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		<title>R.I.D.- UMCAST A-SIDE: DUBBA</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 19:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[was geht? und wo?]]></category>
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		<description><![CDATA[+++ umcast &#8211; dubba-side +++]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.um3000.org/trax/dubba-staendige_aufgaben.mp3"><strong>+++ umcast &#8211; dubba-side +++</strong></a><br />
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		<title>Wehrt sich Wuppertal? Teil 1</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 09:33:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kiez und umgebung]]></category>
		<category><![CDATA[lüge und wahn]]></category>
		<category><![CDATA[plan und aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspeilhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Spardiktat]]></category>
		<category><![CDATA[TUNN:EL]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrt sich Wuppertal?]]></category>
		<category><![CDATA[Wuppertal]]></category>

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		<description><![CDATA[Original erschienen bei TUNN:EL Was ist passiert ? Die Diskussion und der Protest gegen das von Stadtkämmerer Johannes Slawig, (CDU), und seinem Chef, Oberbürgermeister Peter Jung, (CDU), vorgelegte Haushaltssicherungskonzept für die Stadt Wuppertal bieten tragikomische und bizarre Facetten. Da werden Entscheidungebenen verwechselt, durcheinandergebracht und nach Motivlagen gar nicht erst gesucht; es werden Tatsachen behauptet und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><strong>Original erschienen bei <a title="Zur TUNN:EL Homepage" href="http://tunnel-wuppertal.org" target="_blank"><em>TUNN:EL</em></a></strong></p>
<p>Was ist passiert ?<em></em></p>
<p>Die Diskussion und der Protest gegen das von Stadtkämmerer Johannes Slawig, (CDU), und seinem Chef, Oberbürgermeister Peter Jung, (CDU), vorgelegte Haushaltssicherungskonzept für die Stadt Wuppertal bieten tragikomische und bizarre Facetten. Da werden Entscheidungebenen verwechselt, durcheinandergebracht und nach Motivlagen gar nicht erst gesucht; es werden Tatsachen behauptet und Fakten geschaffen; falsche Protestierer führen das Wort, während echte Betroffene nicht zu Wort kommen; und oft ist nichtmals klar, wer der eigentliche Adressat vieler Botschaften ist, die in den letzten Wochen zu hören und zu lesen waren.</p>
<p><a href="http://tunnel-wuppertal.org/main/tracks/rolf_schwendter.mp3">+++ Rolf Schwendter &#8211; Unbefriedigt (Aufnahme v. 2008) +++</a><script type="text/javascript" src="http://mediaplayer.yahoo.com/js"></script></p>
</div>
<p><span id="more-258"></span>Wenig überraschend fängt die Verwirrung schon auf der Titelseite des mittlerweile meist “Sparpaket” benannten Dokuments an, für das die beiden Stadtspitzen persönlich verantwortlich zeichnen. Die valentineske Überschrift des Haushaltssicherungskonzeptes lautet “Sparen um zu gestalten”. Ein Satz wie eines der Bonmots des sehr späten Erich Honecker. Zumindest auf den ersten Blick. Seine valentineske Dimension erhält er durch die mit ihm sehr genau benannte Wahrheit, die sich hinter den Vorschlägen und Massnahmen verbirgt, mit denen auf die Haushaltslage der Stadt Wuppertal reagiert werden soll. Doch dazu später.</p>
<p><strong>Don Quixottes Pleitegeier und Golfclubrebellen</strong></p>
<p>Zunächst soll noch etwas zu der Ausgangsthese gesagt sein, nach der viele Aktionen gegen das “Spardiktat” wirken, als seien sie in Schilda von Don Quixotte geplant worden.</p>
<p>So hängt jenes, von Sancho Panza und Quixotte im letzten Jahr gegründete Bündnis “Wuppertal wehrt sich” gemalte Pleitegeier an Rathäuser, (weil ja offenbar niemand mitbekommen hat, dass da keine Kohle mehr drin ist&#8230;), demonstriert alsbald bettelnd mit wenigen Getreuen am Regierungspalast in Düsseldorf, obwohl von dort nur zynische Glückwünsche für den “Mut der Stadt, das Theater zu schliessen” (Zitat: SPD-Regierungspräsident Büssow), zu hören sind, und lässt sich sogar, wenn man den Aussagen am Rande der samstäglichen Kundgebung vor dem Schauspielhaus glauben darf, vom OB die eigene Protest-Rednerliste diktieren – angeblich untersagte OB Jung nämlich kurzerhand einen Beitrag von Schauspielintendant Christian von Treskow am Freitagmittag vor dem Barmer Rathaus.</p>
<p>Dann demonstrieren ca. 1.500 Leute in finnischer Kälte gegen die geplante Aufgabe des Elberfelder Schauspielhauses, erfreuen sich an einem massgeblich durch die freie Szene der Stadt gestalteten Protestmarathon von Freitagnacht bis Samstagnacht, doch die  Tatsache, dass die finanziellen Mittel für eben diese freie Szene bereits jetzt per Dekret auf nahezu Null zurückgefahren wurden, wird beinahe gleichgültig zur Kenntnis genommen. Denn anders als bei einem möglichen Beschluss zur Nicht-Sanierung, bzw. zur Schliessung des Theaterbaus in Elberfeld bedarf es dazu keiner Zustimmung durch den Stadtrat. Stadtkämmerer Slawig kann das gänzlich alleine entscheiden und hat dies auch bereits getan.</p>
<p>Während sich auch in Golfclubs beim abschliessenden Häppchen leicht bürgerliche Bedenken gegen ein Ende des Sprechtheaters formulieren lassen, geht der programmierte Tod der Off-Theater, Musiker und freien Veranstalter vielen von denen, die sich da am Samstagnachmittag als Kulturmenschen bekannten, scheinbar am Arsch vorbei. Da drängt sich die Frage auf, ob bei einer solchen Lage des Kulturbewusstseins in der Bevölkerung die Schliessung des Theaters in Wuppertal wirklich unzumutbar ist.</p>
<p><strong>Theater für alle</strong></p>
<p>Doch – natürlich. Sie ist inakzeptabel und unwürdig. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass erst, seitdem mit Christian von Treskow ein neuer Intendant das Wuppertaler Schauspiel leitet, dessen Ressourcen auch anderen und anderem zur Verfügung stehen. Hin und wieder jedenfalls. Das, was den 24-stündigen Protest am Wochenende eindrucksvoll machte, nämlich die bunte Lebendigkeit einer grossen Stadt, hatte eben über Jahre keinerlei Zugang zu den lichten Hallen bergischer Hochkultur.</p>
<p>Dass sich derart weite Teile der freien Wuppertaler Kulturszene so solidarisch zeigten, war also keineswegs selbstverständlich. So manche/r der, die am Samstag mit Stolz auf den eigenen Willen zum Protest herumlief, hätte deshalb eigentlich eher scham- statt zorngerötete Wangen haben müssen. Es bleibt zu hoffen, dass die Zeiten der selbstgenügsamen Bräsigkeit öffentlich finanzierter Kunsttempel seit diesem Wochenende vorbei sind, und dass sich Solidarität nicht wieder einmal als tragische Einbahnstrasse erweisen wird. Es wäre wünschenswert, wenn das Haus geöffnet bliebe für den Widerstand der Wuppertaler gegen ihre kulturelle und soziale Kastrierung. Auch dann, wenn der Stadtrat das Ende des Theaters nicht absegnen sollte und nur noch jene, für die keine Gewerkschaften sprechen und auch keine Bühnenvereine mobilisieren, um ihre Existenz kämpfen müssen. Das wird seitens des Theaters auch Standhaftigkeit erfordern.</p>
