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	<title>UMLOG &#187; tv-eye und flat brains</title>
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		<title>Endlich wird über vor Italiens Küste Ertrinkende mal angemessen berichtet!</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 13:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Beinahe im Wochenrhythmus saufen im Mittelmeer Menschen ab. Mal sind es einzelne, mal ein Dutzend, manchmal auch Hunderte, die nach einem Untergang erbärmlich verrecken. Konfus und in Panik erleben sie ihre letzten Minuten, alleingelassen von allen die helfen könnten und müssten. Und oft ist ihr Schicksal den Medien nur eine Kurzmeldung wert. Doch es ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beinahe im Wochenrhythmus saufen im Mittelmeer Menschen ab. Mal sind es einzelne, mal ein Dutzend, manchmal auch Hunderte, die nach einem Untergang erbärmlich verrecken. Konfus und in Panik erleben sie ihre letzten Minuten, alleingelassen von allen die helfen könnten und müssten. Und oft ist ihr Schicksal den Medien nur eine Kurzmeldung wert.</p>
<p>Doch es ist ein mediales Wunder geschehen. Obschon die Anzahl der Opfer diesmal eher übersichtlich ist, steht das Schiffsunglück vor Italiens Küste im Fokus des Interesses. Keine Nachrichtensendung, in der die Katastrophe auf See nicht der Aufmacher wäre; es gibt Live-Schalten zum Unglücksort; Gerettete dürfen vor laufenden Kameras von ihrer Angst und über die traumatische Situation reden; die Pressekonferenz der örtlichen Behörden wird live bei Phoenix gesendet. Dafür wird sogar der tausendste Hintergrundbericht zum korrupten Bundespräsidenten unterbrochen.</p>
<p>Nachdem auch 2011 wieder tausende Frauen, Männer und Kinder jämmerlich in den Fluten des Mittelmeers ertrunken sind, wurde es aber auch Zeit, dass sich die Medien im neuen Jahr dieses fortwährenden Dramas einmal angemessen annehmen.</p>
<p><span id="more-365"></span></p>
<p>Wie? Kein mediales Wunder? Es geht gar nicht um Flüchtlinge auf dem unsicheren Weg nach Europa? Was sagt ihr? Ihr berichtet nur, weil es keine Neger und Araber sind? Weil es sich um welche &#8220;von uns&#8221; handelt? Weil ja sogar &#8220;Deutsche&#8221; verletzt worden seien? Weil die, die da jetzt Pech hatten und vielleicht einen unfähigen Skipper, ja nur ein &#8220;wohlverdientes schönes Leben&#8221; mit Häppchen und Drinks haben wollten, das ihnen von denen, über die ihr sonst nicht berichtet, weggenommen werden soll, bloß weil die auch etwas vom Buffet haben wollen?</p>
<p>Da gucken die Leute jetzt zu, sagt ihr, und bei jenen anderen eben nicht? Außer vielleicht mal bei nem Samstagabendkrimi? Ach, geht mir weg.</p>
<p>Ihr seid einfach ein verlogenes, rassistisches Pack!</p>
<p>Nachbemerkung an alle Kreuzfahrtler, Angehörige und Traumschiff-Freunde:</p>
<p>Dass jetzt welche von euch ertrunken sind oder doch wenigstens beinahe, und währenddessen Todesängste erlitten, tut natürlich leid. Auch teilen wir die Klagen über einen offenbar unverantwortlichen Käpt&#8217;n, fehlende Rettungsboote, schlechtes Essen und stümperhafte Bordkapellen. Auch wenn euch der Urlaub an Bord eines Kreuzfahrtschiffes nur einen Bruchteil dessen kostet, was ein afrikanischer Flüchtling für eine einfache Überfahrt zu zahlen hat. Gemessen an dem, was ihr jeweils besitzt.</p>
<p>Schön wäre es aber, wenn ihr euch in Zukunft aus dieser Erfahrung heraus mit Nachdruck für gleiche Standards für alle über das Mittelmeer fahrenden Menschen einsetzen würdet. Und den Traumschiff-Fernsehanstalten könntet ihr dann gleich auch mal die Meinung sagen.</p>
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		<title>DER HETZER</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 12:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Massenmord in einem Jugend-Sommercamp der norwegischen Sozialdemokraten und die Detonation einer gewaltigen Autobombe in Oslo waren nur wenige Stunden her, da lief die Volksverhetzung in den deutschen Massenmedien bereits wieder auf Hochtouren. Die Dummschwätzer und Aufwiegler der TV-Anstalten, die dort als &#8220;Terrorismus-Experten&#8221; gelabelt werden, überschlugen sich in Begründungen dafür, warum Norwegen Ziel eines &#8220;islamistischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Massenmord in einem Jugend-Sommercamp der norwegischen Sozialdemokraten und die Detonation einer gewaltigen Autobombe in Oslo waren nur wenige Stunden her, da lief die Volksverhetzung in den deutschen Massenmedien bereits wieder auf Hochtouren. Die Dummschwätzer und Aufwiegler der TV-Anstalten, die dort als &#8220;Terrorismus-Experten&#8221; gelabelt werden, überschlugen sich in Begründungen dafür, warum Norwegen Ziel eines &#8220;islamistischen Terrorakts&#8221; geworden war. Die NATO, Afghanistan und auch die Angriffe auf Tripolis wurden genannt. In der verqueren Hirnsosse, die im Schädel dieser Journalistendarsteller herumschwappt, wurde so sogar Muammar al-Gaddafi zum Islamisten. Nun stellt sich heraus, dass der Täter offenbar jemand war, der den geistigen Müll, den Medien und &#8220;Terror-Experten&#8221; permanent verbreiten, absolut verinnerlicht hatte.</p>
<p>Ermittlungen gegen Medien, die geistige Grundlagen für Massenmord propagieren, wären jetzt konsequent. Und Leute wie der hier sollten für immer vom Bildschirm verschwinden.</p>
<p><iframe width="500" height="314" src="http://www.youtube.com/embed/64VkeZQwFFc?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Soso. Ihr wuppt das also?</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 17:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kiez und umgebung]]></category>
		<category><![CDATA[lüge und wahn]]></category>
		<category><![CDATA[tv-eye und flat brains]]></category>
		<category><![CDATA[Boros]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Wir wuppen das]]></category>
		<category><![CDATA[Wuppertal]]></category>

