadtverwaltung und Polizeiführung wissen das. Es überrascht daher nicht, dass ihnen der merkwürdige Friede trügerisch erscheint.</p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/iro_01052008.jpg" alt="UBUTU 01.05.2001" width="490" /></div>
<p><strong>Eine Strategie der Kontrolle</strong></p>
<p>Zu gross ist der permanente Existenzdruck Vieler, und zu nah sind diese den noch leidlich funktionierenden Konsumzonen und Finanzplätzen der Stadt. Von der Elberfelder ARGE bis zum lokalen Geldspeicher eines <a title="Wikipedia-Eintrag zu Josef Ackermann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Ackermann_%28Manager%29" target="_blank">Josef Ackermann</a> sind es gerade zwei Fussminuten &#8211; und da ist man auf dem Weg bereits an der Filiale der <em>Dresdner Bank</em> vorbeigekommen&#8230; Zu gefährlich wäre es, sich in einem Umfeld, das im Ernstfall nur schwer verteidigt werden kann, auf eine echte Konfrontation mit einer verarmten Stadtbevölkerung einzulassen. Nicht umsonst eskalierte das Punktreffen in dem Moment, als die Leute begannen, in den benachbarten <em>Kaufhof</em> zu flüchten.</p>
<p>So betrachtet, erscheint es nur konsequent, Regungen von Widerstand, die über ein jederzeit kontrollier- und manipulierbares Mass hinausgehen, im Keim zu ersticken, selbst wenn diese, wie beim Klassentreffen der Punks im letzten Jahr, vordergründig gar nicht als politisch zu verorten sind.</p>
<p>Bei den angeführten Beispielen mit der gewaltsamen Auflösung der <em>autonomen 1.Mai-Demonstration</em> als Höhepunkt, handelt es sich offensichtlich nicht um einzelne Fälle von Willkür und das zufällige zeitliche Aufeinandertreffen verschiedener Ereignisse. Es handelt sich um eine konkrete Strategie der Kontrolle und Repression.</p>
<p>Der Stadtspitze scheint es darum zu gehen, jenen jegliche Bewegungs- und Artikulationsfreiheit zu nehmen, die von der medial durchgeführten Lobotomie der Bevölkerung noch nicht vollständig betroffen sind, und die &#8211; zumindest theoretisch &#8211; in der Lage sein könnten, allmonatlich regierungsseitig vorgetragene siegreich umgesetzte Fünfjahrespläne kapitalistischen Wirtschaftwachstums und tagtäglich tausendfach wiederholte neoliberale Lösungsvorgaben wirksam infrage zu stellen, und die &#8211; alleine deswegen &#8211; als grosse Bedrohung für die heimelige Stadtfamilie eines Peter Jung wahrgenommen werden.</p>
<p>Dieser Strategie der Kontrolle etwas entgegenzusetzen wird immer schwieriger, je mehr ihre Mechanismen einmal gegriffen haben. Mit jeder einschüchternden Aktion wird es schwerer fallen, eine Selbstbehauptung zu etablieren, die potentiell dazu befähigt, Ausführenden, wie dem amtierenden Oberbürgermeister, der sich gern als liberaler Kulturmensch mit sozialem Gewissen aufführt, die Charaktermaske vom Gesicht zu zerren. Es muss deshalb jetzt darum gehen, sowohl die städtische Repressionsstrategie zu durchkreuzen, als auch den einseitig verkündeten kuscheligen Niedlichkeits-Konsens aufzukündigen. Dass dieser ein vergiftetes Angebot ist, sollte Donnerstag vor drei Wochen am Ostersbaum endgültig allen klargeworden sein, und die Erfahrung, dass die Staatsmacht erstmals die örtlichen Gegebenheiten der Elberfelder Nordstadt zu ihren Gunsten auszunutzen wusste, im Übrigen als auch strategische Niederlage zur Kenntnis genommen werden.</p>
<p><strong>Reclaim the streets &#8211; NRW-Tag im August</strong></p>
<p>Die klare Konfrontation muss jetzt angenommen werden, bevor die städtische Linie der &#8220;Nulltoleranz&#8221; gegenüber linker Systemkritik dazu führt, dass das grosse Konfliktpotential in der Stadt von nahezu unbehelligt agierenden Rechten vereinnahmt wird, oder sich in organisierten kriminellen Strukturen verliert.</p>
<p>Dabei wird es bei den bevorstehenden Auseinandersetzungen nicht nur darauf ankommen, taktisches Geschick zu entwickeln, damit sich Niederlagen wie am 1. Mai nicht wiederholen, es wird auch höchste Zeit, dass sich der mittlerweile zu oft im eigenen Domizil sitzende <em>graue Block</em> lieber an neuen Kämpfen beteiligt, anstatt von alten Kämpfen zu reden &#8211; den Autor dieser Zeilen eingeschlossen. Auch wenn die gegenwärtig breit ausgewalzten Legenden des Jahres 1968 dazu verleiten sollen, den Kampf für eine andere Gesellschaft als abgeschlossen zu betrachten.</p>