<p>Mit einer solidarischen Haltung gegenüber Subkulturen und sozialen Initiativen wird es sich keine Freunde in der Lokalpolitik machen. Was man dort von einem politischen Stadttheater hält, lässt sich sehr gut an der verhinderten Rede des Intendanten von Treskow ablesen.</p>
<p>Und dass in genau jenem Moment, in dem sich das Wuppertaler Schauspiel auch für Akteure jenseits des eigenen Bühnengrabens öffnet und in dem es mit einem durchaus kontroversen Spielplan versucht, ein Theater für alle zu sein, im Barmer Rathaus offen seine Verzichtbarkeit postuliert wird, ist bezeichnend.</p>
<p><strong>Wuppertal wehrt sich. Gegen Erkenntnis.</strong></p>
<p>Zurück zu der Diskussion um das Haushaltssicherungskonzept und den munter verwirrten Argumentationslinien, die den Diskurs um die Zukunft der Stadt derzeit prägen.</p>
<p>Wenn der Schauspieler und samstägliche Protestredner Armin Rohde fordert, man solle bei den Banken einfordern, sich um die Städte zu kümmern, übersieht er, dass eine Stadt wie Wuppertal diesen Banken bereits (fast) vollständig gehört – mithin also in den verarmten Kommunen soetwas wie eine Geschäftspolitik mit eigenen Vermögenswerten umgesetzt wird. Ein Theater kann, muss aber nicht zu einem Investment passen. Wenn der frühere Intendant Holk Freytag bei der gleichen Veranstaltung dem OB Hilfe bei einer möglichen Rettung des Wuppertaler Schauspiels anbietet, verkennt er, dass seine Appelle für das Theater dort gar nicht verstanden werden &#8211; und wenn über Theater einmal geredet wird, ganz sicher nicht das seine gemeint ist..</p>
<p>Geschenkt. Der eine ist Schauspieler, der andere Theatermacher. Wenn jedoch ein Bündnis “Wuppertal wehrt sich”, das sich eine “politische Einflussnahme” auf die Pleitegeierfahnen geschrieben hat, permanent so tut, als liesse sich durch gemeinsames Agieren mit der Stadtspitze das Problem kommunaler Unterfinanzierung lösen, wird es bedenklich abenteurlich und auch kontraproduktiv. An wen richten sich eigentlich die Pleitegeier und Protestbanner, wenn sie ausschliesslich in Wuppertal selber zu sehen sind?</p>
<p>Warum wird nicht einmal nachgefragt, warum die Finanzierung der Kommunen seit Jahren erodiert? Warum wird so getan, als ob die wegbrechende Einnahmen lediglich das Ergebnis von schlecht durchgerechneten Plänen sind? Wie naiv muss man eigentlich sein, wenn man die Augen davor verschliesst, dass die desolate Lage vieler Städte das gewollte Ergebnis politischer Vorgaben ist?</p>
<p>Vielleicht jedoch ist diese Erkenntnis gar nicht gewollt. Es hätte ansonsten das sofortige Ende der Kollaboration mit den Jungs und Slawigs dieser Stadt zur Folge, es müsste die Systemfrage gestellt werden, die WZ würde nicht mehr freundlich von “professionellem Protest” schreiben und ein solches Bündnis könnte dann den Menschen dieser Stadt auch nicht länger vorgaukeln, dass sich “Wuppertal wehrt”. Es müsste den Wuppertalern sagen, wie es ist: Dass nämlich Peter Jung der oberste lokale Vertreter jener Partei ist, die zusammen mit den Spezialdemokraten genau die politischen Strategien auf den Weg gebracht hat, die den Menschen ihre Städte wegnehmen sollen; dass ihr Bürgermeister jene Politik, die im Endergebnis die kommunale Selbstverwaltung unterhöhlt, inhaltlich voll und ganz vertritt und dass er die Überzeugungen derer bedenkenlos teilt, die quasi-religiös alles einem Fetisch “Markt” unterordnen.</p>
<p>Am Ende würden die Leute zum Protestieren noch dorthin gehen, wo man sie keinesfalls sehen will: Zum eigenen Rathaus.</p>
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		<title>R.I.D. – DEAD VALLEY – REST IN DUB</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 19:43:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kiez und umgebung]]></category>
		<category><![CDATA[kultur und alltag]]></category>
		<category><![CDATA[was geht? und wo?]]></category>
		<category><![CDATA[ADA]]></category>
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		<description><![CDATA[Der finale Tanz auf dem Grab des DeadValley. Begleitet von tieffrequentem, vibrierendem Lärm kollabierender Ordnung übernehmen urbane Nerds die Ruinen der Shoppingmalls und Handelszonen und holen sich die Reste ihrer Stadt zurück. Getrieben von Kaskaden derbster Verhöhnung, bedroht von triumphierenden Underdogs, flüchten ehemals Mächtige und fürchten um ihr Leben. Für sie ist es vorbei. DeadValley. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der finale Tanz auf dem Grab des DeadValley. Begleitet von tieffrequentem, vibrierendem Lärm kollabierender Ordnung übernehmen urbane Nerds die Ruinen der Shoppingmalls und Handelszonen und holen sich die Reste ihrer Stadt zurück. Getrieben von Kaskaden derbster Verhöhnung, bedroht von triumphierenden Underdogs, flüchten ehemals Mächtige und fürchten um ihr Leben. Für sie ist es vorbei. DeadValley. Der Rest ist Dub.</p>
<p><span id="more-148"></span>Der Soundtrack dazu kommt am Freitagabend von um3000, T.Raumdeckung, Markus und Gästen. Eine Kollaboration mit <a title="Zur Ankündigung drüben" href="http://tunnel-wuppertal.org/main/categories/19-Aktuell" target="_blank">TUNN:EL</a>. Enter at ur own risk.</p>
<p>Get Radical! – Reclaim Your City!</p>
<p>Café ADA – FR 22|01|10 – 2200 MEZ<br />
R.I.D. – DEAD VALLEY – REST IN DUB</p>
<p><img class="alignnone" src="http://www.um3000.org/images/deadvalley_eflyer_2.jpg" alt="" width="490" height="490" /></p>
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		<title>AGENDA 2010 ERFOLGREICH</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 19:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[lüge und wahn]]></category>
		<category><![CDATA[zorn und selbstkontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Raubzug]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist vollbracht. Der grösste Raubzug der Geschichte steht vor seinem Abschluss, sein letztes Kapitel wird geschrieben. Pünktlich, wenige Monate vor dem Jahreswechsel, hat es geklappt. Die Mission &#8220;Agenda 2010&#8243;, mit der die neoliberale Clique die vollständige Plünderung des Volksvermögens durch die Reichen und die Begleichung der daraus entstehenden Schulden durch die Armen vorbereitet hat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist vollbracht. Der grösste Raubzug der Geschichte steht vor seinem Abschluss, sein letztes Kapitel wird geschrieben. Pünktlich, wenige Monate vor dem Jahreswechsel, hat es geklappt. Die Mission &#8220;Agenda 2010&#8243;, mit der die neoliberale Clique die vollständige Plünderung des Volksvermögens durch die Reichen und die Begleichung der daraus entstehenden Schulden durch die Armen vorbereitet hat, kann jetzt durch die Klassenhass zum Programm machende Büttelpartei FDP und die Konservativen, bei denen einige für ihren abgewetzten Schafspelz schonmal Platz im Kleiderschrank geschaffen haben, rechtzeitig in eine &#8220;Agenda 2020&#8243; überführt werden.</p>