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		<description><![CDATA[Original erschienen bei basta-wuppertal. Was, werter Christian Boros „wuppen“ Sie denn? Vom verbratenen Werbeetat ihres Kunden mal abgesehen? Auf der Suche nach einem griffigen Claim und einer preiswerten Kampagne für ihren Kunden, der sich zur Feier seines Rekordgewinns mal ein bisschen plustern will, haben Sie in ihrem Berliner Kunstbunker also in der hintersten Ecke der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Original erschienen bei <a title="Zur basta!-Homepage" href="http://basta-wuppertal.de/" target="_blank"><em>basta-wuppertal</em></a>.</strong></p>
<p>Was, werter Christian Boros „wuppen“ Sie denn? Vom verbratenen Werbeetat ihres Kunden mal abgesehen?</p>
<p><span id="more-310"></span>Auf der Suche nach einem griffigen Claim und einer preiswerten Kampagne für ihren Kunden, der sich zur Feier seines <a title="Bericht der WZ dazu" href="http://www.wz-newsline.de/?redid=847856" target="_blank">Rekordgewinns</a> mal ein bisschen plustern will, haben Sie in ihrem Berliner Kunstbunker also in der hintersten Ecke der Guerilla-Marketing Mottenkiste mal nachgeschaut. Sicher haben Sie sich dann ´n Loch inn Kopp gefreut, als Ihre Agentur dort, zwischen all den abgelegten Adaptionen kreativen Marketings, die <a title="Handelsblatt vom 06.07.2000" href="http://www.handelsblatt.com/archiv/werbung-ohne-produkt;308147" target="_blank">zehn Jahre alte E.ON-Kampagne</a> gefunden hat. Denn, wenn ein Haufen roter Plakate ohne Absender das hässliche Stadtbild verschönern, würde man sowas in der heimischen Provinz ganz bestimmt noch immer für „cool“ halten.  Und sicherlich würden Tausende Wuppertaler den lieben langen Tag – und den haben ja recht viele, wie die jüngste Arbeitslosenstatistik wieder gezeigt hat – nichts anderes tun haben, als zu rätseln, wer hinter der derb-fetten Kampagne steckt. Von den lichten Höhen der Hauptstadt aus kommt es einem nämlich so vor, als würden die hier alles total pornös finden, was überall sonst schon vor zehn Jahren eigentlich nur noch zum Gähnen gewesen ist.</p>
<p>Das muss man dann nur noch seinem Kunden verkaufen. Doch was der Mutter des Energie-Oligopols recht war, wird dem kleinen Energieversorger aus dem Jammertal schon bilig sein. Vorhandene Restzweifel möge der eigene, gut polierte Ruf als „Werbeguru“ schon beseitigen. Und sollten die Wuppertaler dann doch etwas weniger aufgeregt auf das krasse Ratespiel reagieren als erwartet, hat man ja immer noch Kontakte zur lokalen Presse, und zu früheren Leitern des Stadtmarketings, die die gewünschte Aufregung <a title="njuuz zum Thema" href="http://www.njuuz.de/beitrag7043.html" target="_blank">notfalls herbeischreiben</a> können.</p>
<p>Doch halt! Zum erfolgreich akquirierten Budget fehlt ja immer noch der griffige Claim. Aber war Wuppertal nicht in letzter Zeit öfter mal ein nettes Thema beim Smalltalk gewesen? Hatte man sich nicht zwischen Häppchen und Selbstweihrauch bestens erregt über die Miesepeter und Looser von der Wupper, die der Republik mit ihrem Gejammer über die kommunale Krise und ihr kaputtes Theater auf den Sack gegangen sind? Liesse sich da nicht was draus machen? Sowas total Schrilles, und Aufbauendes wie „Du bist Deutschland?“ Da waren ja auch schon Anleihen bei berühmten Vorbildern der Werbung gemacht worden. Vielleicht also „Du, Wuppertaler, du!“, oder lieber ‘was wie „wir machen das mit den Fähnchen“?</p>
<p>Ach, zu lang? Das passt gar nicht auf die Plakate?</p>
<p>Da muss einer der prekären Menschen beim Power-Brainstorming im Office „Wir wuppen das!“ gerufen haben. Und alle haben sich gebogen vor Lachen. Weil „wuppen“ so ein irre komisches Wort ist. Und weil es einer Werberseele noch immer als total endgeil gilt, mit sinnlosen Wortfetzen die Umgangssprache vollzumüllen. Und weil ihr euch alle gebogen habt vor Lachen, glaubtet ihr, den Spruch gefunden zu haben, der aus Ärger Freude, aus Krieg Frieden und aus Wuppertal ein zukunftsstrotzendes, dynamisches Dorf machen kann, für das man sich nicht mehr schämen muss. Und so habt ihr dann den Werbeetat „gewuppt“.</p>
<p>Doch ihr habt den Schuss nicht gehört. Denn seitdem Oberbürgermeister allen Ernstes „Sparen um zu gestalten“ auf ihre Totsparpakete schreiben, seit die Bundesregierung kommunale Kürzungen und neuerliche Beutezüge ihrer Freunde aus der Wirtschaft als „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ verkauft, und seit „Mehr Brutto vom Netto“ die Republik regiert, geht die Doppelung sinnentleerten Blahs den Leuten zunehmend auf die Nerven. Das enthirnte Gesabbel und die „motivierenden“ Sprüche gleichen aufmunternde Schlägen auf die Schultern der armen Schweine – bei denen der bigott Wohlmeinende aufpassen muss, nichts aus seinem Cocktailglas zu verschütten, während sich die Aufzumunternden an ihren trockenen Brotkrümeln von der „Tafel“ fast verschlucken. Sowas kommt nicht mehr so besonders gut.</p>
<p>Die Zeiten haben sich geändert. Es ist vorbei. Mit dem Wortgeklingel, das alleine schon reichen soll, bessere Laune zu verbreiten. Mit dem Glauben, dass Leute wie Christian Boros irgendetwas für die Leute dieser Stadt tun würden oder könnten. Mit der Verblödung, die noch den letzten Einschnitt in die Lebensqualität der Menschen zu einer prima Schönheitsoperation umdeuten möchte. Es ist vorbei. Vielleicht noch nicht bei allen, aber bei immer mehr Leuten schrillt bei sowas wie ihrer coolen Kampagne nur noch der persönliche Verarschungsalarm. Und die anderen, die Gutmütigen, die sitzen jetzt da, und warten darauf, das Sie das jetzt auch „wuppen“.</p>
<p>Also, Christian Boros – was „wuppen“ Sie denn? Stellen Sie den Leuten vom Ölberg, denen mit dem Freibad Mirke ihr letztes Freizeitrefugium genommen wird, ihren Pool zur Verfügung? Bieten Sie ihre teure Kunst jetzt zum Kauf an, um mit dem Erlös die Wuppertaler Kultur zu fördern? Bringen Sie wenigstens ihren vermeintlichen Kunden dazu, endlich bezahlbare Nahverkehrstickets anzubieten?</p>
<p>Also, was „wuppen“ Sie?</p>