<p>Die gewaltsame Zerschlagung der <em>autonomen 1. Mai-Demonstration</em> sollte für alle, die es sich inzwischen im Tal der Wupper bequem eingerichtet hatten, deutlich gemacht haben, dass der Kampf weitergeht, und die klaren Konfrontationen in der langen, schmalen und sehr seltsamen Aktionistenstadt längst begonnen haben. Gelegenheiten, diese Auseinandersetzung anzunehmen, wird es geben, spätestens Ende August.</p>
<p>Es ist zu hoffen, dass die, in der Folge der Demonstrationsauflösung, angekündigten Aktionen zum <a title="Zur städtischen NRW-Tag-Homepage" href="http://www.nrwtag-2008.de/index.php" target="_blank">NRW-Tag</a> (vom 29. bis 31. August), eine breite Unterstützung finden werden &#8211; gerne auch durch zahlreich angereiste Gäste. Die heftig beworbenen Feiern zum Landesjubiläum, mit der die Eigeninszenierung der Stadt einen neuen Höhepunkt erreichen soll, fordern nämlich geradezu dazu heraus, das von Stadtspitze und Honoratioren medienwirksam dargebotene falsche Bild Wuppertals ebenso medienwirksam geradezurücken.</p>
<p>Auf dass ihnen ihre, zum NRW-Tag entwickelte Marketingphrase <em>Wuppertal bewegt. Sich. Mich. Dich.</em> in überraschender Weise heftig auf die Füsse fällt.</p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/lona_misa.jpg" alt="lona misa.jpg" width="490" /></div>
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		<title>NEUES JAHR. DIE ERSTEN TAGE.</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2008 14:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[tv-eye und flat brains]]></category>
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		<description><![CDATA[Tag 1: Noch zwanzig Jahre schlafen lassen. Bitte. Alte Traditionen. Televisions-Timer zum späten Erwachen am Neujahrstag. Vor dem Einschlaf noch Programmwahl. Wichtig. Nicht den Papst erwischen. Falls der spricht. Früher? Immer Neujahrsspringen. Kontemplation in S/W. Und Schneegestöber. Ein Walter Steiner. Vogelmensch. Im Halbschlaf noch die nächsten zehn Springer. Gib&#8217; mir noch zehn Springer! Heute? Zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tag 1: Noch zwanzig Jahre schlafen lassen. Bitte.</p>
<p></strong></p>
<p><span id="more-47"></span>Alte Traditionen. Televisions-Timer zum späten Erwachen am Neujahrstag. Vor dem Einschlaf noch Programmwahl. Wichtig.</p>
<p>Nicht den Papst erwischen. Falls der spricht.</p>
<p>Früher? Immer Neujahrsspringen. Kontemplation in S/W. Und Schneegestöber. Ein <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Walter Steiner" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Steiner" target="_blank">Walter Steiner</a>. Vogelmensch. Im Halbschlaf noch die nächsten zehn Springer.</p>
<p>Gib&#8217; mir noch zehn Springer!</p>
<p>Heute? Zwischen Milka-Hansels und Massen-Humpta? Wie soll einer dabei dösen? <a title="IMDB zum Film" href="http://german.imdb.com/title/tt0070136/" target="_blank">Die neue Ekstase einer neuen Wahrheit</a>? Das als erster Eindruck eines neuen Jahrs?</p>
<p>Dann aber doch lieber wieder <a title="PHOENIX-Homepage" href="http://phoenix.de/startseite/1.1.htm" target="_blank">PHOENIX</a>. Da wo sie alle noch im Bett liegen. An solchen Tagen. Und nur der Praktikant ranmuss. Um die ganz, ganz lange MAZ reinzuschieben. Jedes Jahr. Das ganze alte Jahrhundert in 15 oder so Stunden. Neue Zeiteinheiten.</p>
<p>Kurz wachwerden, reinhören, und zwanzig Jahre weiterschlafen.</p>
<p>Demoralisierend nur: Meistens wird man neujahrs im Faschismus wach. Oder im totalen Krieg. Das muss an <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Guido Knopp" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Knopp" target="_blank">Guido Knopp</a> liegen. Diesmal jedoch &#8220;die Zwanziger&#8221; erwischt. Glück gehabt. So kann das Jahr weitergehen.<br />