<p><span id="more-145"></span>Offen ist dabei noch, welches kapitalistische Role-Model sie für den griffigen Claim ihrer &#8220;Reformen&#8221; diesmal wählen. (Wie wäre es nach dem vorbestraften <a title="Wikipedia: Peter Hartz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hartz#Veruntreuung_von_Firmengeldern" target="_blank">Peter Hartz</a> mit &#8220;<a title="Wikipedia: Klaus Zumwinkel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Zumwinkel#Strafverfahren" target="_blank">Zumwinkel V</a>&#8220;?) Ihr Komplize der letzten elf Jahre, die SPD, wurde geschreddert, nachdem diese bei drei Wahlen seit 1998 einen Grossteil ihrer Wähler verraten, den Sozialstaat geschliffen, die Privatisierung öffentlicher Aufgaben vorangetrieben und Deutschland wieder in weltweite Kriege geführt hat.</p>
<p>Der letzte Dienst der Spezialdemokraten an der herrschenden Klasse bestand 30 Minuten nach Bekanntgabe des schlimmsten SPD-Wahlergebnisses seit Aufhebung der <a title="Wikipedia: Sozialistengesetze" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistengesetze" target="_blank">Sozialistengesetze</a> 1890 darin, mit Frank-Walter Steinmeier ausgerechnet denjenigen, der die &#8220;Agenda 2010&#8243; ausgeheckt hatte, via Selbsternennung im TV zum Fraktionschef zu machen, bevor sich eine gefühlte &#8220;Volksfront&#8221; der Oppositionsparteien überhaupt hätte sortieren können. Nachdem auch dies seit Dienstag ohne grosses Federlesen vollbracht ist, wird sich die Partei in den Orkus der Geschichte verabschieden können. Den an Realsatire grenzenden Satz ihres neuen Fraktionsvorsitzenden, eine Opposition müsse &#8220;Tag und Nacht&#8221; bereit sein &#8220;jederzeit die Regierung zu übernehmen&#8221;, wird die SPD gleich wieder vergessen können. Sie wird nicht mehr gebraucht, ihre &#8211; historische &#8211; Rolle als Exekutor gesellschaftlich eigentlich nicht durchsetzbarer Grausamkeiten ist erfüllt. Jetzt fahren die Aktionäre, Ärzte und Anwälte, Unternehmer, Militaristen, Bankster und Spekulanten die Ernte dessen ein, was ihre IM&#8217;s in der SPD-Zentrale in den letzten Jahren gesät haben. Mit Frohsinn verabschieden sie ihre Erfüllungsgehilfen in die Bedeutungslosigkeit, und manche ihrer Speichellecker in den Redaktionen erdreisten sich sogar, den Trümmern der Sozialdemokratie nun &#8211; (natürlich erst nach der Wahl) &#8211; eine Lektion zu ihrer einzigen Machtperspektive &#8211; der linken &#8211; hinterherzurufen. So tritt man dem Mohr in die Eier. So wird das gemacht. So fühlt sich Triumph an.</p>
<p>Sollten die anderen &#8211; die, denen man (spätestens) nach den NRW-Wahlen im Mai nächsten Jahres, von ihren wenigen Kröten noch ein paar mehr wird wegnehmen müssen, um die verheerenden Schulden zu bezahlen, die für die, die ihre Beute längst weggeschleppt haben, gemacht werden mussten &#8211; sich darüber beschweren, wird man ihnen die demokratische Legitimation unter die Nase reiben, die solchem Handeln am Wahlsonntag vorgeblich verschafft wurde. In der Tat erschüttert die Blindheit, mit der viele Wähler die treudoofen Kälber gegeben haben, die ihre Schlächter selber wählen. Doch nur auf den ersten Blick.</p>
<p>Mit Wählerbashing verstellt man nur den scharfen Blick auf den Masterplan, mit dem Manipulationsbüros wie die &#8220;Initiative neue soziale Marktwirtschaft&#8221; (INSM), neoliberal gesteuerte Medien &#8211; private, wie öffentlich-rechtliche &#8211; und die Wirtschaft samt ihrer Institute seit vielen Jahren die jetzt entstandene Situation vorbereitet haben. Und weder das Ergebnis der FDP, noch jenes der Union können bei genauerer Betrachtung wirklich verwundern.</p>
<p>Dass es in der BRD 15 Prozent asoziale Arschlöcher gibt, die aus einer vermeintlichen Gewinnerposition heraus ein sozialdarwinistisches Gesellschaftsmodell verinnerlicht haben, ist schliesslich keine Überraschung &#8211; nicht umsonst müssten nach einem irgendwann erfolgten Systemwechsel Kapazitäten zur Umerziehung und wohl auch einige Laternen für schnellere Massnahmen bereitgehalten werden. Und dass 25 Prozent der am Sonntag Wahlberechtigten darauf hoffen, mit einem schicksalsergebenen Voting für die C-Parteien auf der Siegerseite einigermassen glimpflich davonzukommen, scheint, angesichts jeder fehlenden wirklichen Machtalternative, auch verständlich &#8211; zumal sie einer Frau wie Merkel offenbar keine echten Grausamkeiten zutrauen.</p>
<p>Nein &#8211; die Wähler sind nicht wirklich blöd, sieht man einmal von den in selbstgeschaffener und geschwätziger Wichtigkeit erblindeten Wählern der &#8220;Piratenpartei&#8221; ab, die, verschanzt hinter ihren Notebooks &#8211; den modernen Brettern vor dem Kopf &#8211; nichtmal erkannten, dass ihre bedeutungsschwere &#8220;Yeah!&#8221;-Kampagne nur deshalb medial gepusht wurde, weil ihre zwei Prozent der Machtübernahme durch die Arschlöcher hätten entgegenstehen können. (Es hätte auch so gereicht, aber nur sehr knapp. Und das konnte man ja auch nicht wissen. Aber zum Kindergarten der &#8220;Piratenpartei&#8221; braucht es ohnehin noch einen eigenen Artikel. In den nächsten Tagen. Vielleicht.)</p>
<p>Selbst die neue Rekordzahl der Nichtwähler, immerhin fast jeder Dritte &#8211; keine Partei erreichte am Sonntag einen solchen Wert &#8211; kann nicht einfach mit Ignoranz oder schlichter Politikverdrossenheit erklärt werden. Warum fragt niemand danach, ob die hohe Zahl ehemaliger SPD-Wähler, die diesmal daheim geblieben sind, nicht auch etwas mit einem Wissen darum zu tun haben könnte, dass sich ihre gewählten Vertreter mit zunehmenden Privatisierungen öffentlicher Aufgaben selbst überflüssig gemacht haben? Einem Sozi, der seine Abgeordneten wählt, geht es eben auch darum, durch diesen Einfluss auf wesentliche Entscheidungen die Umstände seines konkreten Lebens betreffen, nehmen zu können. Wenn Verkehrs- und Energiesysteme, Gesundheitswesen, Wohnungsbau, Bildung und andere zentrale Aufgaben des sogenannten &#8220;Gemeinwesens&#8221; jedoch planmässig in die Verfügungsgewalt profitorientierter Privatunternehmen übergeben werden, wozu dann noch wählen? Wenn in einem Wahlkreis wie in Wuppertal-Elberfeld &#8211; in dem eine Nachwahl zur Kommunalwahl von August 2009 notwendig geworden war &#8211; die Beteiligung an dieser Nachwahl zehn Prozent unter jener der gleichzeitig stattfindenden Bundestagswahl liegt, (62 zu 51 %), dann zeugt das eben nicht von Ignoranz oder Bequemlichkeit, sondern von Differenzierung. In einer Stadt wie Wuppertal, deren Haushalt gesperrt ist, hat Kommunalpolitik bereits keine Gestaltungsspielräume mehr. Da kann man sich diesen Wahlvorgang auch einsparen &#8211; auch wenn man schonmal im Wahllokal ist und den Zettel in Händen hält.</p>