<p>Was wir „wuppen“, wissen wir. Wir „wuppen“ den Widerstand gegen den Kahlschlag unserer urbanen Strukturen und den Ausverkauf unserer Stadt, und wir „wuppen“ die Selbstermächtigung der Wuppertaler gegen anmassende Profiteure eines Systems, das die Stadt in die Situation gebracht hat, in der sie ist.</p>
<p>P.S.: Dass ausgerechnet die Firma „Stroer“, (deren skandalös profitabler Vertrag zur Stadtwerbung mit der Stadt Wuppertal einer der vielen Gründe für die Stadt ist, auf urbane Herausforderungen hilflos zu reagieren), die Werbeträger für Ihre „coolen“ Reklameplakate stellt, ist ein Treppenwitz der besonderen Art. Wer wissen möchte, warum, kann <strong><a title="TUNN:EL über Verwicklungen und Konsequenzen" href="http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/69-Leichen-im-Untergeschoss.html" target="_blank">hier mal reinlesen</a></strong>.</p>
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		<title>HATE-RADIO</title>
		<link>http://um3000.org/2008/07/02/hate-radio/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 17:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[kultur und alltag]]></category>
		<category><![CDATA[lüge und wahn]]></category>
		<category><![CDATA[tv-eye und flat brains]]></category>
		<category><![CDATA[zorn und selbstkontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball EM]]></category>
		<category><![CDATA[Hateradio]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Hate-Radio bezeichnet für gewöhnlich meist staatlich gesendetes Programm, das zum Hass auf bestimmte Ethnien oder auf religiöse oder politische Gegner anstachelt. Eine ganz neue Form von Hate-Radio, bzw. Hate-TV jedoch wurde in den Wochen der Fussball-EM durch die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands kreiert. Der Hass, der durch die Art der 24/7-Versendung bei mündigen Zuschauern entstand, war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Dossier zum Thema (engl.)" href="http://www.radionetherlands.nl/features/media/dossiers/hateintro.html" target="_blank">Hate-Radio bezeichnet für gewöhnlich meist staatlich gesendetes Programm, das zum Hass auf bestimmte Ethnien oder auf religiöse oder politische Gegner anstachelt</a>. Eine ganz neue Form von Hate-Radio, bzw. Hate-TV jedoch wurde in den Wochen der Fussball-EM durch die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands kreiert.</p>
<p><span id="more-62"></span>Der Hass, der durch die Art der 24/7-Versendung bei mündigen Zuschauern entstand, war Hass auf Johann Baptist Kerner, dem <a title="Jürgen Roth in der Frankfurter Rundschau" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/em_2008/?em_cnt=1351671" target="_blank">anderenorts</a> bereits eine Tracht Prügel gewünscht wurde, weil er &#8220;seinen Mund mit Wörtern füllt, die sich gegen ihre Einspeichelung nicht wehren können&#8221;; Hass auf Monica Lierhaus, deren einst ganz eventuell einmal vorhandene journalistische Zielsetzung mit jeder Sendeminute, die sie uns beplappern durfte, tiefer im Lago Maggiore hinter ihr verklappt worden ist; Hass auf ZDF-Sportstudio-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die mit ihrem üblen schwarz-rot-goldenen Dirndl (sic!) schlimmsten Augenkrebs verursachte und Hass überhaupt auf alle, die im Laufe der drei Wochen die unsägliche ZDF-Seebühne in Bregenz oder Waldemar Hartmanns EM-Club betreten haben. Doch Hass ist nie ein guter Ratgeber. Verstellt er doch den Blick auf ein Medien-Desaster, das weit über den Ekel vor einzelnen Personen hinausreicht und das einer rationaleren Betrachtung bedarf.</p>
<p>Offensichtlich wurde dies nochmals am vorgestrigen Montag, während der wohl schlimmsten Inszenierung der letzten Wochen, als in Berlin die Jubelorgie für die finalen Verlierer des Vortages parallel in nicht weniger als drei öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen wurde &#8211; eine Sendeplanung, die ansonsten eigentlich dem Papst und Königen vorbehalten bleibt. Wieder dabei: Lierhaus und Kerner, die als die neuen Cindy und Bert vor die Kameras und die angeblich Hunderttausende am Brandenburger Tor traten. Der eine salbaderte von &#8220;Grösse im Verlieren&#8221;, die andere salbte &#8220;unsere Jungs&#8221; nach ihrer Rückkehr von der Front, kicherte dabei wie ein Teenie und jazzte die letztlich doch sehr dürftige Performance des Teams zu einer &#8220;tollen Leistung&#8221; hoch. Den Rest ihrer Konzentration mussten beide im weiteren Verlauf dafür aufbringen, nicht auf ihrem eigenen Schleim auszurutschen, auf dem in der Folge zweifelhafte Popkulturgrössen Promoauftritte absolvierten und so das Erscheinen von &#8220;Jogi&#8221;, &#8220;Poldi&#8221; und &#8220;Schweini&#8221; vorbereiteten. Doch das geschenkt. Ausführlichere Stilkritik an der Art der Präsentation der Nationalmannschaft findet sich u.A. <a title="Geklonte Träume - Tagesspiegel" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/EM-2008-deutsche-Mannschaft-Fanmeile-Pocher;art17481,2562611" target="_blank">hier</a> oder <a title="Karnevals-Nationalmannschaft - FAZ" href="http://www.faz.net/s/RubB7A8FA5FA12D4B20A3A3B3662F3A2127/Doc%7EE8BA54F96563D4739BABE1A92102478B9%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">hier</a> in den Feuilletons der bürgerlichen Presse. Dabei wäre ein Verschieben des Themas in die Ressorts Medien und Politik längst angesagt.</p>
<p>Denn was der Aufritt der beiden öffentlich-rechtlichen Anheizer wirklich deutlich gemacht hat, ist, was bei den öffentlichen Leichenbeschauen der letzten Wochen tatsächlich zu begutachten war. Während <a title="Wiglaf Droste in der jungen Welt" href="http://www.jungewelt.de/2008/06-13/015.php" target="_blank">Wiglaf Droste in der &#8220;jungen Welt&#8221;</a> noch dachte, die zahlreichen Besucher eines &#8220;Public Viewings&#8221; betrachteten sich in diesem Sinne im Wesentlichen selber, und Fussballfans des Alltags fanden, dass es sich beim Objekt des nekrophilen Interesses eher um die kommerziell zerfledderten Überreste ihres Ballsports handelte, so wird in der Rückschau klar, welche Leiche tatsächlich in Deutschlands &#8220;Fan-Zonen&#8221; ausgestellt wurde. Es war der Kadaver eines öffentlich-rechtlichen (Sport-) Journalismus, von dem man dort gemeinsam fähnchenschwingend und hüpfend Abschied nehmen konnte.</p>