<strong><br />
Tag 2: Ein kleines Stück Scheisse zum Mittag.</strong></p>
<p>Der zweite Tag. Ein kleines schmieriges Stück Scheisse rutscht aus der TV-Apparatur mitten in mein Tagesbegutachtungsritual. Da liegt es vor mir und stinkt. Und spricht. Lässt den Tag von vornherein eine hässliche Fratze tragen. Brechreiz nimmt den kleinen starken Kaffee zu Hilfe auszufluten. Ekel. Nicht mal Zorn. Keine Wut. Nur Würgen.</p>
<p><a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Roland Koch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Koch" target="_blank">Roland Koch</a> begründet. Seine Wahlkampfthematik. Roland Koch empört sich. Roland Koch erzählt irgendwas vom &#8220;brutalen Überfall&#8221; auf den Rentner im hessischen München.</p>
<p>Öh? Ach ja. Weiss man ja. Diese laxen Bayern! Richtig. Genau. Jawohl. Etwas muss jetzt mal gemacht werden. Schweigende Mehrheiten müssen sprechen. Boot-Camps! Wir brauchen mehr Lager! Damit wir uns wieder konzentrieren können. Konzentrationslager für die Hyperaktiven. Medien.</p>
<p>Passend haben sie da ganz frisch &#8216;ne Reportage drin. Mit echten Schlägern. Und Drill. Und Einsicht. In ihre Abschiebungsakten. Koch dünstet aus dem Fernseher.</p>
<p>Trost. Jedes schmierige, kleine Stück Scheisse verschwindet mit der Zeit. <a title="Zum angesprochenen Artikel" href="http://um3000.org/umlog/?p=44" target="_blank">Heute ist schon beinah&#8217; morgen.</a> Irgendjemand wird es einfach wegmachen. Doch noch ein Kaffee? Die Sonne blitzt keck durchs Zimmer als wenn nichts wäre. Fenster auf. Frischluft rein. Gegen den Dunst. Auch nicht ideal &#8211; der heimtückische Infekt ist zurück.</p>
<p>Er legt ein bemerkenswertes Comeback hin.</p>
<p>Ich muss schon sagen: Die erste Runde des Jahres geht eindeutig an die Viren. Und an ein kleines Stück Scheisse. Tag deshalb abgebrochen.</p>
<p><strong>Tag 3: Spam 2.0 und Schweinestaat</strong></p>
<p>Dritter Tag. Im Tiefschlaf aufbewahrter Test-<a title="Zur Cyber-Twin Homepage" href="http://mycybertwin.com/" target="_blank">Cyber-Twin</a> meldet Konversation. Dabei hatte ich ihn nie freigelassen. Wie wurde der denn angelabert? Raportiert ausführliches einseitiges Gespräch mit ghanaischem Bankdirektor.</p>
<p>Im neuen Jahr verkaufen imaginäre Bankdirektoren ebenso imaginären Cyber-Twins nicht existierende Erbschaften als grosse Okkasion. Spam 2.0.</p>
<p>Der Schweinestaat bringt sich ebenfalls früh im Jahr in Erinnerung. Da arbeiten Gerichte sogar über die Brückentage.</p>
<p>Beugehaft trifft es als Wort diesmal ziemlich. Da sollen welche gebogen werden. Solange bis sie in die geklitterte Geschichte passen. Und keine Widerworte mehr geben. Gut, sie haben Jahrzehnte im Spätzle-Guantanamo und anderswo gesessen. Aber sie mussten wenigstens keine orangen Overalls tragen. Da können sie schon noch was draufpacken.</p>
<p>Ein <a title="Wer?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-J%C3%BCrgen_Boock" target="_blank">Labersack</a>, der seinerzeit für eigene Bedürfnisse aus der RAF fast einen Trupp Beschaffungskrimineller gemacht hätte und heute mit seinem Denunziantenmaul anschaffen geht, hat erzählt, was gebraucht wurde. Jetzt wird final gebeugt. Eigene VS-Akten dabei immer unter Verschluss. Wahrscheinlich sitzt der Rollstuhlfahrer drauf. Remember <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Ulrich Schmücker + -Verfahren" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Schm%C3%BCcker" target="_blank">Ulrich Schmücker</a>?</p>
<p>Schweinestaat, du hast dich nicht geändert.<br />
<em><br />
Auf ein frohes 2008&#8230; no pasáran</em></p>
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		<title>HEUTE IST SCHON BEINAH MORGEN</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2007 13:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Jahreswechsel mit besten Grüssen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Jahreswechsel mit besten Grüssen.</p>
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