<p>Wählen werden zukünftig hauptsächlich die, die über verschiedene Wege zur Steigerung des Shareholder-Value abstimmen &#8211; während sich die anderen verweigern. Auch die LINKE, deren erwartetetes Wahlergebnis von fast 12 Prozent für eine Art Genugtuung am Sonntagabend sorgen konnte, wird nur unter bestimmten Umständen in der Lage sein, das aufzufangen. Nur wenn die Partei nicht vergisst, dass echte Veränderungen nie in Parlamenten, sondern auf den Strassen, in den Wohnquartieren und Betrieben erreichbar sind, wird sie ihre Position halten oder sogar ausbauen, und die weiter zunehmende Frustration der Bevölkerung in ein kämpferisches Bewusstsein verwandeln können. Doch darauf deutet wenig hin &#8211; eher ist schon jetzt tendenziell zu erkennen, dass sich die LINKE im Parlamentarismus verliert, auf Wahlprozente starrt und ansonsten darauf wartet, sich mit einer unbestimmt anderen SPD versöhnen zu können. Und dass ihre sechzehn direkt gewählten Abgeordneten des nächsten Bundestages in der Partei eher dem &#8220;Realo&#8221;-Flügel als einer echten Linken zugerechnet werden müssen, macht die politische Aufgabe, die sich der Partei stellt, nicht leichter.</p>
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		<title>BERND DAS BROT, HOMER SIMPSON, LAFONTAINE</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 19:36:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welche Wahl? War da was? Müdigkeit und Langeweile aller Orten. Das (nicht) wählende Volk ist überdrüssig. Es interessiert sich nicht. Oder doch? Oskar Lafontaine zeigt in Wuppertal, dass das nicht stimmt.Letzten Sonntagabend schalteten im Schnitt 30% weniger Zuschauer als noch 2005 einen der vier Kartellsender ein, um das vorgebliche &#8220;Duell&#8221; zweier &#8220;eigenartig geklonter Marionetten&#8221; (Claus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Wahl? War da was? Müdigkeit und Langeweile aller Orten. Das (nicht) wählende Volk ist überdrüssig. Es interessiert sich nicht. Oder doch? Oskar Lafontaine zeigt in Wuppertal, dass das nicht stimmt.Letzten Sonntagabend schalteten im Schnitt 30% weniger Zuschauer als noch 2005 einen der vier Kartellsender ein, um das vorgebliche &#8220;Duell&#8221; zweier &#8220;eigenartig geklonter Marionetten&#8221; <a title="STERN.DE: Peymann" href="http://www.stern.de/wahl-2009/foto/4-reaktionen-aufs-tv-duell-sehnsucht-nach-berlusconi-1508775.html" target="_blank">(Claus Peymann)</a>zu verfolgen, das doch der Höhepunkt der medialen Inszenierungen zur Bundestagswahl am 27. September hätte sein sollen.</p>
<p><span id="more-141"></span>Insgesamt nur knapp <a title="NETZEITUNG: Simpsons harte Konkurrenz fürs TV-Duell" href="http://www.netzeitung.de/medien/1461879.html" target="_blank">14 Millionen potentielle Wähler wollten sehen</a>, was die beiden Kandidaten nicht zu sagen hatten. Während die öffentlich-rechtlichen Sender hiervon noch den Löwenanteil abstaubten &#8211; in der Hauptsache wohl Leute, die zunächst vergeblich auf den &#8220;Tatort&#8221; oder das neue &#8220;Uta Danella-Epos&#8221; hofften, und dann, bevor sie umschalten konnten, wahrscheinlich schon eingeschläfert waren &#8211; verzeichneten die am &#8220;Wahlduell&#8221; beteiligten &#8220;Unterschichtensender&#8221; &#8211; RTL und SAT 1 &#8211; nur desaströses Desinteresse. In der von ihnen bedienten Zielgruppe gab es zwei Wochen vor der Wahl nur einen ganz eindeutigen Gewinner des Sonntags: Homer Simpson bei Pro 7. Eine geschmackssichere Wahl der Unterschicht, auch wenn sich der SPD-Kandidat Frank Walter Steinmeier stetig bemüht, an &#8220;Bernd das Brot&#8221; zu erinnern.</p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/homer-simpson.jpg" alt="Sieger des TV-Duells" width="490" /></div>
<p>Kein Wort dazu jedoch von den veranstaltenden Sendeanstalten. Weder die zunehmend einer ZDF-Vorabendserien-Journalistendarstellerin ähnelnde Anne Will, noch der sich in selbstdefinierter Bedeutung verlierende &#8220;Graf Zahl&#8221; der Sesamstrasse, ähh &#8211; ARD, Jörg Schönenbohm, gingen auf das &#8220;Is&#8217;-mir-doch-egal&#8221;-Quotenvotum des eifrig besendeten Wahlvolks ein. Und auch sonst bieten die traurigen Gestalten der sogenannten &#8220;vierten Gewalt&#8221; in der BRD wenig zu den wirklichen Fragen politischer Entscheidungen &#8211; lieber vergrössern sie wortreich und beflissen das dargebotene Nichts. Wie beim beinahe allabendlichen &#8220;Wahl-Watching&#8221; im Zweiten &#8211; (welcher Praktikant durfte sich diesen selten dämlichen Trailer-Claim eigentlich ausdenken?) &#8211; oder bei den seriellen &#8220;Analysen&#8221; INSM-gesponsorter Stichwortgeber des Kapitals vieler anderer Sonderausstrahlungen zur &#8220;Schicksalswahl 2009&#8243;.</p>
<p>Politik scheint diesen Sommer &#8211; der doch politische Probleme aufwirft, wohin man guckt &#8211; nur noch aus uninteressanten rhetorischen Fragen zu bestehen, deren Antworten niemand hören will, und die deswegen auch gar nicht gegeben werden. &#8220;Wie führen wir das Land aus der grossen Krise?&#8221;, &#8220;Wie können wir alle gemeinsam stärken?&#8221;, &#8220;Wie lösen wir die grossen Probleme?&#8221; fragt die Regierende in die Runde. &#8220;Ja, wie denn?&#8221; will man ihr zurufen. Niemand tut es. Konnte der inzwischen zum Gaslobbyisten gewordene &#8220;Acker&#8221; Schröder beim letzten Mal, wenn schon nicht intellektuell, so doch wenigstens vom Unterhaltungswert an einen Homer Simpson heranreichen, wendet sich das Publikum bei Steinmeier und oder Merkel nur noch genervt bis gestört ab. Dafür wird es dann gerne als &#8220;politikverdrossen&#8221; beschimpft.</p>
<p>Doch anders, als Spin-Doktoren und mediale Schergen der regierenden Junta behaupten, sind die Menschen durchaus an politischen Inhalten interessiert. Wenn es denn welche gibt.</p>
<p>Das liess sich am Freitag vor dem &#8220;TV-Duell&#8221; in Wuppertal beobachten. Die LINKE hatte an jenem Tag mit Oskar Lafontaine ihren Popstar aufgeboten, auf dem zentralen Elberfelder Willy-Brandt-Platz aus einer verbreiteten Agonie Wahlunterstützung für die einzige Oppositionspartei zu machen. Und tatsächlich konnte Lafontaine zwischen 1.000 und 1.200 Zuhörer motivieren, trotz schönen Wetters zu einer Wahlrede zu kommen &#8211; obwohl es kein Freibier gab. Mehr noch: Die, die gekommen waren, hörten dem halben Parteivorsitzenden der aus Ost-PDS und West-WASG in nur wenigen Jahren zusammengeschusterten Organisation eine Stunde lang sehr aufmerksam und hochkonzentriert zu.</p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/lafontaine-11.09.2009.jpg" alt="Sieger des TV-Duells" width="490" /></div>