<p>Kerner, der erstaunlicherweise auch als Journalist geführt wird, Lierhaus und alle anderen aus den Sendebehörden haben in den zurückliegenden Wochen endgültig jedwede Art einer Distanz zum Objekt ihrer Berichterstattung aufgegeben. Kritische Nachfragen? Fehlanzeige. Distanzierte Berichterstattung über Spielverläufe? Nada. Hintergrundinformationen, die nicht mit der DFB-Zentrale abgestimmt waren? Nirgendwo.</p>
<p>Trotz vielstündiger Berichte vor und nach jedem Spiel, erfuhr man von einem fast handgreiflichen Konflikt zwischen dem Spieler Ballack und dem Teammanager Bierhoff im Anschluss an das Finale z.B. nichts, sondern musste warten, bis die Story am Folgetag durch Printmedien <a title="DFB-Elf: Trost im Trotz - SZ" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weltfussball/special/960/142646/index.html/sport/weltfussball/artikel/945/183374/article.html" target="_blank">nachgeliefert wurde</a>.</p>
<p>Trotz grosser und teurer Sportredaktionen bei ARD und ZDF gab es den einzigen im TV ausgestrahlten kritischen Kommentar zur sportlichen Leistung der Nationalmannschaft ausgerechnet von Rainer Holzschuh, sofern man das knurrige Gemurmel eines Günter Netzer nicht als Kritik überbewerten will. Holzschuh, Chefredakteur wohlgemerkt des <a title="kicker-online" href="http://www.kicker.de/" target="_blank">Kicker</a>, einem Magazin, das beileibe nicht in dem Ruf steht, mit dem Gegenstand seiner Berichterstattung allzu kritisch umzugehen, war der einzige, der sich im allgemeinen Taumel der Berliner Jubelperser-Veranstaltung weigerte, rundum mit Allem zufrieden zu sein. Dafür wurde sein Statement dann auch konsequenterweise zum Minoritätensender Phoenix abgeschoben, wo es die gute Laune nicht weiter trüben konnte.</p>
<p>Die Sportredaktionen der Öffentlich-Rechtlichen, die sich noch vor einem Jahr, anlässlich der Dopingfälle rund um den Radsport, den bigotten Heiligenschein eines kritischen Journalismus verpassten &#8211; nicht ohne dafür auch über Karrieren und Lebenswege zu gehen &#8211; sitzen tiefer denn je im Gedärm schwarz-rot-geiler Sport-Helden. Fragt man sich, wie es dazu kommt, gibt es zwei Erklärungsansätze.</p>
<p>Der erste wird durch die Wahl des Ortes der &#8220;DFB-Celebration&#8221; deutlich. War es bis 2006 ausgemachte Sache, dass Teams, die es angeblich verdient hatten, öffentlich in der Hauptstadt des Fussballs &#8211; in Frankfurt nämlich, dem Sitz der DFB-Zentrale &#8211; verabschiedet wurden, so wird seit der WM 2006 dieser hoheitliche Akt in der politischen Hauptstadt des Landes begangen.</p>
<p>Es ist wie in ganz simplen Verschwörungstheorien. Die Herrschenden bedienen sich inzwischen ganz offen des Volksvergnügens Fussball, um Stimmungslagen und Entwicklungen zu beeinflussen. Getreu der Aussage des faschistischen Diktators Portugals <a title="Wikipedia über Salazar" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ant%C3%B3nio_de_Oliveira_Salazar" target="_blank">António de Oliveira Salazar</a>, der auf die Frage, wie er sich so lange &#8211; nämlich 36 Jahre &#8211; habe an der Macht halten können, geantwortet haben soll, massgeblich seinen die &#8220;drei F &#8211; Fiesta, Fado und Fussball&#8221; gewesen &#8211; (Dank für diesen Hinweis an den türkischen Zeitungsverkäufer meines Vertrauens) &#8211; wird ein Ereignis wie die abgelaufene EM dazu benutzt, ein sozial und politisch auseinanderdriftendes Volk mittels eines aufgewärmten &#8220;Sommermärchens&#8221; vom zunehmend perspektivlosen Alltag und von unangenehmen Entscheidungen, wie z.B. der zusätzlichen Entsendung deutscher Soldaten nach Afghanistan abzulenken. Dass die Angelegenheit ganz offen als &#8220;Märchen&#8221; bezeichnet wird, ist dabei nicht mehr als eine zynische Randnotiz.</p>
<p>So einfach das erscheint, so richtig ist es. Aber nicht wirklich neu, denkt man an Salazar. Neu aber ist, dass hierfür die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten derart massiv in die Pflicht genommen werden. Anders, als mit vorhandenen Leitlinien und Sprachregelungen lässt sich nämlich kaum erklären, dass z.B. die öffentlich-rechtliche Bildregie eine im Stadion anwesende Kanzlerin häufiger zeigte, als am Spiel beteiligte Akteure. Begleitet wurden diese &#8211; oft genug den aktuellen Spielverlauf unterbrechenden &#8211; &#8220;Human -Touch&#8221; -Studien von Merkel dann obendrein von latent unterwürfigen Kommentaren, sodass das Ganze in seiner unkritischen Nähe beinahe an das rumänische TV der Ceauşescu-Ära erinnerte. Lediglich die Tatsache, dass Angela Merkel im Anschluss eines Spieles von einem beflissenen öffentlich-rechtlichen Stichwortgeber vor der UEFA-Sponsorenwand in Szene gesetzt wurde, gab uns einen Hinweis darauf, dass es, anders als bei Ceauşescu, offenbar doch noch höhere Mächte zu geben scheint.</p>
<p>Ebensowenig lässt sich anders als mit Vorgaben erklären, dass sämtliche Vor- und Nachberichte zum Halbfinale gegen die Türkei einer &#8211; nach wie vor in weiten Teilen rassistischen &#8211; Gesellschaft ein Wirklichkeitskonzept einer politisch gewünschten &#8220;Freundschaftsparty&#8221; überstülpten. Dass dabei real abgelaufene Türken-Hatzen wie in Magdeburg konsequent ausgeblendet wurden, versteht sich fast von selber. Die Frage, wielange die Sender dieses Bild einer grossen wohligen Harmonie hätten aufrechterhalten können, wenn es &#8211; bei einem verdienten Sieg der türkischen Mannschaft &#8211; nicht bei einzelnen Vorfällen geblieben wäre, musste glücklicherweise nicht beantwortet werden, weil das Tor in letzter Minute auf der &#8220;richtigen&#8221; Seite fiel. Obwohl &#8211; interessant wäre es schon gewesen, herauszufinden, ob sie vielleicht bereits vorproduzierte Hintergrundberichte über das Scheitern von &#8220;Multikulti&#8221; zur Verfügung gehabt hätten, um eine zu erwartende Aufwallung zu kanalisieren, oder ob die riesige Party zwangsweise auch im TV hätte weitergehen müssen.</p>