<p>Dabei redete das <a title="TELEPOLIS: Erzengel und Belzebub" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30846/1.html" target="_blank">zum Abschuss freigegebene</a> Schreckgespenst der bürgerlichen Klasse durchaus anspruchsvoll über Grundbedingungen einer echten Demokratie, Funktionsweisen jenes neoliberalen Systems, das stattdessen in der BRD etabliert ist, mediale Verfügungsgewalt in diesem Land und fehlende Redaktionsstatuten. Die Forderungen seiner Partei, die mehr Demokratie, unabhängige Abgeordnete, die nicht auf der Payroll von Konzernen stehen, Umverteilung des Reichtums Weniger zugunsten Vieler, gesellschaftliche Kontrolle des Banksystems, belegschaftsbestimmte Betriebe und &#8211; wenige Tage nach dem <a title="UMLOG: Teutozilla freigelassen" href="http://um3000.twoday.net/stories/5927571/" target="_blank">Massaker von Kundus</a> &#8211; natürlich auch einen sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan umfassen, wurden in den freien Vortrag eingebunden ohne allzu populistisch und demagogisch formuliert zu sein. Diese zwei Attribute &#8211; ohne die beinahe keine Erwähnung des Namens Oskar Lafontaines in den bürgerlichen Medien auskommt &#8211; verbinden sich scheinbar nur in den Köpfen jener, die viel zu viel zu verlieren haben mit Forderungen nach einer vernünftigen Alterssicherung aller oder bezahlbarer medizinischer Versorgung für alle Menschen.</p>
<p>Das Publikum, das anders als von der <a title="WZ: Lafontaines Visite auf dem Willy-Brandt-Platz" href="http://www.wz-wuppertal.de/sro.php?redid=627466" target="_blank">Westdeutschen Zeitung</a> am nächsten Tag berichtet, absolut nicht nur aus &#8220;Gleichgesinnten&#8221;, sondern aus einem breiten Spektrum bestand &#8211; viele Ältere, aber auch viele Jüngere, viele Migranten und Migrantinnen, radikale Linke, aber auch noch aktive SPDler &#8211; war dankbar für sechzig Minuten Inhalt. Selbst zunächst skeptische Zuhörer applaudierten am Ende der Rede lang anhaltend, wie sogar die WZ zugestehen musste.</p>
<p>Überhaupt: Unser kleiner lokaler Tageszeitungsmonopolist, der schon im abgelaufenen Kommunalwahlkampf über die LINKE kaum berichtet hat. Wie zur Bestätigung der Thesen Oskar Lafontaines von der Medienmacht weniger Familien und Konzerne in Deutschland, fiel die Berichterstattung zur Veranstaltung der LINKEN dürftig und diffamierend aus. Von Inhalten kein Wort, stattdessen Oskar Lafontaine als &#8220;politischer Unterhalter&#8221;, dem zur Erreichung seiner Ziele auch &#8220;weniger demokratische Mittel legitim&#8221; sind. Inwieweit die WZ damit einem Land wie Frankreich schlicht die Demokratie abspricht &#8211; wo es den gemeinten, geforderten Generalstreik als politisches Mittel gibt &#8211; geht aus dem Artikel leider nicht hervor. Dafür fand sich wohl kein Platz &#8211; der musste schliesslich genutzt werden, um auch noch den kümmerlichen Auftritt der Jämmerlichen Union (JU) in die Zeilen zu quetschen &#8211; samt wörtlichem Zitat altbekannter Parolen der Bürgersöhnchen und -töchter.</p>
<p>Die absolute Krönung der WZ-Samstagsausgabe war jedoch ein sehr umfangreiches Interview mit dem unerträglichen Kasper Peter Hintze, das &#8211; quasi als Abbitte für den Beitrag zu Lafontaine &#8211; direkt über diesem plaziert war, und in dem der CDU-Ageordnete &#8220;Wuppertal auf einem guten Weg&#8221; sieht. Ein Hohn. Womit sich der Kreis der letzten Wochen schliesst. Vielleicht hat er ja sogar Recht. Trotz <a title="UMLOG: Sechs Jahre Bleimütze" href="http://um3000.twoday.net/stories/5917507/" target="_blank">Wiederwahl der &#8220;Bleimütze&#8221;</a> vor zweieinhalb Wochen ist die Hoffnung nicht verloren, wenn man die Veranstaltung von Freitag zum Mass nimmt. Ob der &#8220;gute Weg&#8221; dann jedoch in die von Peter Hintze gewünschte Richtung führt, wird man noch sehen.</p>
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		<title>TEUTOZILLA FREIGELASSEN</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 19:35:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja, hatten sie denn vergessen, wie der Deutsche Partisanen bekämpft? Die grosse Tradition der angemessenen Ausrottung ganzer Ortschaften im Partisanenkampf gehört schliesslich zu den Kernkompetenzen einer deutschen Armee. Jetzt ist das Gemaule auf amerikanischer, französischer und jeder anderen Seite gross. Jetzt plötzlich fällt ihnen wieder ein, warum es besser war, Teutozilla in eine dunkle Kiste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, hatten sie denn vergessen, wie der Deutsche Partisanen bekämpft? Die grosse Tradition der angemessenen Ausrottung ganzer Ortschaften im Partisanenkampf gehört schliesslich zu den Kernkompetenzen einer deutschen Armee.</p>
<p><span id="more-139"></span></p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/verbrechen.jpg" alt="Wehrmachtsverbrechen" width="490" /></div>
<p>Jetzt ist das <a title="junge Welt vom 07.09.2009: Allein gegen die Welt" href="http://www.jungewelt.de/2009/09-07/067.php" target="_blank">Gemaule auf amerikanischer, französischer und jeder anderen Seite gross</a>. Jetzt plötzlich fällt ihnen wieder ein, warum es besser war, Teutozilla in eine dunkle Kiste zu stecken und ihn bestenfalls Weibsarbeit im Kriege machen zu lassen.</p>
<p>Nun schimpfen alle, weil das Tier tut, was es kann. Das ist nicht gerecht. Nachvollziehbar, dass Verteidigungsminister Jung wirkt wie ein beleidigter Schuljunge, der doch auch nur mal mitmachen wollte. Die Gelegenheit war doch günstig. Die LKW steckten fest und konnten nicht fliehen, und um sie herum hatten sich lohnend viele Dorfbewohner versammelt. Dass die, die seine Schergen dann riefen, um töten zu lassen, nun mit dem Finger auf ihn zeigen, muss den wackeren Mann gerade heute verschrecken und enttäuschen &#8211; hatte er sich doch so auf die Einweihung seines Ehrenmals für gefallene deutsche Krieger gefreut.</p>
<p>Das Fest hat ihm der Ami und der Franzos&#8217; jetzt wohl verdorben. Schon verständlich, dass der Kriegsminister aus Hessen nun nach Ausflüchten sucht. Dass er erzählt, die Tanklaster seien auf dem Weg gewesen, seine tapferen Wüstenfüchse in die Luft zu jagen, obschon sie geradewegs in die andere Richtung fuhren. Dass er behauptet, alle getöteten Kinder hätten keine Kanister sondern Gewehre getragen.</p>
<p>Doch der Jung sollte einfach mal etwas selbst- und traditionsbewusster sein. Wie das geht, hat ihm der Generalgouverneur von Kundus, Mohammad Omar vorgemacht, als er schlicht beschied: &#8220;Die Dorfbewohner haben den Preis dafür bezahlt, dass sie den Aufständischen helfen und ihnen Unterschlupf gewähren&#8221;. Eben. Das ist Aufstandsbekämpfung deutschen Geistes. Dass ein dahergelaufener Ureinwohner kommen muss, um dem deutschen Minister zu erzählen, wo&#8217;s langgeht, ist der eigentliche Skandal. Teutozilla eiert nämlich nicht &#8216;rum. Der redet Klartext.</p>
<p>Doch das ist jetzt auch schon egal. Um es mit Manfred Stenner, dem Sprecher des &#8220;Netzwerks Friedenskooperative&#8221;, zu sagen: &#8220;Meinethalben soll er es sich aussuchen: Wenn es ein Krieg ist, war das ein Kriegsverbrechen, ist es kein Krieg, war es Massenmord.&#8221;</p>
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		<title>SECHS JAHRE BLEIMÜTZE</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 19:33:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wuppertal hat gewählt. Oder auch nicht. Zur Strafe gibt&#8217;s Bleimütze. Nicht unter sechs Jahren. von um3000 Wir sind ja Wessis. Deshalb wissen wir es natürlich nicht so genau. Aber irgendwie so muss es sich doch angefühlt haben, drüben, so nach den Kommunalwahlen im August, September von zwanzig Jahren, oder? Stillstand. Perspektivlosigkeit. Leere Parolen und Durchhaltephrasen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wuppertal hat gewählt. Oder auch <a title="Ergebnisse, Wahlbeteiligung" href="http://www.wahlen.wuppertal.de/kw2009/05124000/index.htm" target="_blank">nicht</a>.<br />
Zur Strafe gibt&#8217;s Bleimütze. Nicht unter sechs Jahren. von um3000</p>
<p><span id="more-137"></span>Wir sind ja Wessis. Deshalb wissen wir es natürlich nicht so genau. Aber irgendwie so muss es sich doch angefühlt haben, drüben, so nach den Kommunalwahlen im August, September von zwanzig Jahren, oder? Stillstand. Perspektivlosigkeit. Leere Parolen und Durchhaltephrasen. Oder? Einseitige und unvollständige Berichterstattung der Presse, scheinbare Zustimmung der Bevölkerung obschon doch alle wissen, dass die Dinge nicht gut stehen, vorhersehbare Wahlausgänge. Oder?</p>
<p>Jetzt haben wir wieder Bleimütze. Aus Küllenhahn. Bleimütze wird die ehemals grosse Stadt sechs weitere Jahre lang auf sein geliebtes <a title="Bleimützes Lieblingsspielzeug - Artikel WZ" href="http://www.wz-wuppertal.de/sro.php?redid=428172" target="_blank">H0-Format-Idyll</a> eindampfen können. Bleimütze wird weiter omnipräsent und ceaușescuesk aus jedem zweiten Foto der Lokalpresse herausgrinsen. Beim Karneval. Beim Wandern. Mit Kindern. Mit Alten. Mit Partei-Urgesteinen. Selbst dann, wenn es sich dabei gar nicht um Urgesteine seiner Bleimützen-Partei, sondern um welche der konkurrierenden Korrumpel-Partei handelt. Bleimütze wird weiter so tun können, als ob er sich für die Belange der Stadt einsetzte, und uns einzureden versuchen, er riskiere eine <a title="Da geht's schon wieder los... - Artikel WZ" href="http://www.wz-wuppertal.de/?redid=618064" target="_blank">dicke Lippe</a> bei der &#8220;Macht&#8221;, die er &#8220;hinter sich weiss&#8221;, um irgendeine kommunale Fähigkeit des Handelns wiederherzustellen. Dabei tut er dann so, als wäre es nicht gerade seine &#8220;Macht&#8221; &#8211; &#8230;die Bleimütze hinter sich weiss&#8230; &#8211; die seit Jahren systematisch kommunale Handlungsspielräume aushöhlt, zerbröselt und plattwalzt, damit die Blei- und Mützenwirtschaft sich das Allgemeinvermögen der Städter im Zuge von Privatisierungen unter den Nagel reissen kann.</p>
<p>Bleimütze wird weiter kommunale Ordnungsdienste und die Polizei einsetzen, um sich seine kleine Märklin-Welt nicht von urbanen Randfiguren verschandeln lassen, und er wird jetzt verkünden, was er vor der Wahl nicht wusste, nun aber weiss, nämlich dass es ab jetzt gar nix mehr für solche gibt. Für die anderen aber auch nicht. Kurz &#8211; er wird sein umfassendes Zerstörungswerk fortsetzen und vollenden, garniert mit einer unerträglichen Bigotterie und Schmierigkeit. Er wird auf uns lasten und Kopfschmerzen verursachen wie eine&#8230; Bleimütze eben.</p>
<p>Weiter geht&#8217;s damit, Stadträume zu privatisieren, auf dass nur noch Kunden sich in ihnen aufhalten dürfen, weiter geht&#8217;s damit, Dinge die mal allen gehörten, an Konzerne zu verhökern, damit mit den Verkaufserlösen deren Komplizen ästhetische Katastrophen auf Plätze und in freie Flächen bauen können, und weiter geht&#8217;s mit dem tollen Plan, Wuppertal zum deutschlandweiten Knast-Kompetenzzentrum zu machen. Das ist sowieso die beste Idee von allen, die Bleimütze vertritt. Man muss nur die Synergieeffekte zu nutzen wissen. Falls mal jemand aufmuckt.</p>
<p>Aber jetzt mal im Ernst: Wie kann es sein, dass in einer Stadt, die mittlerweile zu den Armenhäusern des Landes gehört &#8211; allgemein ja sowieso, und was die persönlichen Insolvenzen betrifft ebenfalls &#8211; und deren steter Niedergang mittlerweile selbst den Scheuklappenhändlern aus dem Verlagshaus am Otto-Haussmann-Ring aufgefallen ist, während die agierenden Lokal-Politiker sich hauptsächlich durch geheime und riskante Cross-Border-Lasingverträge, verheimlichte Listen beabsichtigter Einsparungen oder platteste Korruption auszeichnen, nach einer Wahl alles so ist, wie vor der Wahl? Wie lässt sich an einem solchen Ort ein Kommunal-Wahlergebnis von <a title="Kleine Geschichtskunde - Artikel Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wende_%28DDR%29&amp;action=edit&amp;section=2" target="_blank">98,85% Zustimmung</a> erklären? Ups. Schuldschung. Das war ja jetzt wieder die andere&#8230;</p>
<p>Schon klar. Das läuft hier anders ab. Etwa durch simples Verschweigen von Alternativen in der Lokalpresse. Durch vorgeblich alternativlose Politikentscheidungen im Vorfeld. Durch das fröhliche Befördern resignativer Grundhaltungen. Da ist das im Vergleich etwas unelegante Fälschen von Ergebnissen dann gar nicht mehr nötig. Die Leute machen freiwillig, was erwünscht ist, auch wenn sie eigentlich gegen einen teuren Ausbau einer zentralen Kreuzung oder einen neuen Jugendknast im Naherholungsgebiet sind. Deswegen werden noch lange nicht die gewählt, die es anprangern, dass Teile der Stadtwerke verkauft werden, um den Döppersberg zu finanzieren oder dass dafür auch noch Förderungen von Kiezen und Initiativen gestrichen werden müssen. Sie wählen besinnungslos die lokale Einfalts-Front, oder sie wählen gar nicht.</p>
<p>Selbst schuld. Die meisten verdienen nichts anderes als Bleimütze. Und die anderen? Machen eben das, was die drüben auch gemacht haben. Weggehen. Obwohl da niemand ist, der ihnen Begrüssungsgeld zahlt. So betrachtet, braucht diese Stadt erst Recht kein repräsentatives Entrée am Döppersberg, sondern nur einen vernünftigen Ausgang.</p>
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		<title>MOONWALK? TANZ DIE PINA BAUSCH!</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 17:27:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es wäre eine angemessen spannende Begegnung von weltweit trauernden Menschen, träfen Massen von Michael Jackson-Kopien auf die vielen Fans der &#8220;Göttin des Tanzes&#8221;, um den Verlust ihrer Ikonen gemeinsam tanzend zu bewältigen. Die dabei entstehenden Bilder würden der Kritik sicherlich gefallen, die uns heute und in den nächsten Tagen jede Menge vorproduzierter Nachrufe auf die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wäre eine angemessen spannende Begegnung von weltweit trauernden Menschen, träfen Massen von Michael Jackson-Kopien auf die vielen Fans der &#8220;Göttin des Tanzes&#8221;, um den Verlust ihrer Ikonen gemeinsam tanzend zu bewältigen. Die dabei entstehenden Bilder würden der Kritik sicherlich gefallen, die uns heute und in den nächsten Tagen jede Menge vorproduzierter Nachrufe auf die Wuppertaler Choreographin vorsetzen wird. Bis dann das Thema für die Feuilletonschreiber der bürgerlichen Presse abgehakt, und die nächste Sau ausgemacht sein wird, die sie durch ihren feingeistigen Blätterwald treiben können.</p>