<p>Dass es bei den vielfachen medialen Diensten im Sinne einer fussballbefeuerten neuen &#8220;Du bist Deutschland!&#8221;-Kampagne nicht nur um vorauseilenden Gehorsam einzelner Sportredaktionen ging, sondern dass das ganze System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Dienst der Sache gestellt wurde, zeigte sich besonders im auf zehn Minuten verkürzten Allerheiligsten der Öffentlich Rechtlichen, den Hauptnachrichten in den jeweligen Halbzeitpausen. Diese schienen auf Zeit ebenfalls federführend vom &#8220;Sport&#8221; gemacht, und machten in der Regel nicht mit den politischen Schlagzeilen des Tages auf, die z.B. aus dem bereits angesprochenen Afghanistan-Mandat oder der geplanten Zentralerfassung aller Bürger bestanden hätten. Stattdessen eröffnete meist ein bereits zuvor gesendeter bunter Beitrag aus der Welt des zweiten &#8220;Sommermärchens&#8221; die Sendung. Hier ging es dann hauptsächlich um aktuelle Speisefolgen der Nationalspieler oder um Fragen wie &#8220;Tischtennis oder Yoga?&#8221; bzw. &#8220;Spielerfrauen oder Spielekonsole?&#8221;. Und selbst hier noch griff die Selbstzensur, in deren Fokus die Aufrechterhaltung der umfassenden Fröhlichkeit stand und durch die alles, was über das inszenierte &#8220;Märchen&#8221; hinausweisen könnte, ausgeblendet wurde. So wurde dem Zuschauer z.B. nicht zugemutet, die Nachricht, dass die Grossmutter des Spielers Mertesacker offenbar während der EM verstorben war, für ihn ein Besuch seiner Familie jedoch nicht ermöglicht werden konnte, in Relation zur Wichtigkeit der &#8220;Gipfel-Mission&#8221; &#8220;unserer Jungs&#8221; zu stellen.</p>
<p>Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich nicht nur mit ihren Sportredaktionen von seriösem Journalismus verabschiedet. Wer Augen hat, zu sehen, und Ohren hat zu hören, weiss das schon länger, die oben angeführten Fälle sind nur exemplarisch für nahezu täglich vorgeführtes Desinteresse an distanzierter, fundierter und objektiver Berichterstattung. In der Transformation eines Sportereignisses zu einer nationalen Weihe und in der täglichen Ballung über drei Wochen fiel es nur besonders auf. Wie weit die mit Gebühren zugeschütteten öffentlichen Sendeanstalten inzwischen aber tatsächlich von jedem glaubwürdigen Anspruch entfernt sind, wird ersichtlich, wenn man erkennt, dass sich mit ihnen nichtmals mehr eine Auseinandersetzung über journalistische Standards führen lässt, weil das Gegenüber die anerkannten Basics einer kritischen Berichterstattung negiert und so tut, als definierte es das, was Journalismus ausmacht, in eigener Regie neu. Selbstzufriedenheit und gefühlte Unfehlbarkeit wären dann der zweite Ansatz einer Erklärung für das mediale Desaster der letzten Wochen.</p>
<p>Eine Sache wäre es, ernsthafte Begründungen dafür zu hören, warum ARD und ZDF im Rahmen ihrer EM-Berichterstattung auf journalistische Minimalanforderungen lieber verzichten wollen. Darüber liesse sich notfalls streiten. Die andere Sache ist, wenn ohne jede inhaltliche Auseinandersetzung und ohne jede Kenntnisnahme vielfach geäusserter Kritik einfach behauptet wird, Kerner und Konsorten seien eben Qualitätsjournalismus, wie nachfolgend von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender in einer Pressemitteilung zum Erfolg der ZDF-Seebühne in Bregenz:</p>
<p><a title="Pressemitteilung im Wortlaut" href="http://www.presseportal.de/pm/7840/1218660/zdf" target="_blank">&#8220;Die Zuschauer haben uns für dieses Engagement belohnt. Rekordzahlen bei den Einschaltquoten, viel Lob und Anerkennung für Moderatoren, Reporter, Experten und Kommentatoren und eine Bildschirmpräsentation auf hohem Niveau zeichnen die Euro 2008 im ZDF aus […]<br />
Das große Auge aus der Opernkulisse der Tosca-Aufführung ist in diesem Sommer zum Symbol für journalistische Qualität und die Leichtigkeit bester Fernsehunterhaltung geworden&#8230;&#8221;</a></p>
<p>Man nennt es wohl selektive Wahrnehmung, wenn nicht einmal planerische Katastrophen, wie ein offenbar nicht vorhandener Regenschutz für Moderatoren und Geräte auf der ach-so-tollen Bregenzer Seebühne, die Freude über eine &#8220;Bildschirmpräsentation auf hohem Niveau&#8221; trüben können. Angesichts eines solchen Selbstbildes, bei dem eigentlich ständig die Gefahr bestehen muss, sich beim selber-auf-die-Schulter-schlagen den Arm zu verrenken, und vor Allem angesichts einer immer offener betriebener Funktion als Propagandaapparat der Regierung, erscheint jeder Versuch, über die weitere Existenzberechtigung öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten zu diskutieren, sinnlos. Der eigentlich ganz guten Idee, unabhängige Medien zu produzieren, die sich anderen Werten als denen der Profiterwirtschaftung verpflichtet fühlen, wird von Akteuren wie Nikolaus Brender und durch Journalisten-Darsteller wie Johannes B. Kerner oder Monica Lierhaus jede weitere Grundlage entzogen.</p>
<p>Passend dazu auch ein Zitat von dogfood, der bei <a title="Zu Dogfoods Blog" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2008/06/29/em2008-finale-deutschland-%e2%80%93-spanien/" target="_blank">allesaussersport</a> &#8211; (einem im Übrigen jederzeit lesenswerten Blog zu Sport im Fernsehen) &#8211; nicht nur die oben angeführte ZDF-Pressemitteilung ausgegraben hat, sondern auch zu ganz ähnlichen Schlüssen kommt, obwohl er sich eigentlich als Befürworter des öffentlich-rechtlichen Sendesystems zu erkennen gibt:</p>
<p><em>&#8220;Wenn Führungspersonal eines Senders abseits jedes Geschmäcklerischen so tief und ohne Not in die Propagandakiste greift, ist jegliche ernsthafte Auseinandersetzung sinnlos. Das Maß der Verblendung macht deutlich, dass hier nur noch aus einer autistischen Binnensicht heraus argumentiert wird. Es macht schlichtweg keinen Sinn hier noch journalistische Maßstäbe ansetzen zu wollen. Hier hat sich etwas verselbstständigt und es wäre Kraftvergeudung es vor seinem Tod, vor seiner Implosion zu versuchen zu verändern.&#8221;</em></p>