<p><span id="more-60"></span>Nicht allzu schnell werden die Bewohner Wuppertals den Tod der Chefin des Tanztheaters, jener &#8220;strengen bergischen Frau&#8221; (Zitat: <a title="http://500beine.myblog.de/" href="http://500beine.myblog.de/" target="_blank">500 Beine</a>), abhaken können. Viel zu gross ist die Lücke, die sie künstlerisch hinterlässt und zu schwer die erlittene Verwundung der urbanen Seele dieser Stadt, um schon bald zur Tagesordnung übergehen zu können.</p>
<p>Damit ist nicht in erster Linie der Verlust an Reputation gemeint, der nun die, kulturell nicht gerade schwergewichtige, Stadt an der Wupper ereilen wird. Das, unmittelbar nach Bekanntwerden ihres Todes eingesetzte Begreinen des Bedeutungsverlustes der Stadt kann getrost dem Wuppertaler OB Peter Jung überlassen werden, dessen echte Bestürzung über den Verlust einer so gerne wie entlarvend als &#8220;Aushängeschild&#8221; bezeichneten Künstlerin gut im TV-Interview zu sehen war.</p>
<p>Viel mehr wird den Bewohnern der Stadt die künstlerisch teils wundersame Überhöhung ihres eher tristen Alltagsseins in einer &#8220;Werktagsstadt&#8221; (Zitat Pina Bausch) abhanden kommen, von der auch jene, die in ihrem Leben niemals die Spielstätten des Wuppertaler Tanztheaters betreten haben, zehrten. Das Ensemble des Wuppertaler Tanztheaters hat mit seinen Inszenierungen in Permanenz nachgewiesen, dass auch inmitten von Leucht-Grau und mit einer global vorkonfektionierten Fastfood-Station als unmittelbarem Nachbarn, Bilder von übergrosser Schönheit und Intensität entstehen können.</p>
<p>Auch, wenn viele bergische Querschädel das, was im Opernhaus, bzw. Schauspielhaus stattfand, nur vom Hörensagen kannten und erst nach internationalem Jubel die Qualität dessen zu würdigen begannen, war die Identifikation mit den rezipierten Themen der Pina Bausch hoch. Ging es nicht auch im Alltag zwischen Lidl und ALDI, zwischen ARGE und Ein-Euro-Job um eigentlich andere, existenziellere Fragen des Daseins? Erinnerte das Bauschsche Tanztheater &#8211; auch durch die internationalen Kooperationen mit Künstlern aus Orten, in denen das Leben oft noch schwerer fällt als im Tal der Wupper &#8211; nicht immer wieder daran, dass es vor allem die eigenen Handlungen im Feld der Liebe, der Zuneigung, der Trauer oder auch der Konflikte mit Machtstrukturen sind, die letztlich über den Grad des Glücks entscheiden? Was bedeutete das für die Wahrnehmung dieser Stadt als Lebensraum? Wenn das Berlin Wowereits &#8220;arm aber sexy&#8221; ist, was war dann das Wuppertal der Bausch? Arm aber intensiv?</p>
<p>Das Beharren Pina Bauschs darauf, ihrer Arbeit in Wuppertal, (ausgerechnet in Wuppertal !), nachzugehen, war etwas, dass die Bewohner der Stadt stolz gemacht hat. In einer Stadt, die Viele verlassen, war das Bleiben einer Künstlerin, die jeden Ort der Welt hätte auswählen können, um unter ungleich mondäneren und luxuriöseren Bedingungen ihre künstlerische Arbeit fortzusetzen, gleich mehrfach bedeutsam. Weil es als Ausweis dafür verstanden wurde, dass sich ein Bleiben und erfolgreiches Arbeiten nicht ausschliessen müssen &#8211; dass die Stadt also nicht zwingend eher Mittelmässiges hervorbringen muss. Und auch, weil sich die Wuppertaler über das Tanztheater kollektiv selber einen offenen Geist zuschreiben lassen konnten, den sie in Wahrheit häufig gar nicht hatten &#8211; zumindest nicht am Anfang.</p>
<p>Doch die anfängliche, ignorante Verstörung der Besucher ihres Tanztheaters ist mit der Zeit tatsächlich einem ehrlichen Respekt gewichen. Sie haben die Provokateurin einfach irgendwann für sich vereinnahmt, die einen mehr still und lernend &#8211; die anderen aus Gründen des Marketings.</p>
<p>Aber Pina Bausch hat sich nie wirklich vereinnahmen lassen. Auch das wichtig für die oben erwähnte urbane Seele, die in Wuppertal &#8211; vielleicht mehr noch als anderswo &#8211; peinlich darauf achtet, ob jemand abhebt oder sich zurückzieht, wenn der grosse Ruhm kommt. Nie hat sich um die Choreographin und ihre Kompagnie eine elitäre Szene etabliert, die abseits der Stadt in einer eigenen Sphäre lebte. Im Gegenteil &#8211; Pina Bausch hat Generationen von Tänzern aus aller Welt zu den Leuten der Stadt gebracht &#8211; in viele Veranstaltungen anderer Künstler, in das Alltagsleben und auch in die Kneipen und Bars. Mancher Ort, wie beispielsweise das frühe Café du Congo im Luisenviertel am Beginn seines Daseins als &#8220;kleine Altstadt&#8221; Elberfelds vor dreissig Jahren, oder das Café ADA heute, wäre ohne das Tanztheater Pina Bauschs nur schwer vorstellbar. Ideell, oder, wie beim Kampf um den Erhalt des ADA, auch ganz konkret.</p>
<p>Dabei sind auch viele Freundschaften entstanden, und vielfältige, enge internationale Vernetzungen. Und die Tatsache, dass alle einige kennen, die ganz persönlich geschockt sind über den Verlust des Menschen Pina Bausch, macht ihren Tod schwer fassbar. Die Situation erinnert an eine Katastrophe, von der um einen herum zuviele Menschen direkt betroffen sind.</p>
<p>In den mehr als dreissig Jahren, in denen Pina Bausch Wuppertals Kulturszene geprägt hat, sind abertausende ganz persönlicher Geschichten und Episoden entstanden. Sie alle wabern derzeit durch die schwüle Sommerhitze &#8211; egal, wo man sich in Wuppertal gerade aufhält. Man stelle sich vor, Pina Bausch könnte noch aus diesem riesigen Fundus an Szenen und Bildern schöpfen &#8211; sie wäre in der Lage, sie auf der Bühne nachvollziehbar umzusetzen.</p>
<p>Pina Bausch hat der Welt eine neue Definition von Tanz gegeben und Wuppertal eine Form von Würde. Es wäre zu wünschen, es ergäbe sich für die Bewohner der Stadt eine Möglichkeit, von Pina Bausch Abschied zu nehmen, indem sie ihr einen letzten Vorhang bereiten, der ihrer Bedeutung für die Menschen in Wuppertal angemessen ist. Es würden sicherlich sehr viele kommen, sie war schliesslich eine von uns.</p>
<p>Dieser Artikel ist ursprünglich bei <a title="Zur Startseite von TUNN:EL" href="http://tunnel-wuppertal.org/main/" target="_blank">TUNN:EL</a> erschienen.</p>
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		<title>TUNN:EL ONLINE + BEIM FEST</title>
		<link>http://um3000.org/2009/06/24/tunnel-online-beim-fest/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 19:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Reclaim your City! TUNN:EL über das schrumpfende Wuppertal Es ist inzwischen zwei Jahre her, dass ein paar Leute &#8211; (darunter auch der Autor) &#8211; den eher verwegenen Gedanken verfolgten, in einer stillgelegten, unterirdischen Ladenpassage am Alten Markt in Wuppertal-Barmen einen Veranstaltungsort mit 800qm Szenenfläche, bzw. Gastraum einzurichten, der über ein einzigartiges Ambiente verfügt hätte. Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Reclaim your City! TUNN:EL über das schrumpfende Wuppertal<br />