<p>Wären die Verwalter und Vergeuder immenser Geldberge in den Gremien der Sendeanstalten weniger realitätsfremd &#8211; es sollte ihnen Angst machen, wenn sich Leute wie dogfood, aber auch viele andere, die sich normalerweise mit der Idee nichtkommerzieller Sender durchaus identifizieren können, inzwischen vorstellen können, auf sie zu verzichten. Denn ob sie sich an dem Tag, an dem ihre Existenzberechtigung allgemein infragegestellt werden wird, darauf werden verlassen können, von jenen verteidigt zu werden, denen sie ohne Not jeden journalistischen und kritischen Anspruch opfern &#8211; sei es das Publikum oder die Politik &#8211; darf massiv bezweifelt werden.</p>
<p>beeeeeeeeeeeeeeep&#8230;.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://www.um3000.org/images/ZDF.jpg" alt="" width="490" height="368" /></p>
<p>Credits:<br />
Das verwendete Testbild stammt von Herbert Kalsers toller Testbildsammlung <a title="Zur TV-Testbild-Sammlung" href="http://www.tv-testbild.com/" target="_blank">tv-testbild.com</a></p>
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		<title>HEH, IHR FUSSBALLEXPERTEN!</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 17:23:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sollte die laufende EM am UMLOG spurlos vorbeigehen. Das alles ist zuviel, zuoft, zu lästig. Aber jetzt habt ihr euch, Teilzeit-Fussballexperten und -expertinnen, Lifestyle-Deppen und Fähnchenträger, gestern Abend eine ernste Ermahnung verdient. Also &#8211; bevor ihr euch das nächste Mal den Feinsand im sogenannten Wupperbeach an der Stadthalle ins Hirn stopft und öffentliches, gemeinsames [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sollte die laufende EM am UMLOG spurlos vorbeigehen. Das alles ist zuviel, zuoft, zu lästig. Aber jetzt habt ihr euch, Teilzeit-Fussballexperten und -expertinnen, Lifestyle-Deppen und Fähnchenträger, gestern Abend eine ernste Ermahnung verdient.</p>
<p><span id="more-58"></span>Also &#8211; bevor ihr euch das nächste Mal den Feinsand im sogenannten Wupperbeach an der Stadthalle ins Hirn stopft und öffentliches, gemeinsames Fernsehgucken zelebriert, tut mir einen Gefallen. Lasst euch, solange euer Restverstand noch nicht von den ganzen tollen Cocktails und den superschicken Alkoholmixgetränken dahingerafft ist, von einem Fachmann mal Folgendes erklären: Es hat Fussball schon vor 2006 gegeben! Echt! Irgendein Onkel in eurer Verwandtschaft wird schon Bescheid wissen.</p>
<p>Da gibt es solche Geschichten und solche. Es gibt Sachen, die gehen, und Sachen die gehen nicht. Laut für holländische Tore jubeln, geht zum Beispiel gar nicht. Auch nicht, wenn sie gegen Italien fallen.</p>
<p>Ich weiss&#8230; Die doofen, doofen Italiener haben euch vor zwei Jahren euer schönes Sommermärchen kaputtgemacht. Ich weiss, orange steht euch ziemlich gut. Vor allem im Sommer. Trotzdem.</p>
<p>Ach ja, und wo wir schonmal dabei sind: Ab der 83. Spielminute eines ersten Turnierspieles hupend durch die Stadt zu fahren, wie es am Tag davor beim Spiel gegen Polen geschehen ist, nur um irgendwie auch mal Erster zu sein, ist wirklich ganz blöd. Fragt mal den Fachmann, der euch erklären soll, wie lange es eigentlich schon Fussballspiele gibt. Der kann euch auch erklären, wielange sie so normalerweise dauern. Neunzig Minuten nämlich. Mindestens. Und das nächste ist immer das schwerste.</p>
<p>Das beste wäre aber, ab morgen gäb&#8217;s durchgängig Fritz-Walter-Wetter. Wenn ihr jetzt nicht wisst, was das wieder ist &#8211; macht nix, merkt ihr schon.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://www.um3000.org/images/experten.jpg" alt="" width="490" height="326" /><br />
Credits: Das verwendete Foto stammt aus einer Fotoserie zur WM 2006 von <a title="Zur FLICKR-Seite von lordkhan" href="http://flickr.com/photos/lordkhan/" target="_blank">lordkhan</a>, und steht unter einer <a title="Zu den Lizenzbedingungen des Fotos" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank">creative commons</a>-Lizenz.</p>
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		<title>TV-EYE &#8211; ARTE-TIP &#8211; MARADONA</title>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 17:16:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ARTE]]></category>
		<category><![CDATA[FIFA]]></category>
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		<description><![CDATA[Schon morgen, also Samstag, 31.05., wiederholt ARTE bereits um 14°° Uhr nochmals eine Dokumentation in Filmlänge über Diego Maradona. Dieser wahrhaft phantastische Film aus dem Jahr 2006, der kurz vor der WM bereits einmal ausgestrahlt wurde, erzählt die einzigartige Geschichte von Diego Armando Maradona so voller Anteilnahme, dass es jedem wirklichen Fussballfan mehrfach Tränen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Schon morgen, also Samstag, 31.05., wiederholt ARTE bereits um 14°° Uhr nochmals eine Dokumentation in Filmlänge über Diego Maradona. Dieser wahrhaft phantastische Film aus dem Jahr 2006, der kurz vor der WM bereits einmal ausgestrahlt wurde, erzählt die einzigartige Geschichte von Diego Armando Maradona so voller Anteilnahme, dass es jedem wirklichen Fussballfan mehrfach Tränen der Rührung in die Augen treibt &#8211; auch beim wiederholten Ansehen.</p>
<p></em></p>
<div align="center"><img src="http://www.um3000.org/images/diego.jpg" alt="Screenshot Maradona" width="490" /></div>
<p><span id="more-56"></span>Neben sensationellen, teilweise noch nie gesehen Aufnahmen aus Argentinien, legendären Toren, ausgelassenen, zuvor selbst herausgeszauberten Gross-Chancen, menschenverachtenden Fouls &#8211; (<a title="Wikipedia-Eintrag zu Goikoetxea" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andoni_Goikoetxea_Olaskoaga" target="_blank">Goikoetxea, der &#8220;Schlächter von Bilbao&#8221;</a> !!!) &#8211; und ebensolchen Geschäftspraktiken, zeigt der Film vor allem die Bedeutung Maradonas für ein Argentinien unter wechselnden unfähigen Staatschefs, für ein benachteiligtes Süditalien mit seinem Underdogverein <a title="Wikipedia-Eintrag zum SSC Neapel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/SSC_Neapel" target="_blank">SSC Neapel</a>, und für Fusballfans weltweit, die Maradona bis zum heutigen Tag als einen der ihren betrachten.</p>
<p>Durch die filmische Erzählung zu Maradonas Karriere, seiner Herkunft, seiner Leiden und seiner Fehltritte, arbeitet der TV-Bericht &#8211; so gut wie zuvor nur sehr selten ein Film &#8211; heraus, was, im Gegensatz dazu, heutiger, &#8220;moderner&#8221; Fussball bedeutet.</p>
<p>Der Weltstar Diego Maradona war der letzte seiner Art. Erschien einem der entfachte Hype um Diego zu seiner aktiven Zeit &#8211; vor allem nach seinem Wechsel nach Europa &#8211; schon damals als zuviel, so haben doch erst die Jahre, die seinem Karriereende folgten, deutlich gemacht, wie die Magie, die Fussball einmal ausgemacht hat, tatsächlich noch zerstört werden sollte.</p>
<p><a href="http://www.um3000.org/images/diego_wm.jpg" title="Foto vergrössern" target="_blank" rel="lightbox[56]"><img src="http://www.um3000.org/images/diego_wm.jpg" alt="Diego bei der WM" height="200" align="right" hspace="8" vspace="2" /></a>Maradona war der letzte Weltstar, der nur deshalb zum Weltstar wurde, weil er gerne und sehr, sehr gut Fussball gespielt hat &#8211; nicht, weil er für Ausrüster und Premium -Sponsoren gut gepasst hätte. Für diese war er Zeit seiner aktiven Laufbahn &#8211; und auch danach &#8211; eher kontraproduktiv. Diego Armando Maradona war immer &#8211; und er ist es noch, wie die Bilder der WM gezeigt haben &#8211; einer von denen, die allwöchentlich in irgendeiner Kurve stehen &#8211; mit allen Fehlern, allen Emotionen, aller Überheblichkeit und Dummheit, die normalen Menschen zu schaffen machen. Und gleichzeitig mit einer Lust am Rausch, einem Empfinden für den einen Moment des Glücks und einer unberechenbaren Hingabe, die nicht in Berechnungen einer Wirtschaftlichkeit ausgedrückt werden können.</p>
<p>Nach Maradona haben sie sich ihre neuen Weltstars herangezüchtet. All&#8217; die Ronaldos, Beckhams und Ballacks, die alle die gleichen Rhetorik-Seminare für Nachwuchsleuchten durchlaufen, die ihre Deals mit der Boulevardpresse machen und die auch noch in der edelsten V.I.P.-Lounge fein herzeigbar sind. Die, die ihrem Ausrüster zuliebe &#8211; zwecks Markteroberung &#8211; mal eben den Verein wechseln und doch niemals zu einem Kleine-Leute-Club wie Napoli gehen würden. Die, die nichts geben, ausser einem unterhaltsamen Kick und bunten Meldungen auf den Society-Seiten der Zeitungen. Nichts sonst, und schon gar keine Liebe.</p>
<p>Die FIFA hat im Zusammenspiel mit Adidas, Nike und anderen aus Diego gelernt und die &#8211; im Vergleich zu ihr fast volkstümliche &#8211; Mafia weitestgehend aus dem Geschäft gedrängt. Ein Diego Armando Maradona &#8211; einer der nie vergessen hat, wo er hergekommen ist, und der weder von den gegnerischen Abwehrspielern, noch von Aktiengesellschaften kontrollierbar gewesen ist &#8211; sollte ihnen nie wieder passieren&#8230;</p>
<p>Als Maradona noch aktiv gekickt hat, konnte ich ihn nicht übermässig schätzen, was mir heute noch leidtut &#8211; zu überlegen war er im Vergleich zu meinen damaligen Helden. Heute jedoch liebe ich ihn. Tausend-, ach was, hunderttausendmal lieber sehe ich einen havanarauchenden Diego im blau-weissen Trikot auf der Tribüne des WM-Stadions, als einen weichgespülten, zweibeinigen Markenartikel bei einer geckenhaften FIFA-Gala. Sie haben ihn nie geliebt. Bezeichnend, dass die FIFA Diegos (Internet-) Volkswahl zum <a title="Spiegel-Online Artikel zur Wahl" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,106820,00.html" target="_blank">Fussballer des Jahrhunderts im Jahr 2000 nicht einfach akzeptiert hat</a>, sondern ihm per Order der Funktionäre stattdessen den erektionsgestörten Pele vorzog.</p>
<p><strong>Maradona, der Goldjunge</strong> &#8211; Film von <a title="IMDb zum Regisseur" href="http://german.imdb.com/name/nm1170278/" target="_blank">Jean-Christophe Rosé</a> ARTE, 31.05.2008, 14°° Uhr</p>
<p><strong>Wer das noch nicht gesehen hat: Angucken. Echt.</strong></p>
<p><em>O Mamma, mamma, mamma &#8211; O Mamma, mamma, mamma<br />
sai perchè mi batte il corazon &#8211; Ho visto Maradona,<br />
ho visto Maradona, ho visto Maradona, ed innamorato son!</em></p>
<div align="center">
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/e4GcjDFfRc8?rel=0" frameborder="0" width="500" height="405"></iframe></p>
<p>Video aus der Curva des SSC Neapel anlässlich von Maradonas Besuch an alter<br />
Wirkungsstätte nach seiner Genesung zu <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Ciro Ferraras" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ciro_Ferrara" target="_blank">Ciro Ferraras</a> Abschiedsspiel im Jahr 2005.<br />
Das <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zum Stadion des SSC Neapel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stadio_San_Paolo" target="_blank">Stadio San Paolo</a> war an diesem Tag mit über 70.000 Zuschauern ausverkauft.</p>
</div>
<p><em>Persönliches P.S. für den Billy Bragg vom Ölberg: Falls du den Film verpasst &#8211; ich werde ihn wohl auch als Oldschool-VHS aufnehmen&#8230;</em></p>
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		<title>NEUES JAHR. DIE ERSTEN TAGE.</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2008 14:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>um3000</dc:creator>
				<category><![CDATA[tv-eye und flat brains]]></category>
		<category><![CDATA[was geht? und wo?]]></category>
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		<category><![CDATA[Neujahr]]></category>
		<category><![CDATA[RAF]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Koch]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinestaat]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester]]></category>