</strong><br />
Es ist inzwischen zwei Jahre her, dass ein paar Leute &#8211; (darunter auch der Autor) &#8211; den eher verwegenen Gedanken verfolgten, in einer stillgelegten, unterirdischen Ladenpassage am Alten Markt in Wuppertal-Barmen einen Veranstaltungsort mit 800qm Szenenfläche, bzw. Gastraum einzurichten, der über ein einzigartiges Ambiente verfügt hätte. Im Laufe der notwendigen Beschäftigung mit den örtlichen Rahmenbedingungen entwickelte sich aus der zu Beginn losen Gruppe die Idee zum offenen Projektbüro TUNN:EL, was als Abkürzung des phantastischen Namens &#8216;transurbane nachnutzungen : experimental-labors&#8217; zu lesen ist.</p>
<p><span id="more-134"></span>Die Akteure von TUNN:EL sind seinerzeit weit über den reinen Entwurf eines Veranstaltungszentrums in einem Fussgängertunnel hinausgegangen, als sie sich intensiv mit der Problematik einer schnell schrumpfenden Stadt Wuppertal, mit den Ursachen dafür und mit möglichen Lösungen jenseits investorenfreundlicher Stadtplanungen und öffentlicher finanzieller Förderungen auseinandergesetzt haben. Dies taten sie zu einer Zeit, als die erwartbar negativen Entwicklungstendenzen Wuppertals noch nicht im Fokus lokaler Politiker und vorgeblicher lokaler Berichterstattung angekommen waren. (Wobei doch stark zu bezweifeln ist, dass die wirklichen Verwerfungen und Folgen von Stadtschrumpfung durch jene inzwischen realisiert werden.)</p>
<p>Jetzt &#8211; mit ziemlicher Verzögerung &#8211; hat das offene Projektbüro TUNN:EL die damaligen, (eigentlich für die Kommunikation mit der städtischen Verwaltung entwickelten), Pläne, Thesen und Prognosen über <a title="Zur TUNN:EL-Homepage" href="http://tunnel-wuppertal.org/main/" target="_blank">www.tunnel-wuppertal.org</a> in etwas überarbeiteter Form der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.</p>
<p>Die Geschichte der Entwicklung und des Scheiterns dieses Projektes und die Thesen zu Shrinking Cities lesen sich zwar etwas trocken und manchmal etwas mühselig, sind aber mutig, weil sie über die aktuelle Ausrichtung der Lokalpolitik hinausweisen und sie bieten zudem gleichzeitig jede Menge theoretische Unterfütterung für lokale Interventionen. Spannend wird jetzt, inwieweit sich das offene Projektbüro wirklich etablieren kann, um wie angekündigt eine Neudefinition von &#8216;Stadt&#8217; als Lebensraum zu betreiben und eine Wiederaneignung städtischer Räume durch ihre Bewohner zu unterstützen.</p>
<p><strong>&#8220;If we can&#8217;t be free, at least we can be cheap!&#8221; Frank Zappa</strong><br />
(Aus dem eFlyer von TUNN:EL)</p>
<p>Zunächst ist TUNN:EL &#8211; seinen eigenen Ansprüchen gerecht werdend &#8211; auch in dieser Samstagnacht natürlich dabei, wenn zum vierten Mal die massenhafte Wiederaneignung öffentlicher Räume durch die Bewohner der Stadt im Rahmen des Stadtfestes &#8216;Langer Tisch&#8217; stattfindet. Mehr als 80 selbst organisierte Bühnen, Blockparties, Soundsystems und unzählige, auf die Strasse verlegte Wohnzimmerfeiern, werden bis zum frühen Morgen aus dem Strassenfest auf den Hauptverkehrsstrassen der Talsohle erneut ein urbanes Happening machen, das bis in den frühen Morgen dauern wird.</p>
<p>TUNN:EL konnte für seine Blockparty den Platz vor dem Eingang der Stadtsparkasse am Robert-Daum-Platz ergattern, was nicht nur einen reizvollen inhaltlichen Kontrast darstellt, sondern auch einen überdachten Schutzraum bei etwaigen Regenschauern sichert. Dort gibt es einen Live-Gig von <strong>Northern Beach</strong> (ca. 2100), und das bunt zusammengewürfelte <strong>Urban Liquidators Soundsystem</strong>, bei dem u.a. auch <strong>um3000</strong> dann und wann am Start sein wird (ca. 2230). Zu trinken gibt es Bier aus&#8217;m Fass, Wasser und Kaffee aus der mobilen Espressomaschine.</p>
<p><a title="Zur TUNN:EL-Homepage" href="http://tunnel-wuppertal.org/main/" target="_blank">Zur TUNN:EL-Homepage</a><br />
<a title="TUNN:EL beim Langen Tisch" href="http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/67-TUNNEL-BEIM-LANGEN-TISCH.html" target="_blank">TUNN:EL beim Langen Tisch (mit Vorfreudepäckchen&#8230;)</a></p>
<div align="center"><a title="Zum Artikel auf der TUNN:EL-Homepage" href="http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/67-TUNNEL-BEIM-LANGEN-TISCH.html" target="_blank"><img src="http://www.um3000.org/images/eFlyer_Tisch.jpg" alt="eFlyer" width="490" /></a></div>
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		<title>2. JUNI &#8211; UMCAST</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 19:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kultur und alltag]]></category>
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		<category><![CDATA[Bennor Ohnesorg]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein &#8211; schon etwas älterer &#8211; UMCAST zum Jahrestag, bevor die Historie des deutschen Reiches seit Stalingrad komplett umgeschrieben wird, weil sie entdeckt haben, dass einer ihrer Mordbüttel ein charakterloses Schwein gewesen ist. Nicht, weil er heute vor 42 Jahren einen Demonstranten in den Kopf schoss, sondern weil er den Diener mehrerer autoritärer Herren gab. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein &#8211; schon etwas älterer &#8211; <strong>UMCAST</strong> zum Jahrestag, bevor die Historie des deutschen Reiches seit Stalingrad komplett umgeschrieben wird, weil sie entdeckt haben, dass einer ihrer Mordbüttel ein charakterloses Schwein gewesen ist. Nicht, weil er heute vor 42 Jahren einen Demonstranten <a title="Wikipedia: Benno Ohnesorg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benno_Ohnesorg" target="_blank">in den Kopf schoss</a>, sondern weil er den Diener mehrerer autoritärer Herren gab. Eine Eigenschaft, die doch eigentlich eine gewisse Traditionslinie deutscher Funktionsträger <a title="Wikipedia: Hanns Martin Schleyer bei den Nazis" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Martin_Schleyer#Zeit_des_Nationalsozialismus" target="_blank">aufgriff</a> und <a title="Wikipedia: Hans Globke bei den Nazis" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Globke#Globkes_T.C3.A4tigkeit_in_der_NS-Zeit" target="_blank">fortschrieb</a>. Ob Geschichte umgeschrieben werden muss, kommt eben immer darauf an.</p>
<p>&#8220;Wenn uns an der Aktion der RAF &#8217;72 etwas bedrückt, dann das Missverhältnis zwischen unserem Kopf und unseren Händen und den B 52&#8243; <strong><a href="http://www.um3000.org/trax/june-2nd.mp3">+++ umcast +++</a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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