		<category><![CDATA[Spam]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Steiner]]></category>

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		<description><![CDATA[Tag 1: Noch zwanzig Jahre schlafen lassen. Bitte. Alte Traditionen. Televisions-Timer zum späten Erwachen am Neujahrstag. Vor dem Einschlaf noch Programmwahl. Wichtig. Nicht den Papst erwischen. Falls der spricht. Früher? Immer Neujahrsspringen. Kontemplation in S/W. Und Schneegestöber. Ein Walter Steiner. Vogelmensch. Im Halbschlaf noch die nächsten zehn Springer. Gib&#8217; mir noch zehn Springer! Heute? Zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tag 1: Noch zwanzig Jahre schlafen lassen. Bitte.</p>
<p></strong></p>
<p><span id="more-47"></span>Alte Traditionen. Televisions-Timer zum späten Erwachen am Neujahrstag. Vor dem Einschlaf noch Programmwahl. Wichtig.</p>
<p>Nicht den Papst erwischen. Falls der spricht.</p>
<p>Früher? Immer Neujahrsspringen. Kontemplation in S/W. Und Schneegestöber. Ein <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Walter Steiner" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Steiner" target="_blank">Walter Steiner</a>. Vogelmensch. Im Halbschlaf noch die nächsten zehn Springer.</p>
<p>Gib&#8217; mir noch zehn Springer!</p>
<p>Heute? Zwischen Milka-Hansels und Massen-Humpta? Wie soll einer dabei dösen? <a title="IMDB zum Film" href="http://german.imdb.com/title/tt0070136/" target="_blank">Die neue Ekstase einer neuen Wahrheit</a>? Das als erster Eindruck eines neuen Jahrs?</p>
<p>Dann aber doch lieber wieder <a title="PHOENIX-Homepage" href="http://phoenix.de/startseite/1.1.htm" target="_blank">PHOENIX</a>. Da wo sie alle noch im Bett liegen. An solchen Tagen. Und nur der Praktikant ranmuss. Um die ganz, ganz lange MAZ reinzuschieben. Jedes Jahr. Das ganze alte Jahrhundert in 15 oder so Stunden. Neue Zeiteinheiten.</p>
<p>Kurz wachwerden, reinhören, und zwanzig Jahre weiterschlafen.</p>
<p>Demoralisierend nur: Meistens wird man neujahrs im Faschismus wach. Oder im totalen Krieg. Das muss an <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Guido Knopp" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Knopp" target="_blank">Guido Knopp</a> liegen. Diesmal jedoch &#8220;die Zwanziger&#8221; erwischt. Glück gehabt. So kann das Jahr weitergehen.<br />
<strong><br />
Tag 2: Ein kleines Stück Scheisse zum Mittag.</strong></p>
<p>Der zweite Tag. Ein kleines schmieriges Stück Scheisse rutscht aus der TV-Apparatur mitten in mein Tagesbegutachtungsritual. Da liegt es vor mir und stinkt. Und spricht. Lässt den Tag von vornherein eine hässliche Fratze tragen. Brechreiz nimmt den kleinen starken Kaffee zu Hilfe auszufluten. Ekel. Nicht mal Zorn. Keine Wut. Nur Würgen.</p>
<p><a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Roland Koch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Koch" target="_blank">Roland Koch</a> begründet. Seine Wahlkampfthematik. Roland Koch empört sich. Roland Koch erzählt irgendwas vom &#8220;brutalen Überfall&#8221; auf den Rentner im hessischen München.</p>
<p>Öh? Ach ja. Weiss man ja. Diese laxen Bayern! Richtig. Genau. Jawohl. Etwas muss jetzt mal gemacht werden. Schweigende Mehrheiten müssen sprechen. Boot-Camps! Wir brauchen mehr Lager! Damit wir uns wieder konzentrieren können. Konzentrationslager für die Hyperaktiven. Medien.</p>
<p>Passend haben sie da ganz frisch &#8216;ne Reportage drin. Mit echten Schlägern. Und Drill. Und Einsicht. In ihre Abschiebungsakten. Koch dünstet aus dem Fernseher.</p>
<p>Trost. Jedes schmierige, kleine Stück Scheisse verschwindet mit der Zeit. <a title="Zum angesprochenen Artikel" href="http://um3000.org/umlog/?p=44" target="_blank">Heute ist schon beinah&#8217; morgen.</a> Irgendjemand wird es einfach wegmachen. Doch noch ein Kaffee? Die Sonne blitzt keck durchs Zimmer als wenn nichts wäre. Fenster auf. Frischluft rein. Gegen den Dunst. Auch nicht ideal &#8211; der heimtückische Infekt ist zurück.</p>
<p>Er legt ein bemerkenswertes Comeback hin.</p>
<p>Ich muss schon sagen: Die erste Runde des Jahres geht eindeutig an die Viren. Und an ein kleines Stück Scheisse. Tag deshalb abgebrochen.</p>
<p><strong>Tag 3: Spam 2.0 und Schweinestaat</strong></p>
<p>Dritter Tag. Im Tiefschlaf aufbewahrter Test-<a title="Zur Cyber-Twin Homepage" href="http://mycybertwin.com/" target="_blank">Cyber-Twin</a> meldet Konversation. Dabei hatte ich ihn nie freigelassen. Wie wurde der denn angelabert? Raportiert ausführliches einseitiges Gespräch mit ghanaischem Bankdirektor.</p>
<p>Im neuen Jahr verkaufen imaginäre Bankdirektoren ebenso imaginären Cyber-Twins nicht existierende Erbschaften als grosse Okkasion. Spam 2.0.</p>
<p>Der Schweinestaat bringt sich ebenfalls früh im Jahr in Erinnerung. Da arbeiten Gerichte sogar über die Brückentage.</p>
<p>Beugehaft trifft es als Wort diesmal ziemlich. Da sollen welche gebogen werden. Solange bis sie in die geklitterte Geschichte passen. Und keine Widerworte mehr geben. Gut, sie haben Jahrzehnte im Spätzle-Guantanamo und anderswo gesessen. Aber sie mussten wenigstens keine orangen Overalls tragen. Da können sie schon noch was draufpacken.</p>
<p>Ein <a title="Wer?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-J%C3%BCrgen_Boock" target="_blank">Labersack</a>, der seinerzeit für eigene Bedürfnisse aus der RAF fast einen Trupp Beschaffungskrimineller gemacht hätte und heute mit seinem Denunziantenmaul anschaffen geht, hat erzählt, was gebraucht wurde. Jetzt wird final gebeugt. Eigene VS-Akten dabei immer unter Verschluss. Wahrscheinlich sitzt der Rollstuhlfahrer drauf. Remember <a title="WIKIPEDIA-Eintrag zu Ulrich Schmücker + -Verfahren" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Schm%C3%BCcker" target="_blank">Ulrich Schmücker</a>?</p>
<p>Schweinestaat, du hast dich nicht geändert.<br />
<em><br />
Auf ein frohes 2008&#8230; no pasáran</em></p>
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